„Der Dual Fluid Reaktor: Eine revolutionäre Energiequelle aus Deutschland“

Aktuell
wird über die Verlängerung noch aktiver bzw. im letzten Jahr vom Netz
gegangener Kernkraftwerke mit „alter Technologie“ debattiert, u. a. um
Deutschland unabhängiger von russischem Gas zu machen. Eines steht aber auch
fest, nämlich, dass alle fossilen Energieträger endlich sind und etwas für das
globale Klima getan werden muss, will man auf Dauer auch die
Generationengerechtigkeit in der Rohstoff- und Energiefrage herstellen. Hier können Sie die Folien zum Vortrag einsehen.
Es gilt entsprechend zukunftsfähige Energiekonzepte zu
entwickeln und Denkverbote, die aus der Vergangenheit rühren, abzustreifen. Wir
haben uns gefreut, dass die Erfinder dieser fundamental neuen (Kern-)Technologie,
Herr Dr. Armin Huke sowie Herr Dr. Götz Ruprecht, uns den neuen Reaktortyp
erklärt und dessen Vorteile (konstante Energie, hoher Erntefaktor, hohe Effizienz,
geringer Flächenverbrauch, keine Emissionen, keine langlebigen radioaktive
Abfälle, keine Kernschmelze, Verwertung bestehenden Atommülls, modulares Up-
und Downsizing möglich, günstiger Strompreis etc.) sowie Hindernisse
(Ressentiments, Interessen deutscher Politik, Kapital, Genehmigungen usw.) transparent
gemacht haben. Es ging um nichts Geringeres, als um die künftige Energiesicherheit
und den Wohlstand unseres Landes in einer globalen Welt der endlichen
Ressourcen.
Der EROI, sprich der „Energy Returned on Energy Invested“ – der
so genannte „Erntefaktor“ bestimmt das Verhältnis von Output und Input an
Energie eines Kraftwerkes. Dieser sollte, um effektiv zu sein, mindestens größer
als 30 sein (Kohlekraftwerk). Heutige Kernkraft liefert einen Erntefaktor von
100 – daran sieht man bereits die Effizienz der Kerntechnologie. Der Dual Fluid
Reaktor arbeitet in zwei getrennten Kreisläufen – einem flüssigem Kernkreislauf
und einem Kühlmittel-Kreislauf (Blei) – insgesamt also als eine Art
Wärmetauscher. Das Besondere dabei ist die hohe Temperatur von mehr als 1.000
Grad Celsius.
Die Leistungsdichte beim Dual Fluid Reaktor ist wesentlich
höher als die von herkömmlichen Leichtwasserreaktoren; der Erntefaktor beträgt
5.000, je nach Größe, die Stromgestehungskosten sind beim neuesten Dual Fluid
Modell (DF1500) mit 2,1 US-Cent/kWh im Vergleich zu Gas (8 US-Cent/kWh) und
herkömmlicher Kerntechnik (6,5 US-Cent/kWh) wesentlich geringer. Der neue
Reaktor ist zudem in der Lage, emissionsfreien Wasserstoff zu einem Bruchteil
des Preises von Wasserstoff aus Windenergie für die Energiespeicherung zu
produzieren. Mit dem Dual Fluid Prinzip ist man zudem auf der sicheren Seite,
denn eine Kernschmelze ist ausgeschlossen, da der radioaktive Brennstoff ja
bereits in geschmolzener Form vorliegt.
Materialien, die 1.000 Grad Celsius und mehr aushalten, sind
z.B. korrosionsbeständige Stähle. Die Timeline zur serienreifen Umsetzung des
Dual Fluid Reaktors würde maximal von 2023 bis 2038 (Ausstiegsjahr für
Braunkohle) dauern. Die erste Testanlage (Prototyp) könnte aber bereits 2029
stehen. Die Vorteile des Dual Fluid Reaktors liegen auf der Hand: Die
Energiekosten werden gesenkt, das Potential des Brennstoffs wird voll ausgeschöpft,
der Atommüll kann wiederverwertet werden, der Flächenverbrauch wird reduziert, die
Rest-Strahlungsdauer beträgt 300 und nicht 1 Mio. Jahre, Null CO2-Emissionen,
eine Kernschmelze ist, wie gesagt, ausgeschlossen und die neuen Anlagen wären
stufenlos hoch und herunter zu transformieren. In Europa kann man aktuell keine
Aktiengesellschaft mit verschiedenen Stimmrechtsgewichten gründen –
entsprechend ist die Idee, die Gesellschaft „Dual Fluid“ in Canada zu gründen,
entstanden. Wir danken den Referenten für diesen wertvollen Input sowie allen
Teilnehmern für die spannende Fragerunde. Gern auch einmal bei einem
Präsenztreffen in Sachsen.