„Transformation 2045“ bei eins energie in Sachsen
Wir haben uns sehr gefreut, dass
wir auf Initiative unseres Mitglieds, Detlef Wuttke, dem Impulsvortrag
„Transformation 2045 – Wie stellt sich die eins energie in sachsen GmbH & Co. KG den
Herausforderungen der Energiewende?“ von Dr. Reik Liebmann, in der eins energie
lauschen durften. Unter Beisein und Impulsen des Vorstandsvorsitzenden, Roland
Warner, haben wir spannende Einblicke in die strategische Ausrichtung und die
Herausforderungen der Energiewende aus Sicht eines führenden regionalen
Energieversorgers in Erfahrung bringen dürfen. Eine rege Diskussion rundete die
Veranstaltung ab. Wir danken der eins energie für diese Gelegenheit. Von Roland
Warner durften wir erfahren, dass die eins energie ein transparentes kommunales
Unternehmen mit 1.400 Mitarbeitern und aktuell 40 Azubis sei. An der eins
energie seien insgesamt 117 Kommunen beteiligt und die Geschäftsbereiche
untergliederten sich in Strom, Fernwärme, Wasser sowie Abwasser.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus
dem fachlich klar und faktenbasiert gehaltenen Vortrag von Dr. Liebmann waren,
dass die eins energie um den Erhalt des vorhandenen Gasnetzes kämpfe, dass
mitunter „Klimaangst“ geschürt werde, um die sog. „Energiewende“, die weltweit
keine Nachahmer findet (Anm. des Verf.), in Deutschland umzusetzen. 2045 soll
Deutschland zu 100% treibhausgasneutral werden, was mit zunehmender Annäherung
an diesen Pfad immer schwerer zu erreichen (abnehmender Grenznutzen) ist und
wobei auch 80% als realistische „Neutralitätsvorgabe“ ausreichen würden,
bedenkt man z.B. dass China allein in einem Jahr so viel CO2 emittiere, wie
Deutschland bis 2045 insgesamt einsparen möchte. Dies und die Tatsache, dass
Deutschlands Anteil am weltweiten CO2-Ausstoß nur ca. 1,5% beträgt, führt das
Absurde der Energiewende eindeutig vor Augen.

(Foto: Wirtschaftsrat)
Im Zieldreieck der
Energiepolitik, welches aus Versorgungssicherheit, Umweltverträglichkeit und
Preisgünstigkeit bestehe, gäbe es einiges an Zielkonflikten. So existiere
aktuell eine negative Korrelation zwischen Umweltschutz (Ausbau Erneuerbare)
und Versorgungssicherheit (Deutschland als Netto-Importeur von Energie). Zwischen
1990 und 2020 konnten in Deutschland, trotz gleicher Energienachfrage, die
CO2-Emmissionen drastisch gesenkt werden. Ebenfalls interessant ist die Tatsache, dass
China in einem Jahr die Kapazität an Kohlekraftwerken zubaue, die aktuell in
Deutschland an Kohleleistung installiert sei. Mit diesem Sachverhalt lässt sich
der Ausstieg Deutschlands aus der Kohleverstromung ebenfalls kritisch
hinterfragen, genauso, wie die Tatsache, dass gemäß Bundeswirtschaftsministerin
Katherina Reiche, der Zubau von Gaskraftwerken als Back-up notwendig sei, wobei
aktuell die Gasnetze zurück gebaut werden. Diese Kontradiktion ist nicht nur
für den Wirtschaftsrat unverständlich – denn bei einem (lang dauernden Zubau)
von Gaskraftwerken werden auch mehr Leitungen benötigt, die aktuell zurück
gebaut werden. Dies kann durchaus als „widersinnig“ (Anm. d. Verf.) bezeichnet
werden.
Deutschland habe über alle
Sektoren aktuell einen Anteil an erneuerbaren Energien von 22 %, gemessen am
Bruttoenergieverbrauch – andere Angaben sind Augenwischerei, stellte Dr.
Liebmann heraus. KI-basierte Prognosen für die Preise der Zukunft weisen für
das Jahr 2045 im mittleren Szenario folgende Haushaltskunden-Preise, gemessen
in Cent/kWh, aus: Strom: 44, Wasserstoff: 18, Erdgas: 18, Fernwärme: 19. Daran
sieht man, dass für Privatkunden auch langfristig keine Entspannung bei den
Strompreisen zu erwarten ist und dies trotz permanentem Zubau von staatlich geförderten
Erneuerbaren Energien. Der energieintensivste Sektor in Deutschland ist die
Wärmeversorgung (53%), gefolgt vom Verkehrssektor (24%) und Stromsektor (23%).
Entsprechend wurde durch den ehemaligen Wirtschaftsminister Habeck Wert auf
Einsparungen im Wärmesektor (kaum durchschaubares und per aktuellem
Koalitionsvertrag abzuschaffende Heizungsgesetz - GEG) gelegt. Die damit
verbundenen Unsicherheiten sind auch heute noch spürbar und prägen die politischen
Debatten. Der regionale Energieversorger eins wird künftig in Fernwärme
(Wärmeplanungsgesetz), ins Stromnetz, in Nahwärme und Erneuerbare Energien
investieren – aufgrund der aktuell unklaren Energiestrategie der
Bundesregierung werde zunächst weniger in das Gasnetz investiert.
Bei der Stromerzeugung sind nach
EEG die folgenden Anteile von Erneuerbaren Energien, gestaffelt nach Jahren,
vorgesehen: 2030 (30%), 2040 (80%) und 2045 (100%). Aktuell mangelt es jedoch
an Speichermöglichkeiten und eine Wasserstoffwirtschaft hätte einen
Energie-Umwandlungsverlust von ca. 70%. Die Überlegung, in Zeiten hoher
Ausbeute von Wind und Sonne, den überschüssigen Strom zur Erzeugung von und
Speicherung in Wasserstoff zu verwenden, anstatt diesen für Negativpreise ins
Ausland (mit regelbarer Energieleistung) zu senden, hat allerdings Charme und
stellt zumindest einen Weg in die richtige Richtung dar. Die eins energie wird
zur Wärmeversorgung eine Müllverbrennungsanlage errichten, was heute aufgrund
von „High-end-Filtern“ kaum noch zu Schadstoffausstoß führe. Wir konnten nach
einer regen Diskussion mit der Kernbotschaft schließen, dass Klimaschutz zwar
wichtig sei, dieser aber immer in Relation zum Preis und zur
Versorgungssicherheit in einem angemessenen Verhältnis stehen muss. Wir danken den
Herren Roland Warner, Dr. Liebmann und allen Mitarbeitern der eins energie für
deren Gastfreundschaft sowie für unser einstimmiges Plädoyer im Sinne der
technologischen Offenheit in der Energiepolitik.