Newsletter Kernenergie Februar 2024

Ein energiewirtschaftlicher Rückblick auf das Jahr 2023, seit die Ampelregierung die letzten drei deutschen Kernkraftwerke abgeschaltet hat

Seit
die letzten drei deutschen Kernkraftwerke vom Netz gingen, importiert
Deutschland mehr Strom als es exportiert. Das ist in den Jahren zuvor nie
vorgekommen. Der Export-Saldo lag 2023 mit 11.653 Gigawattstunden im roten
Bereich. Diese 11.653 Gigawattstunden mussten wir aus dem Ausland kaufen. Die
Rechnung: 2.277 Millionen Euro. Auch das Preisgefälle zwischen Stromimport- und
Stromexportpreisen reißt ein Loch in deutsche Kassen: im Durchschnitt kostete
eine Megawattstunde aus dem Ausland 109 Euro gegenüber einem durchschnittlichen
Exportpreis von 76 Euro pro Megawattstunde.

Plan in
Sicht? Nein, Fehlanzeige: Die Bundesregierung treibt den Ausbau der
regenerativen Energien völlig unkoordiniert voran. Den Markt hebelt sie
teilweise aus: Die Betreiber der Anlagen von regenerativen Energien garantiert
das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die volle Einspeisevergütung, und zwar
unabhängig vom Bedarf. Angebot und Nachfrage? Nö. Der Netzbetreiber zahlt die
Rechnung und muss gleichzeitig diesen Strom nach Angebot und Nachfrage an der
Strombörse abrechnen. Wer zahlt die Differenz zwischen garantierter
Einspeisevergütung und an der Strombörse gehandelten Preisen, wenn diese
negativ ist? Der Steuerzahler zahlt. Denn die Differenz gleicht die Regierung
den Netzbetreibern mit Steuermitteln aus dem Bundeshaushalt aus.