Energieträger für die Industrie – warum es nur mit Wasserstoff geht

Saarlands Staatssekretärin Elena Yorgova-Ramanauskas zu Gast bei Wirtschaftsrat

Seit dem Pariser Klimaabkommen 2015 sieht Oliver
Geis-Sändig, stellvertretender Landesvorsitzender des Wirtschaftsrats Saarland,
Fortschritte. Beispielsweise bei der Abgasreduktion. Die Fragestellung sei
jedoch, „was der Wasserstoff als Energieträger für die Stahlindustrie
ausrichten kann“, so Geis Sändig. Zu diesem Fokus hatte der Wirtschaftsrat
Saarland in die Encevo Deutschland GmbH eingeladen.

„Es geht nur mit Wasserstoff“, erklärte Prof. Dr.-Ing.
Hartmut Opperskalski, Leiter des Studiengangs Digital Engineering an der Hochschule
Kaiserslautern. Von den 3.386 TWh unseres Primärenergieverbrauchs kommen nämlich
98 Prozent aus fossilen oder importierten Energieträgern. „Wir müssen uns
darauf einstellen, dass wir künftig die Energie über den Ozean zu uns bringen“,
sagte er. Selbst die Kernenergie reiche nur zur Verlängerung des aktuellen
Energieangebots. Für die Kernenergie-Zukunft sieht Opperskalski wegen des
knapper werdenden Urans in wenigen Jahren keine Chance. Dafür aber eine für den
Wasserstoff. Die nächste Frage sei: Wie speichern wir die Energie? Vorteil für
den grünen Wasserstoff: wir können in Tanks und Kavernen speichern. „Der Weg
zum Wasserstoff als Energieträger wird anspruchsvoll“, so der Professor. Damit
wachse der Anspruch der Ausbildung für diejenigen, die den Weg für den
Wasserstoff frei machen, als Energie- und Hoffnungsträger. „Wir haben eine
Chance, wieder deutsche Ingenieurskunst einzusetzen“, freut sich Opperskalski,
„die Sonne ist der Fusionsreaktor! Nur für die Akzeptanz müssen wir noch etwas
bewegen“.

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Staatssekretärin Elena Yorgova—Ramanauskas
begeistert sich für das Saarland als Drehkreuz in der Wasserstoffstrategie. „Das
Saarland ist auf dem Weg, das Zentrum eines europaweiten Wasserstoffnetzes zu
werden“, sagte sie. „Wasserstoff ist das technologische Update für unseren
Wirtschaftsstandort mit vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten: in der
Brennstoffzellentechnologie - für die
Automobilwirtschaft genauso wie für saubere Produktionsprozesse in der
Stahlindustrie. Damit schaffen wir neue Arbeitsplätze und gehen einen
entscheidenden Schritt in Richtung Klimaneutralität“, so die Staatssekretärin im
Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie des Saarlands. „Unsere
exzellente Forschungslandschaft und die gute Vernetzung aller Akteure tragen
dazu bei, das Innovations- und Wachstumspotential dieser Zukunftstechnologie
für unseren Standort zu nutzen“, so Elena Yorgova-Ramanauskas.Politiker_Elena Yorgova Wamanauskas.jpg

Dr. Klaus Richter, Vorstand
Technik Saarstahl AG, zeigte in seinem Impuls, wie der Weg der Stahlherstellung
weg führt von Hochöfen und vom Schrott-Einschmelzen. In den Vordergrund rückt
die Direktreduktion von Eisenerz mit Wasserstoff. Alles sei soweit bereit, für
diesen Prozess. Aber: „Man erwartet von uns, dass wir Milliarden in die Hand
nehmen, um etwas zu bauen, von dem wir noch gar nicht wissen, wo der
Energieträger herkommen soll“, sagte Richter. Denn der Zwischenschritt – wo der
Wasserstoff herkommen soll – fehle.

Der Geschäftsführer von Creos
Deutschland, Jens Apelt, ist überzeugt, dass dieser Zwischenschritt machbar
ist.

„Die durch den Ukrainekrieg beschleunigte
Energiewende erfordert noch größere Anstrengungen und enorme Investitionen in
beinahe allen Sektoren“, sagte er. Die Politik beginne, die Rahmenbedingungen
zu setzen und zwar in einem beeindruckenden Tempo. „Dieser Veränderungsprozess
muss weiter beharrlich verfolgt und stringent von allen Stakeholdern umgesetzt
werden“, fordert der Energieexperte. Dabei dürften die Konsequenzen die
Gesellschaft nicht überfordern. „Hier die Balance zu finden, wird wohl eine der
größten wirtschaftspolitischen Herausforderungen dieses Jahrzehnts sein“, so
Jens Apelt. „Wir haben ja noch gar nicht richtig angefangen.“ Er freue sich
darauf, aus der französischen Nachbarschaft die großen Mengen Wasserstoff zu
bekommen, „die wir brauchen“. Denn das Schöne am Wasserstoff sei, dass für ihn
ein Weltmarkt besteht und es möglich ist, ihn zu transportieren.

Die französische Nachbarschaft
repräsentiert Jean-Marc Leonhardt, Conseiller du président von H2V. H2V
entwickelt, realisiert und investiert in erneuerbare Wasserstoffgroßprojekte
zur Dekarbonisierung der lokalen Märkte. Das Unternehmen arbeitet mit
Partnerunternehmen, die mit der Infrastruktur zu Wasserstoffherstellung
punkten.

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„Ein ambitioniertes, industrielles
Projekt“, nennt es Jean-Marc Leonhardt.

Ein Projekt, das nicht nur
Wasserstoff sondern direkt 70 neue Arbeitsplätze schafft. Indirekt sind es 100
neue Arbeitsplätze.

Bericht: KR