"Wie weiter in der Pflege?"

Eine Veranstaltung unserer Landesfachkommission Gesundheit

Die Pflegeversicherung steht
unter Druck. Das war Anlass, uns im Altenpflegeheim Aue „Zeller Berg“ zu
treffen und zu besprechen, vor welchen Herausforderungen die Pflegeversicherung
in der nächsten Wahlperiode steht und welche Reformen die Pflege dringend
benötigt. Ein Eingangsstatement hat Alexander Krauß, Leiter der
Landesvertretung Sachsen der Techniker Krankenkasse (Deutschlands größte
Krankenkasse) gehalten. Von 2017 bis 2021 gehörte er dem Deutschen Bundestag
für die CDU an. Er hatte maßgeblich Anteil am damaligen
Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG), wodurch die Eigenanteile
bei längerem Aufenthalt reduziert werden. Weitere Impulse für die Diskussion
haben Marcus Beier, Vorstand des AWO-Kreisverbandes Lausitz, und Robert
Dünnbier, Vorstand des Unternehmensverbundes Diakonie St. Martin gegeben.

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v.l.n.r.: Robert
Dünnbier, Vorstand des Unternehmensverbundes Diakonie St. Martin; Marcus
Beier, Vorstand des AWO-Kreisverbandes Lausitz; Alexander
Krauß, Leiter der Landesvertretung Sachsen der Techniker Krankenkasse; Matthias Jochmann, Vorsitzender der Landesfach-kommission Gesundheit im Wirtschaftsrat Sachsen (Foto: Wirtschaftsrat)

Alexander Krauß verwies in seinem
Eingangsstatement auf zwei Herausforderungen für die Pflegeversicherung: die
Finanzierung und die Gewinnung von Personal. Der Beitragssatz sei zu Beginn des
Jahres um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Die Ampel-Parteien hätten nichts unternommen,
um weitere Beitragssatzsteigerungen zu verhindern. Die Zahl der
Pflegebedürftigen sei in den vergangenen Jahren schneller gestiegen als die
Zahl des Pflegepersonals. Die Gewinnung von Personal, insbesondere im Ausland,
bleibe zudem eine große Herausforderung.

Marcus Beier stellte das Modell
eines neuen Altenheimes vor. Es verbindet das klassische Pflegeheim mit
Wohnungen für Senioren. Robert Dünnbier erläuterte seine Bestrebungen,
Fachkräfte im Ausland (speziell in Vietnam) zu gewinnen. Sinnvoll sei, dass die
Träger ihre Fachkräfte selbst in Vietnam auswählten. Kämen die Pflegekräfte aus
dem ländlichen Raum Vietnams, sei die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich im
ländlichen Raum Sachsens wohlfühlten, höher als wenn sie aus einer Großstadt
kämen.

In der anschließenden Diskussion wurde vor allem über
die Gewinnung von Fachkräften diskutiert. Bei der Fachkräftegewinnung im
Ausland sollte sich auch der Freistaat für den Bereich der Pflege engagieren.