„Wohnungsbau beeinflusst das Wirtschaftswachstum“

Wohin entwickelt sich die Immobilien- und Bauwirtschaft? Welche
Auswirkungen hat die angestrebte Klimaneutralität bis 2040 für Bauen und Wohnen?
Mitglieder der Sektion Pinneberg unter ihrem Sprecher Jens Sander hatten
die Möglichkeit, mit den Verantwortlichen der Wohnungsbaugesellschaft m.b.H.
Th. Semmelhaack über diese Themen zu diskutieren.
Theodor und Torben Semmelhaack sowie Hartmut Thede
nahmen sich viel Zeit, um das Unternehmen und die Lage der Branche
darzustellen. Das seit 47 Jahren inhabergeführte Unternehmen steht für
hochwertigen Wohnungsbau und eine werteerhaltende Objektbetreuung. Seine
geografischen Schwerpunkte liegen dabei in Schleswig-Holstein, Rostock und
Potsdam. Insgesamt werden 30.000 Wohneinheiten betreut, darüber hinaus eigenen
Alten- und Pflegeheime betrieben.
Wie alle Unternehmen der Branche verzeichne auch Semmelhaack
steigende Preise bei Grundstücken und Baukosten, zudem eine immer stärkere
Regulierung. „Die Auflagen erschlagen uns“, beklagte Theodor Semmelhaack. Hinzu
kämen Verwaltungen und Bürgermeister, die nichts mehr durchsetzten, jedes
Risiko vermeiden und sich hinter Vorschriften verstecken würden. Es fehle an
echten „Typen“, die für ein Bauvorhaben brennen würden.
Die geplante Klimaneutralität bis 2040 stelle die Branche vor
große Herausforderungen und berge zudem enormen sozialen Sprengstoff.
„Klimaschutz darf nicht zu Lasten der Mieter gehen“, mahnte Theodor
Semmelhaack. Hartmut Thede, Leiter Projektentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit
im Unternehmen, verwies zudem auf die Bedeutung der Branche für die
Volkswirtschaft: „Die Lage im Wohnungsbau beeinflusst das Wirtschaftswachstum!“.
Viele Projekte rechneten sich nur mit Förderung; geförderter sozialer und
inklusiver Wohnungsbau quersubventioniere den frei finanzierten Wohnungsbau.
Danach gefragt, welche Trends sie in den kommenden Jahren
auf dem Wohnungsmarkt sehen, waren sich die Experten einig: Weiter steigende
Mieten und kleiner werdende Wohnungen. 25 bis 30 qm für Singles und
Auszubildende lägen im Trend. In den Knechtschen Hallen in Elmshorn werde
dieses Konzept bereits umgesetzt.