Wie wirkt sich die neue geopolitische Lage auf die Wirtschaft aus

Wirtschaftsrat im Gespräch mit Robert Greil von Merck Finck

Der
Wirtschaftsrat traf sich hoch über den Dächern von Münster bei Merck Finck, um
mit Robert Greil, Chefstratege des Bankhauses, die wirtschaftlichen Folgen der
aktuellen geopolitischen Entwicklungen zu diskutieren.

Zum Abschied
aus seinem Amt dankte der bisherige Sektionssprecher Dr. Friedrich Helmert den
Gastgebern – Standortleiter Joachim von Fischern und Regionalleiter Dirk von
Ahlefeld – für ihre Unterstützung und Gastfreundschaft.

In seinem
Vortrag erläuterte Greil, dass geopolitische Schocks die Aktienmärkte zwar
unmittelbar, jedoch in der Regel nur kurzfristig belasten. Steigende
Energiepreise hingegen verlängerten die Zeit bis zur Markterholung erheblich.
Vor diesem Hintergrund komme einer möglichen Schließung der Straße von Hormus
besondere Bedeutung zu, da sie zentrale Öl- und Gasrouten betreffe.

Von hoher
Relevanz für die wirtschaftliche Entwicklung seien zudem die anstehenden US‑Zwischenwahlen.
Für eine erfolgreiche Wiederwahl benötige der Präsident niedrige
Inflationsraten und stabiles Wachstum – Entwicklungen, die ein möglicher
Konflikt mit dem Iran gefährden könnte. Aktuell rechne der Markt mit zwei
bevorstehenden Leitzinssenkungen in den USA.

Für das
laufende Jahr zeigte sich Greil jedoch optimistisch: Nachlassende
Handelskonflikte, sinkende Zinsen, höhere staatliche Investitionen und
steigende Ausgaben für Künstliche Intelligenz könnten die wirtschaftliche
Dynamik deutlich stärken. Dies wecke Hoffnung, dass Deutschland seine
konjunkturelle Schwächephase überwindet. Zwar hinken die privaten Investitionen
hierzulande im Vergleich zu den USA noch hinterher, doch zeigte sich Greil
zuversichtlich, dass auch diese wieder anziehen werden.

Zum Abschluss
freute sich der neu gewählte Sprecher der Sektion Münster, Felix Fiege, über
zahlreiche Glückwünsche, darunter von Stellvertretendem Landesvorsitzenden Lars
Fiele und Landesvorstandsmitglied Janine Jaensch.

Vielen Dank
an Robert Greil für den fundierten Vortrag und die anregende Diskussion.