„Wer stehen bleibt, hat verloren!“

Betriebsbesichtigung der Sektion Kiel bei Vossloh Rolling Stock GmbH

In einer globalisierten Welt ist die
Mobilität von Gütern und Menschen wichtiger denn je. Vor allem in Zeiten
zunehmender internationaler Vernetzung, wachsender Handelsströme und globaler
Krisen wird deutlich, dass ein effizientes und zuverlässiges Verkehrssystem
entscheidend für Wirtschaft und Gesellschaft ist. Der Schienenverkehr spielt
hierbei, sowohl für den Transport von Waren als auch für die Mobilität von
Menschen, eine zentrale Rolle. Einen besonders spannenden Einblick in diese
Branche erhielten Mitglieder des Wirtschaftsrates beim traditionsreichen
Unternehmen Vossloh Rolling Stock GmbH in Kiel, das auf eine
jahrhundertealte Expertise im Bau und in der Instandhaltung von Lokomotiven
zurückblickt.

Der Betriebsratsvorsitzende Michael
Ulrich
eröffnete die Besichtigung mit der Geschichte des Unternehmens, die
bereits im 19. Jahrhundert begann und bis heute fortgeschrieben wird. Jüngst
wurde Vossloh von der chinesischen China Railway Rolling Stock Corporation
(CRRC)
übernommen. Trotz anfänglicher Sorgen zeigte sich schnell: Der
kulturelle Austausch funktioniert respektvoll und gewinnbringend. Ulrich
betonte: „Wir können von den Chinesen lernen.“ Gleichzeitig profitieren die
chinesischen Partner von der langjährigen deutschen Expertise.

Durch die Zusammenarbeit mit CRRC
konnte das Unternehmen nicht nur Arbeitsplätze sichern, sondern blickt auch
optimistisch in die Zukunft. Derzeit beschäftigt der Standort rund 400
Mitarbeiter, die den gesamten Produktionszyklus der Lokomotiven vom Rohbau über
die Montage bis hin zur dynamischen Testung unter realen Bedingungen, begleiten.

Die Besichtigung machte die enorme
Fachkompetenz im Unternehmen deutlich. Gleichzeitig zeigte sich, dass die
deutsche Bürokratie ein erhebliches Bottleneck darstellt: Genehmigungsverfahren
und bürokratische Auflagen verzögern Abläufe und stellen eine der größten
Herausforderungen für ein international agierendes Unternehmen dar. Hinzu
kommen globale Krisen wie die Pandemie oder der Konflikt im Iran, die
zusätzliche Unsicherheiten bringen. Dennoch plane das Unternehmen, sein
Serviceangebot auszubauen, insbesondere im Bereich Instandhaltung und
Reparatur, um langfristig noch wettbewerbsfähiger zu sein, schloss Michael
Ulrich seine Ausführungen ab.

Die Besichtigung hinterließ den
Eindruck eines Unternehmens, das Tradition und Innovation miteinander
verbindet, offen für neue Impulse ist und sich den globalen Herausforderungen
mit Zuversicht stellt. Beendet wurde der Rundgang gemeinsam mit einem
chinesischen Tee.