„Inside SIB – Staat und Wirtschaft auf Augenhöhe“

Veranstaltung unserer LFK Bau im Stadtforum Dresden

In wirtschaftlich
herausfordernden Zeiten müssen Staat und Wirtschaft noch enger
zusammenarbeiten, als es ohnehin wünschenswert wäre. Gemeinsam mit dem Leiter
der Niederlassung Bautzen des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und
Baumanagement (SIB), Jaroslaw Golaszewski, und unserer Landesfachkommission Bau
konnten wir über die Chancen sprechen, die öffentliche Projekte als positives
Signal in den Mittelstand senden können. Gleichzeitig durften wir erfahren,
welche Herausforderungen – insbesondere vor dem Hintergrund angespannter
kommunaler Haushalte – dem „Tatendrang“ von Wirtschaft und öffentlicher
Verwaltung entgegenstehen. Gemeinsam mit dem SIB haben wir exklusiv in das neue
Stadtforum Dresden eingeladen.

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(Foto: Wirtschaftsrat)

Wir hatten die Gelegenheit, einen
exklusiven Blick hinter die Kulissen, des im Jahr 2025 neu eröffneten
Stadtforums Dresden zu werfen und konnten einen Einblick in die modernen
Arbeitswelten von rund 1.500 Beschäftigten des Stadtforums (Stadtverwaltung Dresden)
erlangen. Zudem haben wir vom Leiter der SIB-Niederlassung Bautzen aus erster
Hand Informationen darüber erhalten, mit welchen Maßnahmen unsere Region in den
kommenden Monaten und Jahren aktiv gestaltet werden soll. Der Staatsbetrieb
Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) ist der zentrale
Immobiliendienstleister des Freistaates Sachsen und verantwortlich für nahezu
alle landeseigenen Immobilien. Dazu gehören der Landesbau (auch für Dritte),
der Hochschulbau, der Bundesbau, Anmietungen sowie die Bewirtschaftung von
öffentlich erbauten Immobilien im Freistaat Sachsen. Christine Spielvogel,
Referentin für Immobilienstrategie und eine der Planerinnen für das Stadtforum
hat uns in einem fundierten Rundgang durch die Immobilie geführt.

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Frank Bornemann, Vorsitzender der Landesfachkommission Bau im Wirtschaftsrat in Sachsen (Foto: Wirtschaftsrat)

Jaroslaw Golaszewski ist als
Leiter des SIB Bautzen verantwortlich für 142 Beschäftigte. Das gesamte SIB hat
ca. 1300 Beschäftigte und erzielt einen Jahresumsatz von ca. 1 Mrd.€. Die
Niederlassung Bautzen vereint dabei 1/5 des SIB-Umsatzes und mit nur 1/10 aller
SIB - Mitarbeiter auf sich – ist also ein sehr effizienter SIB-Standort. Was
die Verwendung des 500 Mrd.€-starken Sondervermögens des Bundes anbelangt, so
konnte uns Herr Golaszewski versichern, dass diese Mittel zur Verbesserung der
Infrastruktur im Freistaat Sachsen zusätzlich und zielführend eingesetzt
werden. Als eine besondere Herausforderung stellte der SIB-Leiter von Bautzen
das komplexe Beschaffungswesen (unterteilt in Vergabe- und Vertragsordnung für
Bauleistungen - VOB, freiberuflich Tätige - fbT, Lieferungen und
Dienstleistungen – VOL) heraus. Jenseits des Beschaffungswesens gesellen sich
aber noch weitere Problemfelder. Zu nennen sind hier, ein komplexes Vergabe-
und Vertragsrecht im Bau, die Fachkräftegewinnung und deren Bindung, aber auch
die Erwartungshaltung von Steuerzahlern und der Politik hinsichtlich
schlankerer Prozesse, zügiger Entscheidungen, auch bezüglich von Kosten- und
Terminsicherheit, betreffend die Reduktion des Personaleinsatzes, der
Digitalisierung (KI-Einsatz) bei beständiger Rechtssicherheit. Ein
Spannungsfeld mit vielen sich beeinflussenden Faktoren.

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Jaroslaw Golaszewski, Leiter des SIB Bautzen, bei seinem Vortrag (Foto: Wirtschaftsrat)

Christine Spielvogel hat uns
einen umfassenden Einblick in die moderne Arbeitswelt der Stadtverwaltung im
Stadtforum gegeben. Das Gebäude steht unter dem Motto „Kulturwandel der Arbeit“
und entsprechend für den Weg hin zur vernetzten Arbeitswelt im Sinne einer
digitalen Verwaltung, die bereits seit Jahren auch das Ziel des
Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt, Dirk Hilbert, sei. Ziel sei eine
innovative Verwaltung, die mehr Austausch unter den Mitarbeitern, innovative
IT-Lösungen, in eine, kontinuierlichen Verbesserungsprozess inklusive Trennung
von Front- und Backoffice miteinander vereine. Der Ansatz dieser modernen
Stadtverwaltung sei, erst den Raum und dann das Mindset zu ändern. Diese
Umgestaltung traf nicht auf Zuspruch aller Verwaltungsangestellten – bereits
nach Inbetriebnahme des Stadtforums galt es, die Mitarbeiter von den Vorzügen
der modernen Arbeitswelt zu überzeugen. Viele, aber leider nicht alle,
Verwaltungsmitarbeiter konnten bis heute auf diesem Weg mitgenommen werden, was
sich in der Mitarbeiter-Zufriedenheit von 2/3 Zufriedenen zu 1/3 Unzufriedenen
ablesen lässt.

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Christine
Spielvogel, Referentin für Immobilienstrategie und eine der Planerinnen für das
Stadtforum (Foto: Wirtschaftsrat)

Dabei besticht das Gebäude mit
zahlreichen Vorteilen. Hier sind zu nennen: eine tolle Klimatisierung,
Ausgleichsmöglichkeiten von der Arbeit, wie Tischtennis-Platte, Außenterrasse,
einheitliche Arbeitsplätze, die geteilt werden können, eine gemeinsame
Cafeteria, Rückzugsräume für konzentrierte Arbeit, Telefonräume für
individuelle Gespräche, aber auch viel Raum und Platz für gemeinsames Arbeiten
und den abteilungsübergreifenden Austausch. Fakt ist aber auch: Die
Stadtverwaltung muss sparen, was auf die Reduktion der 7.500 städtischen
Angestellten um 1.000 Personen hinausläuft – dies soll ohne Entlassungen, dafür
aber durch den gezielten Einsatz von KI geschehen.

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(Foto: Wirtschaftsrat)

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Viel Raum und Grün im Gebäude: Partnerstädte von Dresden an
einer Pflanzenwand (Foto: Wirtschaftsrat)

Wir danken den beiden Referenten
ausdrücklich für die interessanten Einblicke in das SIB und in eine
Verwaltungsimmobilie der ganz besonderen Art.