Wirtschaftsrat fordert dringende Maßnahmen für eine hochwertige und zugleich bezahlbare medizinische Versorgung

Pharmazeutische Zeitung

Der Wirtschaftsrat mahnt eindringlich, dass das deutsche Gesundheitssystem vor einer erheblichen
Finanzierungsherausforderung steht. Diese bedroht langfristig die Stabilität
und Erschwinglichkeit der medizinischen Versorgung. Die gesetzlichen
Krankenkassen (GKV) sehen sich mit einer wachsenden Finanzierungslücke
konfrontiert, die im kommenden Jahr die Versicherten stärker belasten könnte.
Zahlreiche Kassen haben bereits angekündigt, ihre Zusatzbeiträge ab 2025
erhöhen zu müssen. Die anstehenden Ergebnisse des Schätzerkreises des
Bundesamtes für Soziale Sicherung werden weiteren Aufschluss über das Ausmaß
dieser finanziellen Schieflage geben.

Ähnlich alarmierend zeigt sich
die Situation in der Pflegeversicherung. Ohne Beitragserhöhungen drohen den
Pflegekassen in naher Zukunft finanzielle Engpässe, die sie an die Schwelle der
Zahlungsunfähigkeit führen könnten. Astrid Hamker, Präsidentin des Wirtschaftsrates,
zeigt sich besorgt: „Die Lage ist katastrophal. Wir sehen derzeit den größten
Anstieg der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung seit der
Nachkriegszeit. Der Bundesgesundheitsminister kündigt Strukturreformen an, doch
diese bleiben aus unserer Sicht unzureichend und gehen an der Realität vorbei.
Vielen scheint nicht bewusst zu sein, dass wir uns bereits mitten in einer
Krise befinden, deren Tragweite durch den bevorstehenden Renteneintritt der
Baby-Boomer-Generation noch weiter zunehmen wird.“

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