Wirtschaftsrat Schleswig-Holstein: Vorausschauende Rohstoffsicherung ist Klimaschutz!
Kiel, 11.08.2023: Der Landesverband Schleswig-Holstein
des Wirtschaftsrates der CDU e.V. sieht in möglichen Einschränkungen beim Abbau
oberflächennaher Bodenschätze einen Standortnachteil und eine Belastung heimischer
Unternehmen. Auf ihrer jüngsten Sitzung stellte die Landesfachkommission
Immobilien- und Bauwirtschaft des Wirtschaftsrates zudem fest, dass die
regionale Rohstoffgewinnung einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz leistet.
„In Schleswig-Holstein stehen wir vor großen Herausforderungen und
dem Problem, ausreichend Abbauflächen zu finden, um die Nachfrage nach
heimischen Rohstoffen zu decken und damit die geplanten Infrastrukturmaßnahmen
und sonstigen notwendigen Baumaßnahmen umsetzen zu können“, betont der Kommissionsvorsitzende
Dr. Ulrik Schlenz, Vorstand der Wankendorfer Baugenossenschaft für Schleswig
Holstein eG. Schleswig-Holstein sei in der Lage, seinen Bedarf an Kies und Sand
selbst zu decken und so unnötige klimaschädliche Transporte zu vermeiden.
„Eine vorausschauende Rohstoffsicherung ist notwendig, um
Überplanungen von Lagerstätten zu verhindern. So bleibt es im Bedarfsfall auch
nach 10, 20 oder 30 Jahren möglich, auf die gesicherten Rohstoffreserven
zuzugreifen“, so Schlenz. Während beispielsweise Bauwerke oder Gewerbebetriebe
problemlos einige hundert Meter entfernt errichtet werden könnten, seien
Gewinnungsbetriebe an vorhandene Lagerstätten gebunden. Der potenzielle Zugang
zu den Lagerstätten müsse deshalb bei Abwägungsentscheidungen mindestens den
gleichen, wenn nicht einen höheren Stellenwert erhalten, wie andere öffentliche
Belange. Dies gelte auch im Hinblick auf die Energiewende. „Wo Photovoltaik
liegt, kann kein Kies gewonnen werden. Umgekehrt ist dies durchaus möglich“,
stellt Dr. Schlenz fest.
Hintergrund ist der Erlass über Anforderungen an den Abbau
oberflächennaher Bodenschätze und die Verfüllung von Abgrabungen im Zuge der
novellierten Bundesbodenschutzverordnung (BBodSchV).