International Business Conference 2025

Halbleiterindustrie im Fokus: Deutschland, Taiwan, Japan, Tschechien – Kooperationsveranstaltung des Wirtschaftsrates mit der Hochschule Zittau/Görlitz

Komplett
auf Englisch konnten wir uns mit namhaften Vertretern aus Politik, Wirtschaft
und Hochschule an der Hochschule Zittau/Görlitz am Standort in Zittau zu einer
internationalen Wirtschaftskonferenz rund um das Thema „Ansiedlung der
Halbleiterindustrie im Dresdner Norden mit Auswirkungen auf die ländlichen
Regionen“ in Punkto Zulieferindustrie, Rekrutierung von technischen Absolventen
inkl. Zuschnitt des Studienangebots an den Hochschulen Sachsens auf die
zukünftigen Entwicklungen, treffen.

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Hochschule Zittau/Görlitz von außen (Foto: Wirtschaftsrat)

Gastgeberin
war die Prorektorin Forschung, Prof. Dr. Sophia Keil. Grußworte wurden gehalten
vom online zugeschalteten SMWA-Staatssekretär Thomas Kralinski MdL, dem
Botschafter Taiwans in Deutschland, Prof. Dr. Jhy-Wey Shieh, dem Botschafter
Taiwans in Tschechien, Liang-Ruey KE, vom Staatsminister der Japanischen
Botschaft in Deutschland, Kunihiko Kawazu, vom Landrat des Landkreises Görlitz,
Dr. Stephan Meyer, vom Oberbürgermeister der Stadt Zittau, Thomas Zenker, vom
Rektor der TU Liberec, Prof. Dr. Miroslav Brzezina und vom
Landesgeschäftsführer des Wirtschaftsrates, Dr. Dino Uhle. Dabei ist
hervorzuheben, dass unser Vorsitzender der Landesfachkommission
Internationales, RA Dr. Axel Schober am Nachmittag die Konferenz durch
einen Fachvortrag mit dem Titel „Gestaltung internationaler Verträge im
deutsch-taiwanesischen Umfeld“ angereichert hat.

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Empfang (Foto: Wirtschaftsrat)

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Dr. Dino Uhle, Landesgeschäftsführer, Wirtschaftsrat der CDU e.V. - LV Sachsen (Foto: Hochschule Zittau/Görlitz)

Neben
einem sehr interessanten Vortrag vom Infineon-Senior Manager, Dr. Germar
Schneider, zur Rolle der Halbleiterindustrie in der Lausitz, Europa und Taiwan
unter Einbezug der Möglichkeiten für das regionale Ökosystem richtete sich die
Aufmerksamkeit der Konferenz auf den Key-Note-Speaker der Veranstaltung, Dr.
Christian Koitzsch, den Präsidenten von ESMC („European Semiconductor
Manufacturing Company“), einem Joint Venture von TSMC, Bosch, Infineon und NXP
in Dresden. Dr. Koitzsch ging auf das 10 Mrd.€ schwere „Leuchtturmprojekt“ von
TSMC ein, welches von deutscher Seite mit 5 Mrd. € gefördert wird und damit eine
einzigartige Stellung im bisherigen Investitionsvolumen des Freistaates Sachsen
einnimmt.

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Dr. Christian Koitzsch, Präsident, ESMC („European Semiconductor Manufacturing Company“) (Foto: Wirtschaftsrat)

Die
Idee für das Joint Venture ESMC wurde bereits im Jahr 2023 geboren, indem
Anwendungen und Produktion in der Halbleiterbranche klug verbunden werden sollten.
Bisherige Erfahrungen der bereits im Halbleiter-Cluster von Dresden agierenden
Unternehmen sollten mit neuer Technologie von TSMC kombiniert werden. Generell
ist die Halbleiter-Industrie ein weltweiter Wachstumsmarkt -
Halbleiter-Technologie bzw. Computerchips finden sich heute in nahezu jedem technischen
Produkt und durch die weitere Vernetzung und Ausweitung der Anwendungen wird
sich dieser Trend weiter verstetigen. Durch das ESMC-Projekt werde
perspektivisch mit ca. 2.000 unmittelbaren High-Tech-Jobs gerechnet, so Dr.
Christian Koitzsch. Eine entsprechende Multiplikatorwirkung auf weitere, davon
abgeleitete Arbeitsplätze werde die Folge sein. Interessant ist aber auch, dass
TSMC bereits in Taiwan, China, den USA und Japan mit Halbleiter-Fabriken
vertreten ist. Das Werk in Dresden soll 2027 die Produktion aufnehmen und ist
die „Fabrik 24“, d.h. bereits das 24. Halbleiter-Werk des
Halbleiter-Produzenten. Diese neue Fabrik soll zudem Maßstäbe bei den
Umweltstandards setzen, sich nahezu autonom mittels erneuerbarer Energie
versorgen, den Wasserverbrauch im Vergleich zum Branchen-Schnitt drastisch
reduzieren und versuchen, so viel wie möglich Grundstoffe zur Produktion aus
Europa zu beziehen.

Für
derartige Großansiedlungen sind die folgenden Rahmenbedingungen elementar:
Energiebereitstellung, Industriewasserbereitstellung,
Schmutzwasser-Aufbereitung, Zugangsstraßen, Straßenbahn-Anbindung,
Internationale Schulbildung, Welcome-Center, Sächsisch-Taiwanesische
Gesellschaft e.V. (STAGE) etc.

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Prof. Dr. Jhy-Wey Shieh, Botschafter Taiwans in Deutschland (Foto: Wirtschaftsrat)

Vielleicht
kann ja aus dem Interesse und der Teilnahme der japanischen Vertreter an unserer
Veranstaltung auch ein weiteres Investment aus Japan im Mikroelektronik-Cluster
Dresdens erfolgen? Dies wäre wünschenswert. Wie wir wissen, hat TSMC schon eine
japanische Tochterfirma, die JASM (Japan Advanced Semiconductor Manufacturing)
gegründet und in Japan gibt es ebenfalls renommierte Halbleiterproduzenten, wie
Mitsubishi Electric, Fuji Electric und Toshiba, für die ein vorhandenes
Mikroelektronik-Cluster in Europa sicher keine uninteressante unternehmerische
Perspektive darstellt, vorausgesetzt die Rahmenbedingungen, wie Energiekosten,
Steuerlast und Bürokratie bekommen in Deutschland wieder ein wettbewerbsfähiges
Niveau.

Eins
ist aber ebenfalls sehr wichtig und da kann es auch gemäß des taiwanesischen
Botschafters Prof. Shieh noch keine Entwarnung geben: Die Bedrohungslage von
Taiwan durch China ist immer noch präsent – hier sollten weitere internationale
Anstrengungen hinsichtlich der dauerhaften chinesischen Anerkennung des
demokratisch regierten Taiwans als eigenes Staatsgebiet jenseits des
„Chinesischen Traums“ unternommen werden.

Wir bedanken uns recht herzlich für
die tolle Organisation unserer gemeinsamen internationalen Konferenz durch die Hochschule
Zittau/Görlitz, insbesondere beim Team um Inna Hauf und wünschen dem Landrat
Dr. Meyer, dass sich die durch die Halbleiter-Großansiedlung um ESMC erhofften
wirtschaftlichen Impulse auch in den Landkreis Görlitz hineintragen werden.

Den Link zur Video-Dokumentation unserer International Business Conference 2025 -
Semiconductor Industry in Focus: Taiwan, Japan, the Czech Republic and Germany
finden Sie unter dem Bericht.