"Was unsere Region morgen stark macht!"

Ein Unternehmerabend zu Wirtschaft, Arbeitskräften und Standortentwicklung im Landkreis Bautzen

Wie bleibt der Landkreis Bautzen wirtschaftlich stark, gewinnt qualifizierte Arbeitskräfte und erschließt neue Chancen für seine Unternehmen? Unter dem Titel „Was unsere Region morgen stark macht!“ brachte der Unternehmerabend der Sektion Bautzen des Wirtschaftsrates Unternehmer, Politik und Fachleute zu einem ebenso informativen wie lebendigen Austausch zusammen. Die Veranstaltung fand im Anschluss an die Mitgliederversammlung der Sektion Bautzen statt und setzte damit ein starkes Zeichen für Vernetzung, gemeinsamen Gestaltungswillen und die Zukunftsfähigkeit des regionalen Mittelstands.

Michael Theiß, Sprecher der Sektion Bautzen, während seiner Begrüßung und Eröffnung (Foto: Wirtschaftsrat)

Nach der Begrüßung durch Michael Theiß, Sprecher der Sektion Bautzen, und Dr. Dino Uhle, Landesgeschäftsführer des Wirtschaftsrates Sachsen, standen drei Themen im Mittelpunkt, die für die wirtschaftliche Entwicklung der Region von besonderer Bedeutung sind: Erfolgreiche Investitionen und Ansiedlungen, eine zukunftsorientierte Unternehmenskultur sowie unternehmerische Möglichkeiten in der Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft.

Dr. Dino Uhle, Landesgeschäftsführer des Wirtschaftsrates in Sachsen, während seiner Begrüßung (Foto: Wirtschaftsrat)

Drei Impulse mit konkretem Blick auf die Region

Den Auftakt machte Udo Witschas, Landrat des Landkreises Bautzen, mit seinem Vortrag „Investieren, ansiedeln, erweitern – Erfolgsbeispiele aus dem Landkreis Bautzen“. Seine Präsentation zeichnete das Bild eines Landkreises mit zahlreichen Investitions- und Entwicklungsvorhaben, die Wertschöpfung, Beschäftigung und technologische Kompetenz stärken können. Die Beispiele reichten von Industrie und Energie über Forschung und Mobilität bis hin zu Tourismus und Infrastruktur.

Udo Witschas, Landrat des Landkreises Bautzen, während seines Vortrags (Foto: Wirtschaftsrat)

Zu den in den Folien hervorgehobenen Vorhaben gehörten unter anderem Investitionen bei TDDK, der Ausbau der Wärmepumpenaktivitäten von IDM, die Bundeswehr in Bernsdorf, das Deutsche Zentrum für Astrophysik mit dem Low Seismic Lab sowie das Deutsche Forschungszentrum Bau und ein Start-up-Inkubator in Bautzen. Genannt wurden außerdem das Smart Mobility Lab in Schwarzkollm, das Qualifizierungszentrum der DB Bahnbau-Gruppe in Knappenrode, der Industriepark Schwarze Pumpe und Erweiterungen bestehender Unternehmen – etwa bei Trumpf, KMLT, Käppler & Pausch, Miunske und Härtwig Maschinenbau. Auch Birkenstock in Wittichenau, die Landesuntersuchungsanstalt in Bischofswerda, Vorhaben im Bereich Radiopharmazie in Radeberg sowie ein Logistikzentrum von Alstom fanden Erwähnung.

Die in der Präsentation aufgeführten Größenordnungen verdeutlichten die wirtschaftliche Tragweite einzelner Projekte: Für den Industriepark Schwarze Pumpe wurden beispielsweise 3,2 Milliarden Euro und rund 3.000 Arbeitsplätze genannt; für die Bundeswehr in Bernsdorf mehr als 300 Millionen Euro und rund 800 Arbeitsplätze. Beim DZA-Projekt wurden 1,1 Milliarden Euro und 1.000 Arbeitsplätze – unter Einbeziehung des Standorts Görlitz – ausgewiesen. 

Besonders prägnant war Witschas’ Beschreibung der Rolle des Landkreises: Er sei nicht nur Genehmigungsbehörde, sondern auch Türöffner und Interessenvertreter. Bei Fragen des Baurechts, des Umwelt-, Natur- und Wasserrechts sowie bei strategischen Vorhaben – darunter Defence, Forschungsinfrastruktur, der Hafen am Partwitzer See, der Bundeswehrstandort Bernsdorf und touristische Projekte wie Center Parcs Lausitz – wolle der Landkreis Entwicklung ermöglichen und Investitionen begleiten.

Tobias Sprenger, Geschäftsführer der EXPERTS & TALENTS Dresden GmbH (Foto: Wirtschaftsrat)

Anschließend beleuchtete Tobias Sprenger, Geschäftsführer der EXPERTS & TALENTS Dresden GmbH, gemeinsam mit seinem Bereichsleiter für Employer Branding & Personalmarketing, Daniel Matthes, unter der Leitfrage „Unternehmenskultur: Wachstumsfaktor oder Bremsklotz?“ die Bedeutung der Zusammenarbeit im Unternehmen. Im Mittelpunkt des Themenfeldes stand die Frage, wie Mitarbeitende auf Veränderungs- und Wachstumskursen mitgenommen und neue Beschäftigte gewonnen werden können. Damit wurde deutlich: Zukunftsfähigkeit entsteht nicht allein durch Kapital und Märkte, sondern ebenso durch Führung, Kommunikation und eine Kultur, in der Menschen Verantwortung übernehmen können.

