„Der eingeschlagene Weg ist gut und richtig“

Ein Jahr Landrat des Kreises Dithmarschen – Zeit für ein
Zwischenfazit von Thorben Schütt, der zuvor Leiter des Ministerbüros im
Ministerium für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport des Landes
Schleswig-Holstein gewesen war. Zu dieser Veranstaltung hatte die Sektion
Dithmarschen unter der Leitung ihres Sprechers Knut Frisch nach Heide eingeladen.
Der 34-jährige Landrat kam in seiner Präsentation an dem vieldiskutierte
Thema Northvolt natürlich nicht vorbei, das deutschlandweit für Schlagzeilen sorgt.
Zunächst aber ging er auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft seines Kreises
ein.
Dithmarschen biete einige Perspektiven: So sei der Kreis ein
Pionier der Windtechnik und verfüge in Brunsbüttel über das größte
zusammenhängende Industriegebiet Norddeutschlands. 4.500 Arbeitsplätze auf
2.000 Hektar Industriefläche geben dem Landrat Zuversicht: „Der eingeschlagene
Weg ist gut und richtig, jetzt müssen wir ihn aber so günstig wie möglich
gestalten.“ Damit spielte er auf die wachsende Bedeutung der erneuerbaren
Energien an: „Es kann richtig gut werden!“ In weiterer Folge gehörten hierzu
auch Batteriespeicher und Rechenzentren. Den wichtig sei, dass die grüne
Energie vor Ort Wertschöpfung erziele und nicht in Süddeutschland.
Ein großer Dämpfer, aber möglicherweise auch eine große
Chance sei die Insolvenz von Northvolt: Im März dieses Jahres meldete der
schwedische Hersteller von Lithium-Ionen-Akkumulatoren Insolvenz an. Seitdem
steht der Bau des Werks in Heide still, lediglich die Erdarbeiten gehen weiter
voran. Die Infrastruktur und das Gelände aber stehen am Ende als erschlossene
Fläche bereit, egal ob für Northvolt oder einen anderen Investor. Unabhängig
von der Insolvenz sei das ein Wert an sich, aber in Deutschland beschwere man
sich lieber, als konstruktive Alternativen zu finden, so Schütt.
Dithmarschens Entwicklung verlaufe jedoch nicht nur positiv.
Zwar kompensiere Migration den Geburtenrückgang und die Abwanderung in
Ballungsräume, doch das durchschnittliche Alter der Einwohner steige von Jahr
zu Jahr. Das fehlende Geld ist zudem – wie in den meisten Kreisen und Kommunen
– auch in Dithmarschen ein Problem. Den Kreishaushalt aufzustellen, habe man
zwar geschafft; der Landrat bezeichnete den Prozess jedoch als „echte
Herausforderung“. Es bräuchte drei wirtschaftlich gute Jahre, um das aktuelle
Defizit ausgleichen zu können.