3. Merseburger Wirtschaftsgespräch

Am Montag, den 27.April 2026, fand an der Hochschule Merseburg das 3. Merseburger
Wirtschaftsgespräch statt. Unter dem Leitthema „Bedeutung der regionalen
Wirtschaft für Resilienz in Krisenzeiten und die Zukunft unseres Landes“ kamen
hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und
Politik zusammen, um zentrale Zukunftsfragen für Sachsen-Anhalt und den
Wirtschaftsstandort Deutschland zu diskutieren.
Die Veranstaltung wurde vom Wirtschaftsrat Deutschland, dem Industrie- und Marketing-Club
Mitteldeutschland zu Halle e. V. sowie der Hochschule Merseburg organisiert und
bot den zahlreichen Gästen ein hochkarätiges Forum für Austausch, Vernetzung
und strategische Debatten.
Auftakt mit erweitertemLandesvorstandssitzung:
Austausch mit der Präsidentin des Wirtschaftsrats Astrid Hamker.
Bereits vor Beginn des offiziellen Programms fand eine Sitzung des erweiterten Landesvorstands des
Wirtschaftsrats Sachsen-Anhalt mit der Präsidentin des Wirtschaftsrats, Astrid
Hamker, statt. In diesem Rahmen wurde insbesondere der intensive Austausch zwischen
Landes- und Bundesebene hervorgehoben. Die Gespräche verdeutlichten einmal mehr
die enge Verzahnung zwischen regionaler Interessenvertretung und
bundespolitischer Ausrichtung des Wirtschaftsrats.
Zugleich wurde deutlich, dass sich der Landesverband Sachsen-Anhalt des Wirtschaftsrats
weiterhin in einer erfolgreichen Aufbauphase befindet. Mit wachsender Präsenz
und einer stetig zunehmenden Vernetzung entwickelt der Landesverband
kontinuierlich neue, attraktive Veranstaltungs- und Austauschformate für
bestehende Mitglieder ebenso wie für potenzielle Neumitglieder. Das 3.
Merseburger Wirtschaftsgespräch unterstrich eindrucksvoll diesen positiven
Entwicklungskurs.
Hochkarätige Begrüßung und starke regionale
Verankerung
Die Veranstaltung wurde eröffnet durch:
Sirko Scheffler, Landesvorsitzender des
Wirtschaftsrats Sachsen-Anhalt
Prof. Dr. Markus Krabbes, Rektor der
Hochschule Merseburg
Sebastian Müller-Bahr, Oberbürgermeister
der Stadt Merseburg
In ihren Grußworten
betonten die Redner die Bedeutung regionaler Wirtschaftsstrukturen,
innovationsstarker Unternehmen sowie enger Kooperationen zwischen Wissenschaft
und Wirtschaft für die Zukunftsfähigkeit des Landes Sachsen-Anhalt.
1. Podiumsdiskussion: Wirtschaft als
Stabilitätsanker in Krisenzeiten
Im Mittelpunkt der ersten Podiumsdiskussion unter der Überschrift „Wirtschaft“ stand die Frage,
wie regionale Unternehmen und industrielle Strukturen dazu beitragen können,
wirtschaftliche und gesellschaftliche Krisen resilient zu bewältigen.
Unter der Moderation
von Prof. Dr. Thomas Brockmeier diskutierten:
Sven Schulze,
Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt
Astrid Hamker,
Präsidentin des Wirtschaftsrats Deutschland
Sirko Scheffler,
Landesvorsitzender des Wirtschaftsrats Sachsen-Anhalt,
Geschäftsführer brain-SCC
Carsten Franzke,
Geschäftsführer der SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH
Dr. Christof
Günther, Geschäftsführer der InfraLeuna GmbH
Dr. Dirk Schröter,
Geschäftsführer Personal und Arbeitsdirektor der MIBRAG GmbH
Die Diskussion machte deutlich, dass die grundlegenden Voraussetzungen in Sachsen-Anhalt zwar
weiterhin gut seien, sich die Rahmenbedingungen jedoch deutlich verschlechtert
hätten. Es sei bereits eine bislang beispiellose Erosion in der Industrie zu
beobachten. Auch der Konflikt im Nahen Osten sowie globale Spannungen mit Asien
und den USA setzen die Wirtschaft zusätzlich unter Druck. Vor allem steigende
Energie- und Produktionskosten belasten die ohnehin angeschlagene Industrie.
