8. Norddeutscher Wirtschaftstag 2022 in Rostock-Warnemünde

Die Unternehmen werden von der Politik zu wenig beachtet.

Rostock-Warnemünde Gleich
zur Eröffnung des Norddeutschen Wirtschaftstages durch den Landesvorsitzenden
des gastgebenden Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern <b style="mso-bidi-font-weight:
normal">Andreas Mau wurde deutlich: die Unternehmen werden während der
momentanen Energiepreiskrise zu wenig beachtet: „Alle Bereiche wurden
entlastet, der Mittelstand wurde mal wieder übersehen. Dabei steht er doch für
unseren Wohlstand, für die Wertschöpfung und für die vielen, gut bezahlten
Arbeitsplätze in Deutschland!“ Um diese zu erhalten, ist ein dringendes
Umdenken notwendig. Dies wurde auch bei der Pressekonferenz deutlich, die vor
der offiziellen Eröffnung des Norddeutschen Wirtschaftstages stattfand. Die
Fehler in der Politik seien aber nicht etwa erst jetzt gemacht worden, sondern
schon in den letzten Jahren." Man könnte den Regierungen schon teilweise
Untätigkeit vorwerfen, wenn ich zum Beispiel die Digital- oder Verkehrsinfra-struktur,
die Reform der Sozialsysteme wegen des demografischen Wandels oder die
Gesundheitsversorgung sehe“, so Thies J. Goldberg, Vorsitzender des
Landesverbandes Hamburg.

2022_09_13_Steiger_Mau_Amthor<b style="mso-bidi-font-weight:
normal">

<b style="mso-bidi-font-weight:
normal">Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates, schlug in
die gleiche Kerbe wie beide Landesvorsitzende in seiner Rede: „Ähnlich wie die
fehlende Versorgungssicherheit in der Energiepolitik ist auch die Inflation die
Folge einer bewussten Politik und von erheblichen politischen Fehlern.“ Philipp Amthor MdB forderte die
Bundesregierung auf, die richtigen Anreize zu setzen, anstatt auf ein sozial ungerechtes
Energiegeld zu setzen: „Es ist nicht zu erklären, warum beispielsweise
Bundestagsabgeordnete 300 Euro Energiepauschale brauchen. Es wäre mir lieber,
wenn man stattdessen den Rentnerinnen und Rentnern 1000 Euro geben würde“, so
der Politiker aus dem Nordosten. Dr.
Heiko Geue
, Finanzminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, warnte vor
einem Wohlstandsverlust: „Wir haben dieses Jahr fast zehn Prozent Inflation und
für das kommende Jahr sehen die Prognosen nicht besser aus. Das wird
unweigerlich mit einem Wohlstandsverlust einhergehen, der jede Bürgerin und
jeden Bürger betreffen wird.“ Caroline
Bosbach
, Vorsitzende des Jungen Wirtschaftsrates des Wirtschaftsrates der
CDU e.V., macht sich vor allem Sorgen um ihre Generation: „Leider wird vieles
auf unserem Rücken ausgetragen und meine Generation und die nachfolgenden
werden das zu spüren bekommen.“

Im Anschluss an die
Eröffnungsrede fanden mehrere Panels statt, die sich mit branchenspezifischen
Themen auseinandersetzten. Unter dem Motto des Norddeutschen Wirtschaftstages „Mit Vernunft und Augenmaß – die Gestaltung
der wirtschaftspolitischen Agenda Norddeutschland
“ setzte der
Wirtschaftsrat sechs thematische Schwerpunkte: Digitale Wirtschaft,
Energiewirtschaft, Gesundheitswirtschaft, Maritime Wirtschaft,
Tourismuswirtschaft sowie Verkehrsinfrastruktur.

2022_09_13_Podium_Digitale_Wirtschaft

Auf dem Podium „Digitale Wirtschaft“ diskutierten unter
der Moderation von Dr. Martin Setzkorn,
Geschäftsführer Digitales Innovationszentrum, Uni Rostock: <b style="mso-bidi-font-weight:
normal">Michael Meis, Prokurist von der Bürgschaftsbank
Mecklenburg-Vorpommern; Rolf Hoffmann,
Geschäftsführer der Kabel + Satellit Bergen Kommunikationstechnik GmbH und
Vorsitzender der Landesfachkommission Digitalisierung des Wirtschaftsrates MV; Dr. Richard Bredow, Geschäftsführer,
Aible GmbH; Raijana Schiemann,
Geschäftsführerin, INOVA Protein GmbH, sowie <b style="mso-bidi-font-weight:
normal">Thomas Jarzombek MdB von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Der
wichtigste Punkt des Panels „Digitale Wirtschaft“ ist für den Wirtschaftsrat
die Sichtbarkeit von Start-ups in Norddeutschland. Der Wirtschaftsrat möchte
die Szene mit dem Panel unterstützen und bekannter machen. Für die Gründerinnen
und Gründer ist die Finanzierung ein essentieller Baustein. Neben privaten
Investoren sind das staatliche Investitionen. Die Gründerplattform der KfW ist
dabei ein wichtiges Tool, bei dem unter anderem auch die Bürgschaftsbanken
einbezogen werden. Ein hervorragendes „Best Practice“ für einen erfolgreichen
Gründungsweg bot Raijana Schiemann mit ihrem Start-up INOVA Protein: „Wenn es
zu Beginn nur eine Idee gibt, braucht es Institutionen, die ganz früh Vertrauen
haben und finanzielle Mittel bereitstellen. Insbesondere in der
Förderlandschaft sind wir an Grenzen gestoßen, weil wir nicht gut in Schubladen
passen und nicht eindeutig einem Ministerium zugeordnet werden können. Sind
Start-ups zu innovativ für Unternehmensförderungen? Wir fordern, dass starre
Förderstrukturen für innovative Start-ups gelockert werden, da hier großes
Potential liegt, welches für selbige oft nicht nutzbar ist.“

