"Erfolgreiche Fachkräftesicherung und Relocation ausländischer Fachkräfte in Sachsen"

Chancen und Herausforderungen hat uns Sarah Halfter, Projektmanagerin TalentTransfer, Fachkräftesicherungsprojekt des SMWA, anschauchlich erläutert.

Welche riesengroßen Chancen sich
hierbei ergeben und welche Herausforderungen gemeistert werden müssen, hat
Sarah Halfter vom Fachkräftesicherungsprojekt TalentTransfer sehr anschaulich
erläutert. Außerdem hat sie aktuelle Recruiting Trends sowie die Erfolge des
Projektes vorgestellt.

Informationen zum Netzwerk
TalentTransfer, mit welchem der Wirtschaftsrat in Sachsen kooperiert, sowie den Vortrag von Sarah Halfter finden
Sie am Ende des Berichts.

Frau Halfter ist insbesondere auf
aktuelle Recruiting-Trends eingegangen. Unternehmen sind schon seit Längerem damit
konfrontiert, sich dezidiert auf die Ansprüche von Bewerbern einzustellen.
Folgende Trends bestimmen aktuell die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt:
Diversity (Offenheit und Vielfalt), das „neue soziale Gewissen“ (flexible
Arbeitszeiten, Sicherheit, Respekt und soziales Engagement des Unternehmens), ein
angepasster Bewerbungsprozess (schnelle Reaktionszeiten, keine
Papierbewerbungen, Ausschreibung optimiert für mobile Endgeräte, Recruiter sollten
auf LinkedIn und Xing präsent sein), Remote Hiring (Arbeitsaufnahme ohne „vor
Ort“ gewesen zu sein, online Bewerbungsgespräch), Schaffung eines „Happy Place“
(persönliches Wohlbefinden auf Arbeit), Job attraktiv halten, da hohe
Jobwechselbereitschaft), „Recruitainment“ (Recruiting und Entertainment
verbinden, lockere Atmosphäre im Bewerbungsprozess ohne dabei „albern“ zu sein).

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Generell ist Sachsen attraktiv
für Talente, insbesondere für ausländische Studenten. Leider verlassen jedoch
41 Prozent der Talente nach dem Studium den Freistaat wieder. Während des
Studiums entscheiden sich viele Studenten eher für einen typischen
Studentenjob, wie Pizzabote oder Kellner etc. und verbinden sich nicht frühzeitig
mit einem KMU als potentiellem Arbeitgeber – zumal Großunternehmen meist
attraktiver sind und auch ein anderes Gehalt offerieren können. Hier gilt es,
frühzeitig aktiv zu werden und auf die Studenten zuzugehen. Neue Wege, wie z.B.
Kennenlernen von Studenten und Unternehmern beim Wandern mit Spiel und Spaß
(Hike2Career) sind hilfreich, um an (internationale) Talente zu kommen. Bis
2030 werden dem deutschen Arbeitsmarkt ca. 5 Mio. Fachkräfte fehlen. Es wird
umso wichtiger, internationale Fachkräfte zu gewinnen. Die momentane Lage in
der Ukraine, so schlimm diese auch ist, birgt zumindest auch die Chance, ukrainische
Fachleute in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren, sofern dies gewünscht
ist und mit Sprachkompetenz sowie entsprechender Einstellung und Qualifikation
einher geht.

Die Kammern, insbesondere das FIZU
(Fachinformationszentrum Zuwanderung), die Konsulate und kommunalen
Ausländerbehörden sowie die Bundesagentur für Arbeit helfen den Unternehmen
beim Prozess der Relocation. Dabei muss ein konkretes Arbeitsplatzangebot im
Inland vorliegen, die Bundesagentur für Arbeit muss der Einstellung zustimmen,
die Qualifikation muss nachgewiesen werden, Mindestlohn bzw. ein für Deutsche vergleichbares
Gehalt muss dem ausländischen Arbeitnehmer geboten werden. Es muss zudem ein
Aufenthaltstitel vorhanden sein. So gilt beispielsweise, dass ein Job mit
56.400 € Bruttogehalt in Deutschland dotiert sein muss, um die Berechtigung für
eine Bluecard zu bekommen. Es gibt mittlerweile auch ein beschleunigtes Fachkräfteverfahren,
dass jedoch mit einigen Kosten verbunden ist. Dabei legt der der potentielle
ausländische Arbeitnehmer das Prozedere weitgehend in die Hände des
potentiellen deutschen Arbeitgebers. „Corona“ hat den gesamten
Einstellungsprozess (schon bei der Einreise) jedoch verlangsamt. „Internationals“
müssen sich aber auch erst mal an die Gepflogenheiten in Deutschland gewöhnen (Gebühren,
ÖPNV, Mülltrennung etc.). Frau Halfter stand uns abermals fachlich einwandfrei
und auf ihre charmante Art für Fragen und Anmerkungen zur Verfügung, wofür wir
uns ausdrücklich bei ihr bedanken möchten. Wir hoffen auf den nächsten
Aufschlag unseres Austausches in einer Präsenzveranstaltung.



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