Unternehmen im Fadenkreuz von Cyberangriffen

Mit Cyber-Security-Experten Niclas Matz aus San Francisco und Eberhard Lutz Richter, Head of Information Systems der Mühlbauer ID Services GmbH aus Dresden

Cybersicherheit ist
längst kein Nischenthema mehr – sie gehört heute zum Alltag von Unternehmen
jeder Größe. Umso mehr hat es uns gefreut, gemeinsam mit dem RKW am 21. April
Niclas Matz bei uns begrüßen zu dürfen. Trotz seines jungen Alters bringt er
bereits beeindruckende Erfahrung aus mehreren Unternehmensgründungen mit, von
denen einige international aktiv sind. Damit war er genau der richtige
Ansprechpartner, um unter dem Titel „Unternehmen im Fadenkreuz von
Cyberangriffen“ einen Einblick in aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen
der Cybersicherheit zu geben.

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v.l.n.r.: Dr. Dino Uhle, Landesgeschäftsführer des Wirtschaftsrates in Sachsen; Eberhard Lutz Richter, Head of Information Systems der Mühlbauer ID Services GmbH; Niclas Matz, Cyber-Security-Experte; Dirk Vogel, Geschäftsführer der RKW Sachsen GmbH (Foto: Wirtschaftsrat)

Zum Auftakt machte
der Landesgeschäftsführer des Wirtschaftsrates Sachsen, Dr. Dino Uhle,
deutlich, wie sehr sich die Bedeutung des Themas verändert hat. Cybersicherheit
sei heute keine reine IT-Frage mehr, sondern entscheidend für den
wirtschaftlichen Erfolg und die Stabilität von Unternehmen. Gerade kleine und
mittlere Betriebe geraten immer stärker ins Visier von Angriffen, die häufig
längst nicht mehr nur kriminell motiviert sind, sondern auch im Zusammenhang
mit geopolitischen Spannungen stehen und mitunter sogar „politiknah“
stattfinden.

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Dr. Dino Uhle, Landesgeschäftsführer des Wirtschaftsrates in Sachsen (Foto: Wirtschaftsrat)

Besonders
eindrücklich war der Hinweis, dass Cyberangriffe nicht „irgendwann“ passieren,
sondern jederzeit – oft genau dann, wenn man sie am wenigsten erwartet.
Unternehmen sind daher gut beraten, sich nicht in falscher Sicherheit zu
wiegen, sondern aktiv vorzusorgen. Neben technischen Maßnahmen spielen dabei
auch gesetzliche Anforderungen wie die NIS2-Richtlinie, das
IT-Sicherheitsgesetz 2.0, die DSGVO oder die KRITIS-Verordnung eine große
Rolle. Die klare Botschaft: „Cybersicherheit ist Chefsache!“

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Dirk Vogel, Geschäftsführer, der RKW Sachsen GmbH (Foto: Wirtschaftsrat)

Dirk Vogel,
Geschäftsführer, der RKW Sachsen GmbH, stellte den Unternehmern dabei gezielt
Schulungen der RKW vor, die helfen, die unternehmerische Resilienz gegenüber
von Cyber-Attacken zu stärken. Eberhard Lutz Richter machte in seinem
Impulsreferat deutlich, dass Security heute ein echtes „Verkaufsargument“, ein
wichtiges Element zur Kundenbindung und bereits ein Wettbewerbsfaktor sei.
Cyberangriffe könnten die Produktion komplett lahmlegen und somit einen enormen
betriebswirtschaftlichen Schaden anrichten.

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Eberhard Lutz Richter, Head of Information Systems der Mühlbauer ID Services GmbH (Foto: Wirtschaftsrat)

Im anschließenden
Haupt-Vortrag knüpfte Niclas Matz genau daran an und brachte das Thema sehr
anschaulich auf den Punkt. Mit Beispielen aus der Praxis zeigte er, wie konkret
die Bedrohung inzwischen ist – von Datenlecks über Produktionsausfälle bis hin
zu spürbaren Imageschäden. Besonders deutlich wurde dabei, dass die zunehmende
Digitalisierung und Vernetzung zwar viele Chancen biete, gleichzeitig aber auch
neue Angriffsflächen schaffe. Viele KMU könnten sich aufgrund Ihrer Kapital-
und Personaldecke keine „Inhouse-Cyberabwehr“ leisten – entsprechend verwies er
auf das Angebotsportfolio seiner Unternehmen „Decanos GmbH“ und „Alaris
Security Inc“, die hier entsprechende anpassbare Tools zur Abwehr von
Cyberattacken bei automatisierter Meldung des Vorfalls an das BSI (Bundesamt
für Sicherheit in der Informationstechnik), insbesondere für den Mittelstand, bereithalten.

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Niclas Matz (Foto: Wirtschaftsrat)

Ein wichtiger Punkt
war die Geschwindigkeit, mit der sich Cyberangriffe heute entwickeln. Durch den
Einsatz von Künstlicher Intelligenz werden sie immer schneller und teilweise
sogar automatisiert durchgeführt. Gleichzeitig kommen viele Unternehmen mit ihren
bisherigen Sicherheitsstrukturen an ihre Grenzen. Hier plädierte Matz für ein
Umdenken: „weg von einzelnen Insellösungen - hin zu einem ganzheitlichen Ansatz,
bei dem Technik, Prozesse und Organisation zusammenspielen.“ Auch die Chancen
moderner Technologien wurden deutlich. KI-gestützte Systeme können helfen,
große Datenmengen zu analysieren, Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und
schneller zu reagieren. Das Ziel ist klar: Unternehmen sollen nicht nur besser
geschützt sein, sondern insgesamt handlungsfähiger werden. Hier geht es heute
also um einen KI-basierten Wettbewerb zwischen Angreifer (Hacker) und
Verteidiger (Unternehmer).

Am Ende blieb vor
allem eines hängen: Cybersicherheit betrifft heute das gesamte Unternehmen und
sollte fest auf Führungsebene verankert sein. Die Veranstaltung hat viele
Denkanstöße geliefert und gezeigt wie wichtig es ist, sich frühzeitig und
aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Gleichzeitig bot sie eine gute
Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung – ein Aspekt, der bei solchen
Themen oft genauso wertvoll ist wie der fachliche Input.