2022_09_13_Podium_Tourismuswirtschaft

Auf dem Podium „Tourismuswirtschaft“ diskutierten Christina Block, Mitglied des
Landesvorstandes des Wirtschaftsrates Hamburg und Mitglied des Aufsichtsrates
der Eugen Block Holding GmbH (Block Gruppe); <b style="mso-bidi-font-weight:
normal">Michael Scharf, Geschäftsführer, Fleesensee Holding GmbH; Hansjörg Kunze, Vice President, AIDA
Cruises GmbH, sowie René Domke MdL,
Landesvorsitzender und Vorsitzender der FDP-Fraktion, Mecklenburg-Vorpommern.
Die Tourismusbranche ist einer der Wirtschaftszweige, die von der Pandemie am
stärksten betroffen sind. Zwar wurden die Unternehmen mit Überbrückungshilfen
unterstützt, aber ersetzt werden konnte der entstandene Schaden nicht, da er
auch weit über die finanziellen Ressourcen hinausgeht – siehe Fachkräfte. Christina
Block, Mitglied des Landesvorstandes des Wirtschaftsrates Hamburg und Mitglied
des Aufsichtsrates, Eugen Block Holding GmbH (Block Gruppe) sagte dazu: „Neben
der Unsicherheit bezüglich der Corona-Entwicklung und vor allem den unklaren
Regelungen der Regierung und Länder für den kommenden Herbst und Winter ist die
konjunkturelle Entwicklung die drängendste Frage für die Tourismusbranche.
Inflation treibt die Preise. Energie, Benzin, Personalkosten, Lebensmittel- und
Logistikkosten – alles wird teurer. Und natürlich treiben auch alle Hilfspakete
der Regierung die Preissteigerungen. Inwieweit können wir Unternehmen die
Kosten weitergeben? Wie stark werden die Gastronomie, die Veranstaltungs- und
Reisebranche einbrechen, wenn die erste Gas- und Stromrechnung die Bürger
trifft? Und wo bekommen wir die nötigen Arbeitskräfte in Zukunft her?“

2022_09_13_Podium_Gesundheitswirtschaft

Im Panel „<i style="mso-bidi-font-style:
normal">Gesundheitswirtschaft“ diskutierten <b style="mso-bidi-font-weight:
normal">Simone Borchardt MdB, CDU/CSU-Bundestagsfraktion; Dr. Susanne Klein,
Landesgeschäftsführerin BARMER Hamburg; Dr.
Monika Schliffke
, Vorstandsvorsitzende, Kassenärztliche Vereinigung, sowie Franzel Simon, Geschäftsführer Helios
Region Nord, Helios Kliniken GmbH. „Nur durch eine stärkere Verzahnung
ambulanter, teilstationärer und stationärer Versorgung ist eine
patientenorientierte Versorgung erreichbar und nachhaltig. Gleichzeitig sind
die Vielfalt in der Versorgung sowie kurze Wege für die Patienten
sicherzustellen. Prozessorientierte Versorgungsketten müssen auf Basis von
Krankheiten und Diagnosen an die Stelle der aktuell an Sektoren ausgerichteten
Einzelleistungen treten, sagte Franzel Simon, Leiter Nord der Helios Kliniken
GmbH, in seinem Impuls.

