„Die Wärmepumpe kann effizienter sein als Fernwärme“

Betriebsbesichtigung der Sektion Steinburg bei den Stadtwerken Steinburg

Die Versorgung mit Wasser, Strom, Gas und Wärme ist für viele
Konsumenten eine Selbstverständlichkeit. Wie selbstverständlich sie ist, merkt
man erst, wenn sie ausfällt: Sei es durch eine Störung oder Bauarbeiten, aber
auch durch einen Anschlag, Sabotage oder Ressourcenknappheit. Die Mitglieder
der Sektion Steinburg nutzten daher die Gelegenheit, bei den Stadtwerken
Steinburg hinter die Kulissen eines regionalen Versorgers zu blicken.

Geschäftsführer Torsten Fischer erläuterte zu Beginn
seiner Ausführungen die Struktur der Stadtwerke. Seit der Liberalisierung des
Marktes im Jahr 2008 bilden die Stadtwerke von Itzehoe, Brunsbüttel, Glückstadt
und Wilster einen Verbund, der auch über die Kreisgrenzen hinweg sehr gut
funktioniert. Neben diesen Städten werden auch die umliegenden Gemeinden versorgt.

Knapp 300 Mitarbeiter beschäftigen alle vier Stadtwerke
zusammen. Großer Wert wird dabei auf ein modernes Erscheinungsbild gelegt, sei
es durch moderne und transparente Büroräume oder durch den frischen Auftritt in
den sozialen Medien, der Bewerber aus anderen Branchen anzieht, was wiederum eine
frische Sicht auf das Geschäft mit sich bringt.

Seit dem Zusammenschluss der Stadtwerke sei der Gewinn nicht
gesunken, betonte Fischer. Die Investitionen betrugen allein im Jahr 2024 26 Millionen
Euro. Die Infrastruktur umfasse 600 km Wassernetz mit vier Wasserwerken und
17.000 Kunden, 57 km Fernwärmenetz mit 600 Kunden sowie 2.436 km Strom- und
Gasnetz mit 62.000 Kunden.

Ein wichtiges Thema sei derzeit die kommunale Wärmeplanung, die
für sämtliche Kommunen bis 2028 abgeschlossen sein muss. Torsten Fischer gab zu bedenken: „Die Wärmepumpe kann effizienter sein als Fernwärme, da wo sie sinnvoll und machbar ist“.

Die Mitglieder diskutierten anschließend über die Bedeutung
und Sinnhaftigkeit von Smart Metern, mit denen dynamische Tarife und
Kosteneinsparungen möglich sind. Sie seien derzeit noch viel zu selten im
Einsatz, als dass sie einen Effekt auf die Stromnetze und die Preisgestaltung hätten,
so die Erkenntnis. Offenbar sei der (Preis-) Druck, Strom und generell Energie
zu sparen, noch immer nicht hoch genug, lautete eine der Schlussfolgerungen.

Ein abschließender Rundgang führte die Teilnehmer in die
Netzleitstelle der Stadtwerke. Von dort haben die Mitarbeiter die Netze für
Strom und Gas permanent im Blick, zudem die Wasserwerke, die Schwimmbäder und
die betreuten Parkhäuser. Regelmäßige Alarmübungen stellen die Versorgung
sicher und unterstreichen eindringlich die Bedeutung der kritischen Infrastruktur
für die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens.