Sicherheit in jedem Aggregatzustand

Betriebsbesichtigung der Sektion Stormarn beim Armaturenhersteller HEROSE GmbH

Die Mitglieder der Sektion Stormarn nutzten die Möglichkeit,
einen exklusiven Blick hinter die Kulissen der HEROSE GmbH in Bad Oldesloe zu
werfen. Das Unternehmen ist weltweit führend in der Herstellung von Armaturen für
den sicheren Umgang mit technischen Gasen, Dämpfen und Flüssigkeiten. Mit der
Produktion von Sicherheitsventilen sorgt das Unternehmen für „Sicherheit in
jedem Aggregatzustand“, und das seit 150 Jahren. Besonders in der Arbeit mit
technischen Gasen wie Wasserstoff zeige HEROSE seine Innovationskraft, so
Geschäftsführer Matthias Langenohl. Dabei verstehe sich das Unternehmen als
Manufaktur, die keine Standardprodukte anbietet, sondern maßgeschneiderte
Lösungen, um individuellen Anforderungen gerecht zu werden.

Die Betriebsbesichtigung führte die Teilnehmer durch die
einzelnen Produktionsbereiche, in denen die präzise Fertigung der Ventile anschaulich
dargestellt wurde. Die hohe Bedeutung der Sicherheit, insbesondere im Umgang
mit technischen Gasen bei bis zu einem Druck von 1.200 bar, wurde dabei mehrmals
betont und durch den aufwendigen Prozess der Qualitätssicherung deutlich.

Sorgen um den Nachwuchs

Neben den technologischen Einblicken wurde auch die Rolle
des Unternehmens als Arbeitgeber thematisiert. HEROSE ist bekannt für seine
herausragende Mitarbeiterförderung und wurde dafür bereits mehrfach als bester
Arbeitgeber ausgezeichnet. Zusätzlich ist HEROSE auch als einer der besten
Ausbildungsbetriebe anerkannt. Das Unternehmen besitzt eine Werkstatt speziell
für die Auszubildenden, um sie optimal auf ihr Handwerk vorzubereiten. Befreundete
Unternehmen nutzten diese Werkstatt, um ihre eigenen Mitarbeiter ausbilden zu
können, berichtete der Produktionsleiter stolz. Dennoch stehe das Unternehmen
vor einer großen Herausforderung: Durch die Verlegung des Metall-Ausbildungszweiges
an der Berufsschule von Ahrensburg nach Mölln und die dadurch entstandene schlechtere
Verkehrsanbindung gestalte sich der Weg für die Auszubildenden zunehmend
schwierig. Während die Achse zwischen Hamburg und Lübeck noch gut erreichbar
sei, werde es für viele Auszubildenden problematisch, nach Mölln zu kommen, so Geschäftsführer
Langenohl. Diese „Unattraktivität der Ausbildung durch schlechte Infrastruktur“
könne langfristig dazu führen, dass weniger junge Menschen eine Ausbildung bei HEROSE
beginnen und der Fachkräftemangel sich weiter verschärfe.

Ein weiteres Thema, das während der Besichtigung
angesprochen wurde, war der bürokratische Aufwand, der die Arbeit mit
Zukunftstechnologien wie technischen Gasen erschwere. Obwohl es ein umfassendes
Regelwerk gebe, fehlten oft klare Normen, die den Arbeitsprozess erleichterten.
Stattdessen müssten sich die Unternehmen durch eine Vielzahl von Vorschriften
kämpfen, was die Entwicklung und Umsetzung neuer Lösungen verlangsame. Dabei
betonte Matthias Langenohl, dass „nicht nur der Staat die Bürokratie
vorantreibt, sondern auch andere Unternehmen, die sich bei ihren Lieferanten absichern
wollen“.

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