2022_09_13_Panel_Verkehrswirtschaft

Im Panel „<i style="mso-bidi-font-style:
normal">Verkehrswirtschaft“ diskutierten <b style="mso-bidi-font-weight:
normal">Conrad Hammer, Leiter, Teams Bund-Länder-Kommunen-Koordinierung und
Fördern in der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur, NOW GmbH; Arnaud Judet, CEO, VINCI Concession
Deutschland GmbH; Christian Rauch,
Referatsleiter „RS 5 – Digitale Stadt, Risikovorsorge und Verkehr“,
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und
Raumordnung; Bernd Rothe,
Bereichsleiter, DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH sowie
Dr. Kay Ruge, Stellvertreter des
Hauptgeschäftsführers, Deutscher Landkreistag. „Zum Ausbau der
Verkehrsinfrastruktur in Norddeutschland müsste die Bundesregierung dringend
einen Zahn zulegen“, sagte Martin Henze,
Leiter der Fachkommission Verkehr, Infrastruktur, Mobilität 4.0 des
Wirtschaftsrates in Schleswig-Holstein. „Leider beobachten wir im Gegenteil,
dass Finanzierungen für die Schlüsselprojekte von Schiene, Straße und
Wasserstraße jetzt wieder gekürzt und die Projekte auf die lange Bank geschoben
werden.“ Die daraus resultierenden Schäden für das Klima, die Exportnation und
durch chronische Stausituationen im Großraum Hamburg sind für den Bürger
unverantwortlich“, so Martin Henze. Der Wirtschaftsrat forderte deshalb
dringend, die Planungs- und Bauverwaltungen durch öffentlich-private
Partnerschaften für Lebenszyklusmodelle zu entlasten, womit die Planung,
Realisierung und Wartung als Ganzes an neue Partner übergehen, die dafür
eigenes Personal mitbringen. Die Fertigstellungsziele müssen zukünftig die
Vergabeverfahren bestimmen und nicht umgekehrt.

2022_09_13_Panel_Energiewirtschaft

Auf dem Podium „Energiewirtschaft“ diskutierten Stefan Kapferer, CEO, 50 Hertz
Transmission; Peter Schmidt,
Geschäftsführer, EWE Gasspeicher GmbH; Dr.
Holger Kreetz
, COO, Uniper SE; Peter
Rößner
, Geschäftsführer, APEX Group; Heike
Winkler
, Geschäftsführerin, WAB e.V., sowie <b style="mso-bidi-font-weight:
normal">Mark Helfrich MdB, Fachsprecher für Energiepolitik der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Moderiert wurde das Podium von <b style="mso-bidi-font-weight:
normal">Markus Lesser, Vorsitzender der Landesfachkommission Energie- und
Umweltpolitik des Wirtschaftsrates Niedersachsen. „Insbesondere aus
norddeutscher Sicht muss vor allem auf den Ausbau der Windenergie in
Zusammenhang mit der Erzeugung von Wasserstoff als Speichermedium gesetzt
werden, aber auch PV-Freiflächen – anstatt Biogas – müssen stärker in den Fokus
rücken. Hiervon profitiert der Wirtschaftsstandort Norddeutschland, sowohl über
die lokale Wertschöpfung als auch über neue Standortentscheidungen“, sagte
Lesser.

2022_09_13_Panel_Maritime_Wirtschaft

Auf dem Podium „maritime Wirtschaft“ diskutierten Tessa Rodewaldt, Geschäftsführerin der
Maritimen Plattform e.V., als Vertreterin für LNG- bzw. Wasserstofflösungen Dr. Saskia Greiner aus Bremerhaven und
die politischen Vertreter Claudia Müller
MdB
, Koordinatorin der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, sowie Hagen Reinhold MdB, der Sprecher der
FDP-Bundestagsfraktion für maritime Wirtschaft. Die norddeutschen Bundesländer
profitieren im Besonderen von der maritimen Wirtschaft. Umso wichtiger ist es,
maritimes Know-how in Deutschland zu erhalten und gezielt Standortnachteile im
Sinne einer international wettbewerbsfähigen Seeschifffahrt zu beseitigen,
waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Podium einig.

2022_09_13_Bettina_Stark_Watzinger

Als Dinnerspeaker war Bettina Stark-Watzinger MdB, Bundesministerin
für Forschung und Bildung, zu Gast. Sie sprach sowohl zu bildungspolitischen
Themen als auch zu Forschungsthemen. Dabei stand vor allem die
Wasserstoffforschung im Vordergrund: „Wir sind uns einig, dass grüner
Wasserstoff der Schlüssel für die Umsetzung von Zukunftsenergien ist, die
sicher und nachhaltig sind und zuverlässig zur Verfügung stehen. Gerade
Norddeutschland hat ja viele Standortpotentiale, die wir voll ausschöpfen
sollten, gerade für den grünen Wasserstoff.“

2022_09_13_Mau_und_Müller-Arnecke

Vor der Rede von Stark-Watzinger
gab es die offizielle Übergabe des Steuerrades von <b style="mso-bidi-font-weight:
normal">Andreas Mau an den kommenden Gastgeber Bremen. <b style="mso-bidi-font-weight:
normal">Jörg Müller-Arnecke, Landesvorsitzender des Wirtschaftsrates
Bremen, nimmt das Steuer gern in die Hand und freut sich schon auf die kommende
Ausgabe 2024.



Nachfolgend finden Sie noch einige weitere Impressionen von Amtsträgern, Mitgliedern sowie Mitarbeitern aus dem Landesverband Schleswig-Holstein, die wir auf dem Norddeutschen Wirtschaftstag am 13. September begrüßen durften:


2022_09_13_Florian_Bauer

2022_09_13_Martin_Henze

2022_09_13_Dr._Jens_Bartram

2022_09_13_Mitarbeiterfoto

2022_09_13_Dr._Peter_Rösner

2022_09_13_Dr._von_Boetticher

2022_09_13_Franziska_Raabe