„Mehr Mut!“

Auf Initiative des Sektionssprechers Hauke Präger traf
sich der Vorstand der Sektion Flensburg/Schleswig des Wirtschaftsrates
Schleswig-Holstein zu einem Hintergrundgespräch im kleinen Kreis mit Thomas
Dethleffsen, Ratsfraktionsvorsitzender der CDU in Flensburg. Ziel des
offenen Gedankenaustauschs war es, Gemeinsamkeiten, Meinungen und Ideen
auszuloten sowie Ansatzpunkte für eine konstruktive Zusammenarbeit im Sinne von
Wirtschaft, Bürgern und Region zu identifizieren.
Ein zentrales Thema war das Klinikum Flensburg. Diskutiert
wurde insbesondere die negative öffentliche Wahrnehmung im Zuge der Übernahme
des Diako-Krankenhauses durch die Malteser. Einigkeit bestand darin, dass die
positiven Faktoren wie die Investition von 500 Millionen Euro stärker in den
Vordergrund gerückt werden sollten. Zugleich betonten beide Seiten, dass die
finanziellen Mittel des Landes begrenzt sind und geplante Klinikprojekte in
Husum oder Pinneberg Auswirkungen auf die Mittelverteilung haben könnten. Die
Debatte um Schwangerschaftsabbrüche habe, so Dethleffsen, zuletzt zu viel Raum
in Ratsversammlung und Presse eingenommen. Eine Versachlichung sei notwendig,
wenngleich das Thema politisch stark mobilisiere.
Breiten Raum nahm auch die Diskussion um einen zusätzlichen
Bahnhaltepunkt ein. Der Vorstand des Wirtschaftsrates unterstrich die
strategische Bedeutung für die Anbindung Flensburgs, gerade mit Blick auf die
Fehmarnbelt-Querung und die Entwicklung im benachbarten Sonderburg. Auch die
CDU-Fraktion messe dem Thema große Bedeutung bei, so Dethleffsen. Es gehe um
die beste Lösung für Flensburg, nicht um die Abschaffung bestehender
Strukturen. Die emotional geführte Debatte dürfe den Blick auf die Chancen
nicht verstellen. Dehtleffsen brachte es auf den Punkt: „Mehr Mut“ brauche es,
um dieses Thema entschlossen anzugehen, und grundsätzlich, um
Veränderungsprozesse erfolgreich zu gestalten.
Weitere Schwerpunkte des Gesprächs waren die Bündelung von
Stadtmarketing-Initiativen („Flensburg liebt dich“), die veraltete
Wirtschaftsentwicklungsstrategie, die begrenzten Gewerbeflächen sowie eine
intensivere Zusammenarbeit mit Handewitt. Auch der Campus Flensburg wurde als
wichtiger Standortfaktor hervorgehoben, der mehr Anerkennung und strategische
Einbindung verdiene.
Im Ergebnis zeigte das Gespräch zahlreiche Anknüpfungspunkte
für eine engere Zusammenarbeit – mit dem gemeinsamen Ziel, die Zukunft
Flensburgs aktiv und mutig zu gestalten.