Daniel Matthes, Bereichsleiter für Employer Branding & Personalmarketing der EXPERTS & TALENTS Dresden GmbH (Foto: Wirtschaftsrat)

Heinrich Niermann, Senior Advisor der WIMCOM GmbH, widmete sich den „Unternehmerischen Möglichkeiten in der Rüstungsbranche“. Angesichts steigender Investitionen in Verteidigung und Sicherheit stellt sich für mittelständische Unternehmen die Frage, welche Zuliefer-, Technologie- und Kooperationsmöglichkeiten entstehen und welche Voraussetzungen für einen erfolgreichen Markteintritt zu beachten sind. Der Impuls eröffnete einen Blick auf ein anspruchsvolles Marktsegment, in dem Qualität, Verlässlichkeit und die Fähigkeit zur Zusammenarbeit eine wichtige Rolle spielen.

Heinrich Niermann, Senior Advisor der WIMCOM GmbH (Foto: Wirtschaftsrat)

Vier Thementische: Austausch auf Augenhöhe

Das besondere Herzstück des Abends war erneut das gelungene und beliebte Format mit vier Thementischen. Statt bei kurzen Vorträgen stehenzubleiben, konnten die Gäste in mehreren Gesprächsrunden gezielt nachfragen, Erfahrungen teilen und ihre eigenen Anliegen einbringen. Durch den Wechsel zwischen den Tischen entstand ein intensiver Dialog mit unterschiedlichen Perspektiven – nah an der unternehmerischen Praxis und mit direktem Bezug zur Region.

Landrat Udo Witschas im Gespräch mit Teilnehmern (Foto: Wirtschaftsrat)
Tobias Sprenger und Daniel Matthes im Gespräch mit Teilnehmern (Foto: Wirtschaftsrat)
Heinrich Niermann (links) im Gespräch mit Teilnehmern (Foto: Wirtschaftsrat)

Am Tisch von Landrat Udo Witschas ging es um Unterstützung bei Unternehmensansiedlungen und um die Begleitung von Erweiterungsvorhaben. Tobias Sprenger diskutierte mit den Teilnehmern, wie Unternehmenskultur gestaltet, Mitarbeitende eingebunden und neue Fachkräfte gewonnen werden können. Heinrich Niermann erörterte die Frage, ob die Rüstungsbranche für mittelständische Betriebe ein neues Standbein werden kann. Der vierte Tisch widmete sich dem Wirtschaftsrat selbst: Michael Theiß, Peer Tomschke und Landesgeschäftsführer Dr. Dino Uhle stellten Aufgaben und Möglichkeiten des Verbandes vor und standen für den Austausch zur Verfügung.

WR-Landesgeschäftsführer Dr. Dino Uhle im Gespräch mit Teilnehmern (Foto: Wirtschaftsrat)

Die anschließenden Zusammenfassungen der Gesprächsrunden machten sichtbar, wie breit die Fragen der Teilnehmer aufgestellt waren und wie wertvoll der direkte Austausch mit fachkundigen Ansprechpartnern ist. Das Speed-Dating-Format sorgte für Dynamik, ermöglichte unterschiedliche Gesprächskonstellationen und verband fachliche Impulse mit persönlicher Vernetzung. Gerade diese Mischung macht den Unternehmerabend zu einem Format, das informiert, Kontakte stärkt und konkrete Anknüpfungspunkte für weitere Gespräche schafft.

Dank an die Organisatoren und das Schützenhaus-Team

Ein ausdrücklicher Dank gilt unserem Sektionssprecher Michael Theiß und Peer Tomschke, unserem stellvertretenden Sprecher, die den Unternehmerabend mit großem Engagement vorbereitet und organisiert haben. Ihr Einsatz hat wesentlich dazu beigetragen, dass aus einem anspruchsvollen Themenprogramm eine rundum gelungene Veranstaltung mit offenem Austausch und spürbarer Nähe zur regionalen Wirtschaft wurde. 

Tobias Sprenger (links) und Daniel Matthes freuen sich über den Zuspruch der Veranstaltung (Foto: Wirtschaftsrat)

Ebenso gebührt dem gesamten Team des Schützenhauses Pulsnitz ein großes Lob: Die Organisation vor Ort und die hervorragende Beköstigung schufen einen gastfreundlichen Rahmen, in dem sich die Teilnehmer wohlfühlen und auch nach dem offiziellen Programm miteinander ins Gespräch kommen konnten.

v.l.n.r.: Michael Theiß, Landrat Udo Witschas, Tobias Sprenger, Daniel Matthes, Dr. Dino Uhle, Heinrich Niermann, Peer Tomschke (Foto: Wirtschaftsrat)

Beim anschließenden Imbiss und Netzwerken klang der Abend in vielen persönlichen Gesprächen aus. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie viel Potenzial in der Region steckt – und dass es für dessen Entfaltung neben guten Ideen und Investitionen vor allem engagierte Unternehmen, verlässliche Ansprechpartner und starke Netzwerke braucht. Der Wirtschaftsrat Sachsen und die Sektion Bautzen leisten mit solchen Formaten einen wichtigen Beitrag dazu, diese Kräfte zusammenzubringen.