"Alle zwei Monate siedelt sich ein neues Unternehmen an"

Einen exklusiven Einblick erhielten die Mitglieder der
Sektion Nordfriesland in den GreenTec Campus in Enge-Sande. Auf einem
ehemaligen Bundeswehdepot ist eine innovative Plattform für nachhaltige
Technologien entstanden, die sich als Reallabor für die Energiewende versteht. Entsprechend
lautet die Mission: „Wir wollen Mensch, Natur und Zukunftstechnologien
miteinander verknüpfen“. Mit seinem einzigartigen Ansatz bietet der Campus eine
Vielzahl an Möglichkeiten, neue Technologien zu entwickeln und zu erproben. Das
„Green Valley Schleswig-Holsteins“, wie Geschäftsführer Marten Jensen es nennt,
beheimatet auf dem 130 Hektar großen Gelände nicht nur gefragte
Trainingseinrichtungen für Offshore-Einsätze an Windkraftanlagen, sondern auch
eine 17 Kilometer lange Teststrecke für autonomes Fahren. Zusätzlich ist auf
dem Gelände Platz für jegliche Forschung zu Elektromobilität, moderner
Energieerzeugung und -verwendung.
Innovationen der Zukunft
Während der Besichtigung des Geländes gab es für die
Mitglieder viel zu sehen. Besonders beeindruckend war die Trainingshalle mit
einem 1, 2 Millionen Liter fassenden Schwimmbecken, in dem realistische
Unwetterbedingungen mit 3 m hohen Wellen, Nebel, Blitz und Donner simuliert
werden können. Hier werden Offshore-Rettungskräfte ebenso ausgebildet wie
Spezialeinheiten von Bundeswehr und Grenzschutz (GSG 9). Diese Anlage dient aber
nicht nur der Schulung, sondern kommt auch als Teambuilding-Maßnahme für
Unternehmen zum Einsatz.
Die Rundfahrt über den Campus führte auch an einem
innovativen Rechenzentrum vorbei, bei dem die entstehende Abwärme für eine
Spirulina-Algenfarm genutzt wird. Dies reduziere den ökologischen Fußabdruck
von Rechenzentren erheblich, da Algen im Wachstum viel CO2 abbauen,
so Marten Jensen.
Die Teilnehmer erhielten auch einen Einblick in das autonome
Fahren. Hierfür wurde der seit 2018 auf der Teststrecke beheimatete Kleinbus „EMIL“
präsentiert. Dieser sei bereits so lange auf dem Campus beheimatet, dass er sich
durch einen permanenten Abgleich von Soll- und Ist-Daten sicher über das Gelände
bewege, so der Geschäftsführer. Für das Fahren auf öffentlichen Straßen werde
nur noch auf eine passende Gesetzgebung gewartet.
Marten Jansen zeigte stolz die Dynamik des Campus auf: „Alle
zwei Monate siedelt sich ein neues Unternehmen an, was die Innovationskraft des
Standorts unterstreicht“. Die Verringerung des CO2-Fußabdrucks stehe
dabei im Zentrum aller Bestrebungen. „Lieber mit Strom vom Deich als mit Öl vom
Scheich!“ – dieses Motto präge das Denken und Handeln auf dem Campus, so
Jensen. Es müsse noch weiter an einer verbesserten Energiespeicherung
gearbeitet werden. Auch Autos würden künftig als Speicher dienen. Derzeit jedoch
werde in Schleswig-Holstein dreimal so viel grüne Energie erzeugt, wie
verbraucht werden könne.
Zukunftsaussicht
Neben den technologischen Aspekten wurde auch die Bedeutung
des Campus als Arbeitgeber thematisiert. Der Standort biete nicht nur Raum für
Innovationen, sondern schaffe auch Arbeitsplätze in einer Zukunftsbranche. Die
Frage „Wie viel Zukunft ist heute schon möglich?“ begleite dabei alle
Entwicklungen und verdeutliche, dass die Zukunft der Energiewirtschaft auf dem
GreenTec Campus schon jetzt Realität sei.