Netze, Netzkapazitäten, Ausgleichsmaßnahmen und die aktuellen Netz-Probleme
Erfurt, 18.06.2025; Nach
vielen Jahren der Planung und Vorbereitung, hat die LFK Energie zusammen mit
der TEAG AG die Gemeinschaftsveranstaltung zusammen mit der TEN im Hause der
TEAG durchgeführt. Von beiden Seiten aus bestand ein sehr hohes Interesse an
dieser Veranstaltung, so dass die Anmeldelimitierung mit 44 Teilnehmern sehr
schnell erreicht wurde.
Ein
herzlichen Dank geht nochmals an Lutz Rauch und die TEAG die diesen Termin im
eignen Hause ermöglicht haben. Auch ein herzliches Dankeschön geht an die zwei
Referenten, Dr. Michael Agsten und Dr. Matthias Sturm. Dr. Agsten hat uns einen
sehr detaillierten und guten Einblick gegeben in die Thematik der Netze, deren
Stabilität und wie wirklich diese Stabilität in der Realität im Control-Zentrum
aus geführt wird.
Die
TEN betreut fast 34.000 km an Wärme- und Elektrizitätsnetze nur in Thüringen.
Dazu noch die Netze der jeweiligen Stadtwerke und das auch noch in den 3
Spannungsbereichen. Eine enorme Herausforderung die die TEN mit ihren fas 900
Mitarbeitern hervorragend beherrscht und ausführt. Der Beweis liegt in der
Tatsache dass die Wärme immer da ist und der Strom immer aus der Steckdose
kommt wenn wir Verbraucher ihn benötigen. Was für uns Verbraucher eine
Selbstverständlichkeit ist, ist für die TEN eine Höchstleistung.
Die
Thematik der Netzstabilität wird auch immer komplizierter und prekärer weil die
Politik etwas leichtfertig entscheidet, was so gar nicht immer zu realisieren
ist. So werden immer mehr Windräder gebaut und zugeschaltet, sowie Photovoltaik
Anlagen installiert und der Sonnenstrom eingespeist. Die Nutzungskurven vom
Wind und Solar verlaufen ähnlich, währende der Verbraucher nicht dieselben
Nutzungskurven hat. Somit ist die Herausforderung den regenerativen Strom
primär vernünftig zu nutzen, die Kraftwerke im Hintergrund im Standby zu halten
und bei Bedarf zuzuschalten, um die Grundlastfähigkeit des Stromes aufrecht zu
halten. Da Wind und Wetter nicht planbar sind, aber zum Glück der Verbrauch der
Konsumenten relativ bekannt ist, ist die Aufgabe beides so zu steuern dass die
50 Herz Frequenz stabil innerhalb der Parameter gehalten wird. Am Ende des
Tages muss der überschüssige Strom geregelt und verkauf werden, auch zu
negativen Preisen, um diese Stabilität aufrecht zu halten.
Die
Herausforderungen bis 2045 sind enorm. Gemäß der Planung der Bundesregierung,
sollen die Netzte mit Wind und Photovoltaik bis 2045 verdreifacht werden.
Unsere Frage aus der Wirtschaft ist, besteht auch dafür der Bedarf? Wer zahlt
für diesen Ausbau und wie werden sich die Netz-Gebühren dann bis 2045
entwickeln. Das sind aber keine Fragen die die TEN beantworten kann. Die
Aufgabe der TEN ist es die vorgegebenen Parameter umzusetzen. Somit sind
intensive Diskussionen in der Veranstaltung geführt worden um das Gegenseitige
Verständnis zu erwerben.
Aus
Sicht der LFK Energie sollte nach wie vor ein Moratorium für den weiteren
Ausbau der regenerativen Energie ausgesprochen werden um eine realistische
Bestandsaufnahme der Energiewende vorzunehmen. Besonders die Kosten müssen von
allen Seiten betrachtet werden, da im Durchschnitt nur 20% der installierten
Strom-Produktions-Leistung genutzt wird. Die Wirtschaft würde solche
Auslastungen nicht vornehmen denn die Kosten wären nicht tragbar. Aber die
Bundespolitik fordert das und will den Ausbau noch weiter betreiben. Weder das
Geld für die Investitionen, noch das Geld für die Beseitigung der Auswirkungen
dieser Maßnahmen (zu sehen durch die zu hohen und nicht wettbewerbsfähigen
Energiepreise), hat der Bundeshaushalt. Also wer wird für alles bezahlen? Es
kann nicht immer nur der Verbraucher und der Steuerzahler sein. Weitere
Belastungen kann sich die Wirtschaft nicht leisten. Das sind enorme
Herausforderungen die die neue Bundesregierung anpacken und endlich lösen muss.
Wenn
die Bundesregierung diese Themen nicht anpackt, ist der Blackout sowie die
endgültig unbezahlbare Energie das Endresultat. Die Konsequenzen von beidem ist
eine weitere Deindustrialisierung von Deutschland mit den dazu gravierenden
Folgen.
Unsere
Aufgabe im Wirtschaftsrat besteht darin die Politik auf diese Probleme
aufmerksam zu machen und mit Druck sicherzustellen, dass die Politik sich
dieser Probleme erfolgreich annimmt und auch endlich löst. Ein „weiter so“ geht
nun gar nicht mehr.
Nochmals
einen herzlichen Dank an die TEAG, die TEN und Dr. Agsten für die Ausführung
und Moderation, sowie an Lutz Rauch für die Organisation. Die Veranstaltung war
ein sehr großer Erfolg, besonders weil es keine weitere Möglichkeit in der
Zukunft mehr geben wird so einen Einblick in die Netze zu bekommen.