„Bildung ist das Fundament für Wirtschaftswachstum“

Unternehmerfrühstück der Sektion Pinneberg mit Bildungsministerin Karin Prien

Die Diskussion um das Bildungssystem in Schleswig-Holstein
ist von sich verschlechternden Ergebnissen im Rahmen der PISA-Studie,
Lehrkräftemangel und den hohen finanziellen Einsparungen zur Schließung der
Haushaltslücke im Land geprägt. Das Bildungssystem steht vor der Aufgabe, das
Potenzial von Schülern so zu fördern, dass ihre Leistungen praxistauglich sind.
Jens Sander, Sprecher der Sektion Pinneberg, bezeichnete diese Aufgabe
besonders unter dem Aspekt der stark schrumpfenden finanziellen Möglichkeiten in
seiner Begrüßung als „Löwenaufgabe für Bildungsministerin Karin Prien“.

Gesellschaftliche Veränderungen

„Zurzeit ist die Gesellschaft zutiefst verunsichert“,
erklärte Prien zu Beginn ihrer Ausführungen. Gründe seien nicht zuletzt die
aktuellen politischen Ereignisse (die Wahlen in Sachsen und Thüringen lagen
erst wenige Tage zurück), aber auch Abstiegsängste und sogenannte
„Zukunftsdepressionen“. Die gesellschaftlichen Veränderungen in Deutschland und
damit auch in Schleswig-Holstein trügen zu dem Bildungsdilemma bei: In einigen
Familien werde die Erziehung der Kinder vernachlässigt, was sich negativ auf
deren Entwicklung auswirke. Oftmals fehlten den Kindern daher grundlegende
Kompetenzen oder auch eine Orientierung, die für spätere schulische, aber auch
berufliche Erfolge entscheidend seien. Hinzu komme die wachsende Einflussnahme
der sozialen Medien, die sich negativ auf Konzentrationsfähigkeit, sportliche
Aktivitäten und Lernbereitschaft von Schülern auswirke. Die Ministerin erwägt
vor diesem Hintergrund nach niederländischem Vorbild ein Smartphone-Nutzungsverbot
in den Schulen einzuführen. Dabei betonte sie, „dass die
Digitalisierungsbemühungen nicht reduziert, sondern noch gezielter umgesetzt
werden sollen“.

Bildung sei nicht nur ein individuelles Gut, sondern
entscheidend für das gesamte Wirtschaftswachstum, so Prien weiter. Vergleiche
mit dem Ausland machten dies deutlich. Aus unternehmerischer Sicht könne dies
langfristig betrachtet in einer „volkswirtschaftlichen Katastrophe“ enden, da
Unternehmen kaum konkurrenzfähig blieben, wenn wenig qualifiziertes und vor
allem leistungsbereites Personal zur Verfügung stünde: „Bildung ist
entscheidend für das Wirtschaftswachstum in einem Land“.

Hürden in der Bildungskooperation

Ein gut gebildetes Kind ist das Ergebnis des guten Zusammenwirkens
mehrerer Faktoren, fuhr die Ministerin fort. Dies seien zum größten Teil die
Eltern, die Schulen, die Lehrkräfte und andere Organisationen. Doch diese
Zusammenarbeit sei oft durch Bürokratie und mangelnde Abstimmung erschwert.
Besonders problematisch sahen einige der anwesenden Unternehmer die fehlende
Kooperation zwischen Schulen und externen Partnern wie beispielsweise
Unternehmen. Solche Kooperationen würden durch bürokratische Hürden ausgebremst.
Unternehmen könnten mittels Sponsorings wertvolle Unterstützung bieten, doch
die Frage der kommerziellen Einflussnahme bleibe umstritten, da Werbung in
Schulen gesetzlich eingeschränkt oder gar verboten sei. Diese Barrieren
verhinderten oft, dass Schulen und Unternehmen konstruktiv zusammenarbeiten
könnten. Die Ministerin nahm diese Anregungen dankbar an und sagte eine Prüfung
zu.