„Förderprodukte müssen beim Endkunden ankommen“

Seit 2022 hat die Investitionsbank Schleswig-Holstein
(IB.SH) ihren Sitz am Kieler Ostufer, und die zuvor auf mehrere Standorte
verteilten mittlerweile über 800 Mitarbeiter arbeiten
nun in einem, für seine Nachhaltigkeit ausgezeichneten Gebäudekomplex. Der
Wirtschaftsrat mit seiner Sektion Kiel durfte bereits zum zweiten Mal zu Gast
sein. Sektionssprecher Reinhardt Hassenstein blickte in seiner Begrüßung
kurz auf das Zeitgeschehen: die Lage der Wirtschaft, speziell der
Bauwirtschaft, die Auswirkungen von KI, Dekarbonisierung und demografischem
Wandel.
Wie, wem und zu welchem Zweck die IB.SH Unterstützung
anbieten kann, erläuterte ihr Vorstand Dr. Michael Adamska in einem
lebendigen Vortrag. Er ordnete sein Institut zunächst ein: Die IB.SH ist das
zentrale Förderinstitut des Landes Schleswig-Holstein und eins von bundesweit
17 Landesförderinstituten. Ihre Bilanzsumme beträgt mehr als 20 Milliarden
Euro, ihre Eigenkapitalquote liegt bei 13,5 %. Ihr Fördervolumen betrug im Jahr
2023 2,9 Milliarden Euro. Damit erreicht die IB.SH Rang 4 unter den
Förderinstituten in Deutschland. Betrachtet man das Fördervolumen pro Einwohner
(ca. 1.000 Euro) und die Bewilligungen je 1.000 Einwohner (9,0), belegt sie
sogar Rang 1.
„Wir decken viele, individuelle Förderbedarfe und
konzentrieren uns nicht allein auf Großtransaktionen“, erklärt Dr. Adamska
diesen Erfolg. Der Förderauftrag umfasst dabei die Unterstützung von
Unternehmen, Privatpersonen, Kommunen und öffentlichen Einrichtungen. Die IB.SH
übernehme regional Verantwortung, so Dr. Adamska weiter. Ziel ihrer
Fördermaßnahmen seien Wachstum, Fortschritt und dauerhaft gute
Lebensbedingungen in Schleswig-Holstein. Zu diesem Zweck habe die Bank
Expertise u.a. in den Bereichen Wind- und Solarenergie, Breitband,
Daseinsvorsorge und Krankenhäuser aufgebaut und unterstützt das Land bei der
Erfüllung seiner Aufgaben.
Im Einzelnen verteilten sich die Förderungen wie
folgt: Arbeitsmarkt und regionale Wirtschaftsstrukturen – inklusive
EU-Förderung – (618 Millionen Euro), kommunale Infrastruktur (1 Milliarde
Euro), Unternehmen und Unternehmertum (455 Millionen Euro), Wohnraum und
Förderung des Städtetums (830 Millionen Euro). Doch unabhängig von der Höhe
betonte Dr. Adamska: „Unsere Förderprodukte müssen beim Endkunden ankommen.“
Dies geschehe in Zusammenarbeit mit den Hausbanken, die ihrerseits
profitierten, denn deren Eigenkapital werde durch die IB.SH-Förderkredite
geschont.
Zu den Herausforderungen zählt Dr. Adamska eindeutig
die IT und den anhaltenden Wandel in diesem Bereich. Auch KI sei ein Thema: Sie
werde künftig ein Instrument zur Wertschöpfung sein, ist Dr. Adamska überzeugt.
Beim anschließenden
Netzwerken stellte die IB.SH ihren Unternehmerinnenpreis heraus, den sie dieses
Jahr zum vierten Mal vergibt, um auf erfolgreiche Unternehmerinnen in
Schleswig-Holstein aufmerksam zu machen. Bewerben können sich
Unternehmerinnen aller Branchen. Über die Vergabe entscheidet eine Jury aus
Vertreterinnen und Vertretern von Verbänden, Wirtschaft, Forschung und
Gesellschaft. Die IB.SH Unternehmerin 2025 erhält ein Preisgeld in Höhe von
5.000 Euro, die IB.SH-Newcomerin ein Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro. Details
zum Preis und zur Bewerbung finden Sie unter: https://www.ibsh-unternehmerinnenpreis.de/