Lokaljournalismus sichert die Demokratie

Betriebsbesichtigung der Sektion Rendsburg-Eckernförde beim Druckzentrum des sh:z in Büdelsdorf

Die Bedeutung einer freien Presse
wird oft erst dann deutlich, wenn sie eingeschränkt oder gar abgeschafft wird.
Schon der dritte US-Präsident Thomas Jefferson betonte: „Eine freie Presse ist
das größte und wirksamste Bollwerk gegen Missbrauch der Macht.“ In einer Welt,
in der zunehmend autokratische Strukturen Gesellschaft und Wirtschaft
erschüttern, ist unabhängiger Journalismus wichtiger denn je.

Vor diesem Hintergrund besuchten
die Mitglieder der Sektion Rendsburg-Eckernförde den größten Zeitungsverlag
Schleswig-Holsteins (sh:z) und dessen wichtigsten Druckstandort in Büdelsdorf.
Regionalchef Dirk Jennert eröffnete die Führung mit einem Kurzfilm über
das Unternehmen, gefolgt von einer Diskussion über die Rolle der Presse im
Allgemeinen und des Lokaljournalismus im Besonderen. Dabei wurden die
Herausforderungen der letzten Jahre beleuchtet: Zerrüttete Demokratien,
eingeschränkte Meinungsfreiheit und fehlende Kritikfähigkeit wirken sich direkt
auf politische Entscheidungen und gesellschaftliche Entwicklungen aus.

Der sh:z steht vor großen wirtschaftlichen
Herausforderungen. Der demografische Wandel und geänderte Lesegewohnheiten spiegeln
sich in sinkenden Verkaufszahlen der Printausgaben wider, während die digitale
Sparte zwar wächst, jedoch nicht schnell genug, um die Verluste im Druckbereich
auszugleichen. So habe sich der Verkauf der Printausgaben in den letzten 20
Jahren mehr als halbiert, berichtete Jennert. Hohe Papier- und Energiekosten,
verstärkt durch die Energiekrisen der letzten Jahre, belasteten den Verlag
zusätzlich.

Im Rahmen der Besichtigung
erhielten die Mitglieder einen praxisnahen Einblick in die Abläufe der
Druckerei. Vom Einspannen des Papiers über den Druck bei einer Geschwindigkeit
von 40 km/h bis hin zum anschließenden Verladen der fertigen Zeitungen in
Transporter konnten sie den gesamten Produktionsprozess lückenlos begleiten.
Dabei wurde deutlich, dass in allen Schritten präzise Millimeterarbeit
erforderlich ist. Dadurch konnten allein an diesem Abend rund 32.000 Zeitungen
am Standort gedruckt werden. Besonders beeindruckend war der reibungslose
Ablauf, der eindrucksvoll zeigte, wie essenziell Technik, Logistik und
effizientes Management für den freien Journalismus sind.

Die Führung machte nicht nur die
technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen deutlich, sondern auch die
gesellschaftliche Relevanz der freien Presse. Unabhängiger Journalismus ist
unverzichtbar, um Transparenz zu sichern, Machtmissbrauch zu verhindern und
eine informierte Öffentlichkeit zu gewährleisten. Gleichzeitig wurde den
Teilnehmern aber auch bewusst, dass der Besuch des Wirtschaftsrates eine der
letzten Gelegenheiten war, das Druckzentrum zu besichtigen, bevor der Standort
spätestens zum Ende des Jahres geschlossen wird.