Kritisch betrachtet werden insbesondere die hohen Energiekosten in Deutschland.
Die Diskussionsteilnehmer forderten daher bessere politische Rahmenbedingungen auf
Bundesebene, um die Wirtschaft wieder wettbewerbsfähiger zu machen.
Ministerpräsident Sven Schulze unterstrich, dass produktive und
wettbewerbsfähige Industriepolitik dafür unerlässlich sei.
Wissenschaft als Innovationsmotor für die Region
Nach einer kurzen Pause widmete sich die 2. Podiumsdiskussion dem Themenkomplex „Wissenschaft“.
Erneut moderiert von Prof. Dr. Thomas Brockmeier, diskutierten die Teilnehmer
über die Rolle von Forschung, Innovation und Fachkräftesicherung für die
Zukunft regionaler Wirtschaftsstandorte.
Auf dem Podium
vertreten waren:
Sven Schulze,
Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt
Astrid Hamker,
Präsidentin des Wirtschaftsrats Deutschland
Tino Haring,
Geschäftsführer der Kreisentwicklungsgesellschaft Saalekreis mbH
Sven Czekalla,
Mitglied des Landtages von Sachsen-Anhalt
Prof. Dr. Markus
Krabbes, Rektor der Hochschule Merseburg
Prof. Dr. Dr. h.c.
Peter Seeberger, Wissenschaftlicher Geschäftsführer der CTC gGmbH
Moritz Eichenmann,
Stadtrat Merseburg
Ein weiterer Schwerpunkt des Abends war die Zusammenarbeit zwischen Industrie und
Wissenschaft. Im Saalekreis sei dafür bereits eine gute Grundlage vorhanden:
Die Hochschule Merseburg spiele eine wichtige Rolle als Partner für Forschung
und Entwicklung. Zudem soll mit Projekten wie dem geplanten Bioeconomy Hub in
Leuna die Verbindung von Forschung und industrieller Anwendung weiter gestärkt
werden.
Nach Ansicht der Redner braucht es vor allem mehr kluge Köpfe, die Innovationen in die Industrie
bringen und Transformationsprozesse vorantreiben. Einrichtungen wie das Center
for the Transformation of Chemistry (CTC) könnten dabei eine zentrale Rolle spielen
– vorausgesetzt, notwendige Entscheidungen und Entwicklungen erfolgen schnell
genug.
Dabei wurde deutlich:
Zukunftsfähige Regionen benötigen nicht nur wirtschaftliche Stärke, sondern
auch exzellente Bildungs- und Forschungseinrichtungen, die Innovationen
vorantreiben und den Wissenstransfer in die Wirtschaft ermöglichen.
Netzwerkplattform mit Mehrwert
Im Anschluss an die offiziellen Programmpunkte bot der Abend bei einem gemütlichen Ausklang Raum für bilaterale
Gespräche und vertiefende Diskussionen zwischen den Teilnehmern. Zahlreiche
Gäste nutzten die Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zur Vernetzung.
Fazit: Starkes Signal für den Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt
Das 3. Merseburger Wirtschaftsgespräch setzte ein starkes Zeichen für die Zukunftsfähigkeit und
Innovationskraft des Wirtschaftsstandorts Sachsen-Anhalt. Die Veranstaltung
zeigte eindrucksvoll, wie wichtig der enge Schulterschluss von Wirtschaft,
Wissenschaft und Politik ist, um den aktuellen und zukünftigen
Herausforderungen erfolgreich zu begegnen.
Der Wirtschaftsrat des Landesverbandes Sachsen-Anhalt hat mit diesem Format erneut bewiesen, dass er
sich als wichtige Plattform für wirtschaftspolitischen Dialog im Land etabliert
und mit großem Engagement daran arbeitet, seine Rolle als starke Stimme der
Sozialen Marktwirtschaft weiter auszubauen.