„Firmenbesuch bei der Siemens AG in Chemnitz“
Wir hatten die exklusive
Möglichkeit, uns bei einer Firmenbesichtigung über die vielfältigen
Möglichkeiten der Siemens AG in Chemnitz am Standort „Clemens-Winkler-Straße“
ein Bild zu machen. Was wird am Standort Chemnitz produziert? Wie wird die
Lieferfähigkeit gesichert bzw. wie kann die Lieferfähigkeit trotz der aktuellen
Herausforderungen verbessert werden? Das waren die Fragen, die uns Arndt
Flemming, Produktionsleiter des Standortes Siemens Chemnitz, freundlicherweise
alle beatwortet hat. Wir konnten zudem unsere Eindrücke bei einer Werksführung vertiefen.

Arndt
Flemming, Produktionsleiter des Standortes Siemens Chemnitz (Foto: Wirtschaftsrat)
Das Siemens-Werk für
Kombinationstechnik (WKC) entwickelt und fertigt kundenspezifische elektrische
Ausrüstungen für den Maschinen- und Anlagenbau. Kompetenz, Kundenähe,
Innovationskraft sowie eine ausgesprochen enge Zusammenarbeit zwischen
Produktion, Engineering, Entwicklung und Vertrieb machen Siemens Chemnitz zu
einer Lösungsfabrik. Ein großer Standortvorteil ist durch das am Standort
ansässige Maschinen- und Technologiezentrum gegeben, wo die Bandbreite von Additive
Manufacturing bis zu Robotiklösungen reicht.
Die Historie des Werkes
in Chemnitz reicht bis ins Jahr 1889 zurück. Die Zwischenstufe im Jahr 1978 –
der VEB Numerik, kennt in Chemnitz fast jeder. Nach der Wende ist Siemens am
Standort eingestiegen und heute existiert sogar ein Standort in Breslau. Die
ca. 1000 Mitarbeiter in Chemnitz sind eine nicht zu vernachlässigende Größe in
der Industriestruktur. Das Besondere am Chemnitzer Werk ist, dass dort keine
„Massenprodukte“ gefertigt werden, sondern individuelle Lösungen – Hauptprodukt
sind kundenspezifische Schaltschränke, die entsprechende Maschinen
(Produktionsmaschinen bzw. Werkzeugmaschinen) steuern.

(Foto: Wirtschaftsrat)
Kunden für die Produkte
finden sich hauptsächlich in Deutschland (85%) und Europa – vereinzelt wird aber
auch in andere Länder geliefert. Produktionslinien von mehr als 100 Meter Länge
können durch die Elektro-Komponenten des Werkes gesteuert werden. Die Siemens
AG bietet Komplettlösungen (von Beratung über Aufträge, Logistik, Prüflabor bis
zur Inbetriebnahme und Serviceleistungen) an. Für die Herausforderungen der
nächsten Zeit ist das Chemnitzer Werk aber gewappnet – nahezu alle
Azubi-Stellen konnten besetzt werden. Dennoch wird – schon demografisch bedingt
– der Arbeitskräftenachwuchs eine Herausforderung bleiben. Um sich früh
technisch interessierten Nachwuchs zu sichern, gehen mitunter Mitarbeiter von
Siemens in die Schulen und ergänzen den Physikunterricht – einerseits eine
vielversprechende Strategie von Siemens, andererseits aber kein gutes Prädikat
für die Schulbildung. Wir bedanken uns für den interessanten Firmenbesuch und
kommen gern einmal wieder. Herzlichen Dank auch an Herrn Dr. Claus Dittrich,
der unseren Firmenbesuch organisiert hat.