„Wird Flensburg zum Blinddarm der Republik?“

Hintergrundgespräch des Sektionsvorstandes Flensburg/Schleswig mit Vertretern der CDU Flensburg

Auf Initiative von Hauke
Präger
, Sprecher der Sektion Flensburg/Schleswig des Wirtschaftsrates Schleswig-Holstein,
trafen sich Vertreter des Sektionsvorstandes zu einem Hintergrundgespräch mit
Vertretern der CDU Flensburg. Der Einladung gefolgt waren Uta Wentzel,
stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion im Kieler Landtag und direkt
gewählte Kandidatin für den Wahlkreis Flensburg, Thomas Dethleffsen,
Unternehmer und Fraktionsvorsitzender der CDU im Flensburger Stadtrat, sowie Barbara
Asmussen
, wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU im Flensburger Stadtrat.

Alle Anwesenden äußerten
ihre Sorge um das Land und insbesondere um die Region Flensburg. Die
drittgrößte Stadt des Landes finde zu wenig Gehör in Kiel, Wirtschaftsförderung
finde fast ausnahmslos südlich des Kanals statt. Positiv für Flensburg sei sicher die Präsenz von Uta
Wentzel im Fraktionsvorstand; sie sorge für eine größere Sichtbarkeit auf
Landesebene. Doch an den großen Fragen ändere dies kurzfristig nichts: Wie kann
Flensburg attraktiver werden für Arbeitskräfte und die Ansiedlung von
Wirtschaftsunternehmen? Welche Folgen hat die Fehmarnbelt-Querung für die
Region? Wo ist die aktive Zusammenarbeit mit Dänemark, von der
Ministerpräsident Daniel Günther bei seiner Wiederwahl gesprochen hatte? Und wo
blieben, bei aller Freude über die erfolgreiche Ansiedlung von Northvolt in
Dithmarschen, Gelder für den Fernbahnhof in Flensburg? Denn: Halten hier
künftig keine Fernzüge mehr, „verkommt Flensburg zum Blinddarm der Republik“,
so Hauke Präger sorgenvoll.

Der Sektionssprecher wies
leidenschaftlich auf das Kompetenzzentrum für die Ansiedlung skandinavischer
Unternehmen als „Willkommenszentrum“ hin, für das er sich energisch einsetze.
Doch nach wie vor sei die zugesagte hauptamtliche Stelle trotz Ankündigung durch
die WTSH noch immer nicht installiert.

Die anwesenden Politiker
und Unternehmer bemängelten an der Politik generell einen Mangel an Mut zu
Entscheidungen; dieser Mut werde nicht gelebt. Hingegen lobten die
Kommunalpolitiker die gute Zusammenarbeit mit den Vertretern von FDP und SSW.
Auch zur SPD und zu den Grünen gebe es gute Beziehungen. Die Zusammenarbeit im
Rat und im Hauptausschuss sei sachlich und lösungsorientiert. Die CDU Flensburg
habe sich dabei zwei große Themen auf die Fahnen geschrieben: Die
Ansiedlungspolitik und die Infrastruktur in der Stadt.

Kritisch sahen alle Anwesenden
die Kommunikation der Stadt rund um die Jahrhundertflut. Auch die Informationen
zu möglichen Entschädigungen seien zu spärlich. Als Möglichkeit, künftige
Flutopfer unkompliziert zu entschädigen, brachten die Teilnehmer einen
Gemeinschaftsfonds nach dänischem Vorbild ins Spiel: Alle Hausbesitzer zahlten
hierfür 7 bis 15 Euro/Monat ein, und der Fonds unterstütze Geschädigte dann
unbürokratisch.





















Hauke Präger dankte allen
Teilnehmern für den offenen Austausch und regte an, Gespräche dieser Art künftig
auch mit den Vertretern der anderen Ratsfraktionen zu führen, um auch hier die
Überparteilichkeit des Wirtschaftsrates zu unterstreichen.