Landesfachkommission Energiepolitik zu Besuch in einer Windkraftanlage

Netzanschlussmöglichkeiten, politischer Rahmen und Planungsrechtliche Grundlagen

Eisenach,
5. Mai 2025; Die LFK Energie tagte in Zusammenarbeit mit der TEAG AG bei der
Windkraft Thüringen GmbH & Co. KG. Unser besonderer Dank gilt Lutz Rauch
(TEAG AG) für die Organisation, Philipp Riesmeyer (Geschäftsführer) für die
Gastfreundschaft, Frank Schindler für seinen informativen Vortrag sowie Andre
Katzinski für die eindrucksvolle Führung durch die Anlage. Ebenso danken wir
Frau Silke Herbst, Geschäftsführerin der Stadtwerke Eisenach, für ihre
Teilnahme.

Die
Sitzung war geprägt von einem intensiven Austausch, vielen spannenden Fragen
und einer regen Diskussion, die deutlich über die geplante Zeit hinausging –
was der Gastgeber großzügig ermöglichte.

Im
Mittelpunkt stand die Entwicklung der Windkraft in Thüringen, die vor
besonderen Herausforderungen steht. Ältere, niedrigere Anlagen erreichen oft
nur etwa 1.600 Volllaststunden pro Jahr – zu wenig für eine wirtschaftlich
tragfähige Stromerzeugung. Neue, über 250 Meter hohe Anlagen erzielen hingegen
rund 2.500 Volllaststunden und liefern damit einen deutlich höheren Beitrag zur
regionalen Energieversorgung.

Ein
zentrales Thema war auch die geringe lokale Beteiligung: Nur 4 % der
Windkraftanlagen in Thüringen gehören Thüringer Eigentümern. Gleichzeitig
müssen die Anwohner den Netzausbau mitfinanzieren – ein Spannungsfeld mit
Konfliktpotenzial. Erschwerend kommen lange Genehmigungsverfahren hinzu, die
auf Bundesebene dringend beschleunigt werden müssten. Auch bei der
Digitalisierung besteht Nachholbedarf: Nur etwa 6 % der Stromverbraucher in
Deutschland nutzen intelligente Messsysteme – in den Niederlanden sind es 80 %.

Im
zweiten Teil der Sitzung präsentierte Herr Katzinski eine in Betrieb
befindliche Windkraftanlage. Besonders eindrücklich waren die spürbaren
Leistungsschwankungen: Bei wechselnden Windgeschwindigkeiten zwischen 4 und
12 m/s schwankte die erzeugte Leistung von 400 kW bis 2 MW. Auch der Einfluss
des Naturschutzes wurde deutlich: TEAG-Anlagen stehen im Schnitt rund 1.600
Stunden jährlich still – etwa während der Flugzeiten von Fledermäusen oder der
Brutzeit des Rotmilans.

Diese
Herausforderungen zeigen eindrucksvoll, wie komplex die Integration von
Windkraft in ein stabiles Energiesystem ist – ein Thema, das wir bei der
nächsten LFK-Sitzung bei der TEN Thüringer Energienetze GmbH & CO. KG
vertiefen werden.

Wir
danken allen Teilnehmenden für den engagierten Austausch und wünschen der TEAG
AG sowie der Windkraft Thüringen weiterhin viel Erfolg und Rückenwind für die
Zukunft.

IMG_0120.jpegIMG_0121.jpegIMG_0117.jpeg