Bericht über die Veranstaltung "Stadtentwicklung und Tourismus im ländlichen Raum am Beispiel Querfurt"

Unter dem Titel "Stadtentwicklung und Tourismus im ländlichen
Raum am Beispiel Querfurt" kamen hochkarätige Gäste aus Politik,
Wirtschaft und Verwaltung zusammen, um gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern
über die Zukunft der Region zu beraten.
Sirko
Scheffler,
Landesvorsitzender des Landesverbands Sachsen-Anhalt, eröffnete die
Veranstaltung und betonte die Bedeutung der sozialen Marktwirtschaft als
Grundlage für Wohlstand und wirtschaftliche Entwicklung. Er hob hervor, dass es
im ländlichen Raum besonders wichtig sei, die eigenen Stärken zu erkennen und
auszubauen. Dazu gehöre nicht nur die Förderung des Tourismus, sondern auch die
Sicherung der bestehenden Industrien.
Auf
dem Podium diskutierten Stefanie Pötzsch (Staatssekretärin im Ministerium für
Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt),
Andreas Nette (Bürgermeister der Stadt Querfurt), Sven Czekalla (Mitglied des
Landtags Sachsen-Anhalt) und Dr. Matthias Henniger (Geschäftsführer des
Geo-Naturparks Saale-Unstrut-Triasland) über aktuelle Herausforderungen und Zukunftsaussichten
für die Region Saalekreis.
<li class="MsoNormal" style="text-align:justify;mso-list:l0 level1 lfo1;
tab-stops:list 36.0pt">Stefanie
Pötzsch: "Um
den Tourismus in unserer Region nachhaltig zu stärken und auszubauen, ist
es entscheidend, die einzigartigen Stärken jeder Region selbstbewusst
hervorzuheben und zu präsentieren. Sind die vorhandenen Potenziale
erkannt, müssen diese durch attraktive Angebote ergänzt werden, die
Besucher dazu einladen, wiederzukommen und im besten Fall länger zu
verweilen. Auf diese Weise schaffen wir eine solide Basis für den
Tourismus im ganzen Land und können ihn kontinuierlich
weiterentwickeln."
<li class="MsoNormal" style="text-align:justify;mso-list:l0 level1 lfo1;
tab-stops:list 36.0pt">Dr.
Matthias Henniger:
"Es ist wichtig, die Finanzmittel, die aus der öffentlichen Hand
kommen, in der Region zu behalten und somit einen Mehrwert für die
heimischen Unternehmen zu schaffen. Gleichwohl wir dieses dann nutzen
müssen, um aus den anderen Regionen die Menschen zu uns zu ziehen - somit
wird aus 1 Euro Fördergeld 10 Euro Umsatz, und wir können weiter
investieren und immer wieder neue Erlebnisse schaffen, um attraktiv für
den Touristen zu sein."
<li class="MsoNormal" style="text-align:justify;mso-list:l0 level1 lfo1;
tab-stops:list 36.0pt">Sven
Czekalla: "Um
den Tourismus in unserer Region wirklich erfolgreich zu gestalten,
brauchen wir ein starkes Team von Experten und engagierten Köpfen. Im
Moment sehen wir, dass die vorhandene Stelle mit einem sehr breiten
Aufgabenfeld betraut ist. Das macht es schwierig, sich auf die wirklich
wichtigen Bereiche zu konzentrieren und optimale Ergebnisse für den
Saalekreis zu erzielen. Daher ist es wichtig, dass wir hier Veränderungen
vornehmen. Wir müssen sicherstellen, dass die Zuständigkeiten klarer
verteilt sind und die Verantwortlichen die nötige Unterstützung haben, um
ihre Aufgaben effektiv zu erfüllen. Nur so können wir gemeinsam daran
arbeiten, den Tourismus im Saalekreis erfolgreich und nachhaltig
weiterzuentwickeln."
<li class="MsoNormal" style="text-align:justify;mso-list:l0 level1 lfo1;
tab-stops:list 36.0pt">Andreas
Nette: "Wir
in Querfurt haben allen Grund, stolz auf das Erreichte zu sein! In den
letzten Jahren haben wir hart daran gearbeitet, unsere Stadt für Besucher
noch attraktiver zu machen. Die verbesserte Bahnanbindung zwischen Halle
und Querfurt ist nur ein Meilenstein, der die Anreise für viele Gäste
deutlich einfacher und komfortabler gemacht hat. Darauf können wir
aufbauen! Jetzt gilt es, mit hochwertigen gastronomischen Angeboten und
attraktiven Übernachtungsmöglichkeiten zu punkten. Wir wollen weitere
Erlebnis schaffen, das unsere Gäste zu begeistert und sie dazu bringt,
gerne wiederzukommen. Denn nur mit Qualität und Leidenschaft können wir
den Tourismus in Querfurt nachhaltig stärken und unsere Stadt als
lohnendes Reiseziel etablieren."
