„Die Mongolei und die Beziehungen zu Deutschland und Sachsen“
In
unserer Landesfachkommission für Internationales haben wir uns diesmal mit
Wirtschaft, Land, Leuten, Kultur, Sitten und Gebräuchen der Mongolei
beschäftigt. Kulturell umrandet durch Frau Chuluunchimeg Khishigdavaa, die
musikalisch auf der als "Morin Khuur" bezeichneten traditionellen
mongolischen Pferdekopfgeige in die Veranstaltung eingeleitet hat, fand unsere
Tagung mit Frau Punsalmaa Tsolmon zum Stück "Friedvolle Mongolei" durch
einen mongolischen Volkstanz ihren Ausklang.

Chuluunchimeg Khishigdavaa (Foto: Wirtschaftsrat)

Dr. Axel Schober, Vorsitzender der LFK Internationales, bei der Begrüßung (Foto: Wirtschaftsrat)
Christian
Rahmig, Vorsitzender des GER e.V. (GER: „Gemeinsam Entwicklung Realisieren“),
welcher sich der Förderung, Entwicklung und Vertiefung kultureller,
wissenschaftlicher sowie wirtschaftlicher Beziehungen zwischen Deutschland und
der Mongolei widmet, und Dr. Hendrik Rohland, Archäologe und Historiker und
seit mehr als 10 Jahren in der Mongolei tätig, haben uns das Land auf sehr
anschauliche Art und Weise näher gebracht.

v.l.n.r.: Christian Rahmig, Vorsitzender des GER e.V.; Dr. Hendrik Rohland, Archäologe und Historiker; Tsevelmaa Batmunkh, Erster Sekretär der Botschaft der Mongolei; Dirk Kohl, LFK Internationales (Foto: Wirtschaftsrat)
Wussten
Sie, dass die Mongolei, deren Entstehung mit den Hunnen im 4. Jahrhundert
begann, territorial knapp viereinhalbmal so groß wie Deutschland ist, aber nur
knapp drei Mio. Einwohner hat, die zur Hälfte in der Hauptstadt Ulaanbaatar (1639
als buddhistisches Klosterzentrum gegründet, 1.350m über dem Meeresspiegel, Ulaan:
rot; Bataar: Held) leben? Hätten Sie gedacht, dass Peking durch Mongolen
errichtet worden ist, dass Deutschland und die Mongolei bereits seit 100 Jahren
zusammenarbeiten, dass es eine gemeinsame Hochschule unter Beteiligung der TU
Bergakademie Freiberg in Ulaanbaatar gibt, dass Deutschland und die Mongolei
„Wertefreunde“ sind, dass die Verfassung der Mongolei auf unserem Grundgesetz
beruht, dass im August dieses Jahres ein sächsisches Verbindungsbüro in der
Mongolei entstehen wird, das Dschingis Khan als Herrscher der Mongolen dort auch
heute noch verehrt wird und er zwischen 1190 und 1206 die Mongolen-Stämme zum
Reich der Mongolen vereinigt hat, dass die Mongolei Russland und China als Nachbarn
hat, dass in der Mongolei neben Steppe, Jurten, Nomaden auch über 5.000m hohe
Berge im Westen des Landes existieren und es dort generell viele Rohstoffe
gibt?
Die
Ruinenstadt Karakorum war das frühere Zentrum und zwischen 1235 und 1260 die
Hauptstadt des Mongolischen Reiches. Die heutige Mongolei existiert als
parlamentarische Republik aber erst seit 1990. Im mongolischen Parlament gibt
es aktuell 27 Parteien und das Abgeordnetenhaus (aus Kostengründen existiert
nur eine Kammer) wird 126 Abgeordnete umfassen. Die Mongolei ist ein sehr
rohstoffreiches Land; der wichtigste
Wirtschaftszweig ist der Bergbau (über 50 Mineralien, wie Kupfer, Eisen, Gold,
Silber, Uran, Molybdän, Wolfram Kohle).

Tsevelmaa Batmunkh, Erster Sekretär der
Botschaft der Mongolei (Foto: Wirtschaftsrat)
Der
Abbau von Lithium und von Seltenen Erden befindet sich aber aktuell noch im
Anfangsstadium. Die Landwirtschaft besteht zu 80% aus Viehwirtschaft (Pferde,
Ziegen, Schafe, Yaks) immer noch nomadischer Prägung; exportfähige Textilien
beschränken sich großteilig auf Kaschmir-Wolle. Im Außenhandel ist die Mongolei
generell stark von seinen Nachbarstaaten China und Russland abhängig. 84% der
einheimischen Kohle werden nach China exportiert – von Russland erhält die
Mongolei jedoch den Großteil seiner fossilen Treibstoffe – hier gibt es ein
Machtgefüge, wonach die Mongolei stark abhängig von Russland ist. Deutschland
hat beim Außenhandel noch viel Luft nach oben, was die Intensivierung der
Handelsbeziehungen zur Mongolei anbelangt. Sogar die Schweiz ist ein weit
größerer Außenhandelspartner als Deutschland es aktuell ist. Ein Punkt, wo
wirtschaftspolitisch angesetzt werden sollte.
Aktuell
leidet die nomadisch geprägte mongolische Viehwirtschaft jedoch unter einem
strengen Winter mit überdurchschnittlich viel Schnee, was es den
Steppenbewohnern schwer macht, deren Viehherden und ihre Familie
durchzubringen. Falls Sie diesen bedrohlichen Zustand abmildern helfen möchten,
nehmen Sie doch bitte einfach Kontakt zum GER e. V. auf, der hierzu ein
Spendenkonto eingerichtet hat (siehe Link unten).

Frau Punsalmaa Tsolmon (Foto: Wirtschaftsrat)
Wir danken allen Beteiligten, die an unserer
Veranstaltung mitgewirkt haben und stellen die Präsentation des GER e. V.
unseren Mitgliedern im internen Bereich zur Verfügung. Gern setzen wir die
Arbeit zur Intensivierung der sächsisch-mongolischen Zusammenarbeit über unsere
Landesfachkommission fort.