„Der Luxus von viel Geld und vielen Arbeitnehmern ist vorbei“

Der
Wirtschaftsrat Schleswig-Holstein griff in einem Unternehmerdialog das
hochaktuelle Thema „Standortfaktor Krankenhaus“ auf - insbesondere vor dem
Hintergrund der am 01. Januar 2025 in Kraft getretenen Krankenhausreform. Die
Veranstaltung begann am späten Nachmittag im Klinikum und Seniorenzentrum
Itzehoe mit einer fachlichen Einführung durch Dr. John F. Näthke,
Vorsitzender der Landesfachkommission Gesundheitswirtschaft und Geschäftsführer
der DIAKO Krankenhaus GmbH.
Im Anschluss
diskutierte eine hochkarätig besetzte Expertenrunde mit Geschäftsführern von
Krankenhäusern und privaten Praxen, Vertretern von Krankenkassen, der
Gesundheitsindustrie sowie weiteren Gästen aus Wirtschaft, Industrie und
Wissenschaft die aktuellen Herausforderungen und Chancen für den Klinikstandort
Schleswig-Holstein.
Prof. Dr.
Kerstin von der Decken, Ministerin für Justiz und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein,
eröffnete die Diskussion mit einem Impuls. Sie berichtete von neuen Projekten
des Ministeriums, analysierte die Finanzierungswege für
Gesundheitseinrichtungen und die allgemeinen Marktbedingungen. Die Ministerin erläuterte
die Strategie des Ministeriums, das für die Bedarfsversorgung im Land zuständig
ist: Im Fokus stehen sektorenübergreifende Versorgungsstrukturen auf
Großflächen sowie die Notfallversorgung. Sie betonte dabei die Bedeutung
unterschiedlicher Perspektiven – von Gesundheitseinrichtungen, Patienten und
Beschäftigten gleichermaßen. „Der Luxus von relativ viel Geld und vielen
Arbeitnehmern ist erst einmal vorbei“, so von der Decken. Damit verwies sie auf
ein Berufsbild im Wandel, das in den vergangenen Jahrzehnten durch fehlende
Arbeitszeit- und Vergütungsoptionen und zunehmende Bürokratie an Attraktivität
verloren hat.
In der
anschließenden Diskussionsrunde tauschten sich Marko Förster (Stellvertretender
Landrat Kreis Steinburg), Marianne Boskamp (Geschäftsführerin G. Pohl
Boskamp GmbH & Co. KG), Hannah Maria Werner (Krankenhausdirektorin
Klinikum und Seniorenzentrum Itzehoe) sowie Sören Schmidt-Bodenstein
(Leiter Landesvertretung Techniker Krankenkasse) gemeinsam mit der Ministerin
aus und beantworteten Fragen aus dem Publikum.
Thematisch
standen unter anderem das Wirtschaftssystem Krankenhaus, die Aufgabenverteilung
zwischen Land und Bund, der Wirtschaftsfaktor Umgebungsattraktivität, die sich verändernde
Erwartungshaltung von Patientinnen und Patienten sowie die internationale
Zusammenarbeit bei der Integration ausländischer Fachkräfte in den Arbeitsmarkt
im Mittelpunkt.