Die
Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass eine ausgewogene Entwicklung
angestrebt werden muss, die sowohl den Bedürfnissen der Bevölkerung als auch
den wirtschaftlichen Notwendigkeiten gerecht wird. Ein besonderes Augenmerk lag
auf der Frage, wie der Tourismus im ländlichen Raum gefördert werden kann und
welche bestehende Infrastruktur und natürlichen Ressourcen in den Fokus gesetzt
werden müssen, sodass diese erhalten bleiben, aber ein Wirtschaftswachstum
stattfindet.
Dabei
wurde die Bedeutung des Ausbaus der Infrastruktur betont, um sowohl den
Bedürfnissen der Touristen als auch den Anforderungen einer nachhaltigen
Entwicklung gerecht zu werden. Es wurde diskutiert, wie durch gezielte
Maßnahmen die Attraktivität der Region für Besucher gesteigert werden kann,
ohne die natürlichen Ressourcen und die Lebensqualität der Bevölkerung zu
beeinträchtigen.
Steffi
Brauer,
Sektionssprecherin Halle des Wirtschaftsrats Deutschland, schloss die
Veranstaltung mit einem eindringlichen Appell für die Zukunft des ländlichen
Raums. Sie betonte das enorme, oft ungenutzte Potenzial dieser Regionen und
mahnte davor, sich nicht ausschließlich auf den Tourismus zu konzentrieren.
Vielmehr sei es entscheidend, die Vielfalt der Regionen im Blick zu behalten
und Synergien zwischen traditionellem Handwerk, einer starken, produzierenden
Industrie und einem innovativen, sanften Tourismus zu schaffen. Diese Bereiche
müssten nicht in Konkurrenz zueinanderstehen, sondern könnten sich ideal
ergänzen und eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten generieren.
Dabei
betonte sie, dass Tourismus mehr ist als nur eine Einnahmequelle. Es gehe
darum, die einzigartige Identität jeder Region herauszustellen und diese
authentisch zu vermarkten. Tourismus funktioniere am besten, wenn er auf einer
starken, regionalen Identität aufbaue, die von den Menschen, die dort leben,
getragen und gelebt werde. Diese Identität müsse dann professionell und
zielgruppengerecht kommuniziert werden, um Besucher anzuziehen, die sich für
die Kultur, die Traditionen und die Besonderheiten der Region interessieren.
Gleichzeitig
sei es wichtig, dass der Tourismus nicht die anderen Wirtschaftszweige
verdränge, sondern im Gegenteil dazu beitrage, sie zu stärken. Lokale
Handwerker könnten ihre Produkte Touristen anbieten und so ihre Wertschöpfung
steigern. Die Industrie könne sich als moderner und zukunftsorientierter
Wirtschaftszweig präsentieren und so neue Fachkräfte gewinnen. Und der sanfte
Tourismus könne dazu beitragen, die Natur- und Kulturlandschaften zu schützen
und gleichzeitig den Menschen vor Ort neue Einkommensmöglichkeiten zu eröffnen.
Ein wichtiger Punkt ist die
Anbindung des ländlichen Raums an die Städte. Wir müssen dafür sorgen, dass die
Menschen auf dem Land die gleichen Möglichkeiten haben wie in den Städten. Dazu
gehört eine gute Infrastruktur, sowohl digital als auch im Bereich des
Verkehrs. Und natürlich spielt auch das Thema Smart City eine Rolle: Wie können
wir Technologie nutzen, um das Leben im ländlichen Raum einfacher und
attraktiver zu machen?
Es
gehe darum, ein Ökosystem zu schaffen, in dem alle Akteure voneinander
profitieren. Das sei nicht nur gut für die Wirtschaft, sondern auch für die
Menschen, die hier leben und arbeiten. Und es sei wichtig, den ländlichen Raum
nicht als abgehängt zu betrachten, sondern als Teil einer größeren, vernetzten
Region.
