Eine Startbahn für die Zukunft
„Der Ausbau des Flughafens Sønderborg ist für Flensburg keine Randnotiz,
sondern eine konkrete standortpolitische Chance.“ Mit dieser Feststellung setzte Hauke Präger,
Sprecher der Sektion Schleswig-Flensburg, den Ton der Veranstaltung, die der
Wirtschaftsrat im Hotel Alte Post in Flensburg durchführte. Hintergrund waren die
aktuellen Ausbaupläne des Flughafens und deren Bedeutung für die
grenzüberschreitende Entwicklung der Region.
In einer zunehmend vernetzten Welt sind leistungsfähige Verkehrsinfrastrukturen ein entscheidender
Standortfaktor für Wirtschaft, Tourismus und grenzüberschreitende
Zusammenarbeit. Insbesondere regionale Flughäfen können dabei eine wichtige
Rolle spielen, indem sie Unternehmen an internationale Märkte anbinden und die
Attraktivität einer gesamten Region steigern. Welche Potenziale sich daraus
ergeben, diskutierten die Teilnehmer mit dem Chief Compliance Officer des
Flughafens Sønderborg, Patur Sivertsen Vase, der zu Beginn einen
Überblick über die historische Entwicklung des Flughafens gab und dessen Wandel
im Laufe der Jahrzehnte erläuterte.
Anschließend standen die umfangreichen Modernisierungs- und Ausbauvorhaben im Mittelpunkt. Mit einem
Investitionsvolumen von knapp 29 Millionen Euro soll der Flughafen
zukunftssicher aufgestellt werden. Den größten Teil der Finanzierung tragen
dabei die Stiftungen von Bitten und Mads Clausen. Bereits erfolgreich
abgeschlossen wurde der Bau des sogenannten Remote Towers, der eine moderne und
effiziente Flugverkehrskontrolle ermöglicht. Darüber hinaus ist die Errichtung
eines neuen Terminalgebäudes vorgesehen.
Ein zentrales Ziel des Ausbaus besteht darin, die Zahl der Passagiere deutlich zu erhöhen. Während derzeit
jährlich rund 65.000 Reisende den Flughafen nutzen, soll diese Zahl langfristig
auf etwa 150.000 steigen. Gleichzeitig verfolgt das Projekt das Ziel, den
Flughafen technisch auf dem neuesten Stand zu halten, nachhaltig zu gestalten
und für zukünftige Anforderungen zu rüsten. Dabei betonte Patur Sivertsen Vase,
dass die Entwicklung nicht allein vom Flughafen selbst abhängt. Lokale
Unternehmen sowie größere Firmen der Region müssten den Standort aktiv nutzen
und unterstützen, um weiteres Wachstum zu ermöglichen. Dieses soll sowohl durch
interne als auch externe Wachstumstreiber gefördert werden.
Besonders interessant war die Betrachtung des Einzugsgebietes. Das größte Entwicklungspotenzial liege
innerhalb eines Radius von etwa einer Autostunde rund um Sønderborg, so Vase.
Dazu zählen auch Teile Norddeutschlands und Städte wie Flensburg. Dadurch
könnte der Flughafen künftig nicht nur für die Region Süddänemark, sondern auch
für Schleswig-Holstein eine deutlich größere Bedeutung erlangen.
In der anschließenden Diskussionsrunde wurde insbesondere die derzeit unzureichende Verkehrsanbindung
zwischen Flensburg und Sønderborg thematisiert. Als möglicher Ansatz wurde die
Einrichtung einer Expressverbindung vorgeschlagen, um die Erreichbarkeit des
Flughafens zu verbessern und dessen Attraktivität weiter zu steigern. Einigkeit
bestand darüber, dass sowohl die Politik als auch die regionale Wirtschaft
gefordert seien, entsprechende Entwicklungen aktiv zu unterstützen.