Hightech aus der Nachbarschaft

Betriebsbesuch der Sektion Steinburg beim Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie ISIT

Wer es nicht weiß, erkennt es von außen
nicht, aber in Itzehoe entstehen Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik auf
Weltniveau. Grund genug für die Mitglieder der Sektion Steinburg unter Leitung ihres
Sprechers Christian Stöterau, dem Unternehmen einen Besuch abzustatten.
Institutsleiter Prof. Dr. Marco Liserre nahm sich viel Zeit für seine
Besucher, um ihnen die Bandbreite der Leistungen näherzubringen.

Fraunhofer als Ganzes finanziere sich mit
seinen Standorten weltweit zu 70 % durch Industrieaufträge und zu 30 % durch
eine Grundfinanzierung von Bund und Ländern, leitete Liserre seinen Vortrag ein.
Das ISIT mit seinen 190 Mitarbeitern und 30 Studenten finanziere sein Budget
von 27 Millionen Euro mittlerweile zu 40 % aus Industrieaufträgen. Aufgrund des
starken Wachstums seien Erweiterungen am Standort Itzehoe geplant.

Das ISIT-Produktspektrum umfasse
Batteriesysteme (durch FAB-SH), Leistungselektronik, Mikrofertigungsverfahren
und MEMS-Anwendungen (Mikroelektromechanische Systeme), führte der gebürtige
Italiener Liserre weiter aus, der seit 2013 in Schleswig-Holstein lebt und
zuvor Professor in Dänemark war. Die Qualität der Produktion finde auf einem
Niveau statt, das einen Einsatz selbst in Quantencomputern erlaube. Dies sei
möglich durch die Qualifizierung und Weiterbildung von Fachkräften entlang der
gesamten Wertschöpfungskette.

Als Zukunftsthemen für den Einsatz der
Produkte benannte der Institutsleiter die Bereiche Künstliche Intelligenz und
Verteidigung.

In der anschließenden Diskussionsrunde
und beim Rundgang mit Blick in die Reinraum-Produktion waren die Teilnehmer
besonders an der Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschlands und Itzehoes im
Vergleich zu China interessiert. Auch die Frage der Rohstoffsicherheit und eine
Einschätzung zur Zukunft der Northvolt-Baustelle spielten eine Rolle. Der
Standort Itzehoe sei durchaus attraktiv, so Liserre. Dies gelte insbesondere im
Zusammenhang mit dem Universitätsstandort Kiel. Doch müsse die Anbindung
dorthin besser werden. Von der Politik wünsche er sich eine stärkere
Unterstützung bei der Erneuerung und Erweiterung der Infrastruktur und im
Bereich Verteidigung einen intensiveren Austausch zwischen Politik und
Unternehmen.