Plattformökonomie

Digitale Plattformen sind ein zentraler Treiber der digitalen Transformation und der globalen Wirtschaft.
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Digitale Plattformen sind ein zentraler Treiber der digitalen Transformation und der globalen Wirtschaft. Sie vernetzen Unternehmen, Verbraucher und Dienstleister, ermöglichen neue Geschäftsmodelle und schaffen Zugang zu internationalen Märkten. Auch für Europa und Deutschland ist die Plattformökonomie ein bedeutender Wachstumsfaktor:

Der deutsche E-Commerce-Markt erreichte 2024 ein Umsatzvolumen von rund 80,6 Milliarden Euro. Das globale App-Store-Ökosystem generierte zuletzt 148 Milliarden US-Dollar Umsatz, mehr als die Hälfte davon über digitale Marktplätze. In der Europäischen Union arbeiten bereits über 28 Millionen Menschen auf digitalen Plattformen. Hinzu kommt die digitale Werbewirtschaft als zentraler Innovationstreiber: Allein in Deutschland schafft sie 22,9 Milliarden Euro Wertschöpfung, wobei rund 90 Prozent des Wachstums auf personalisierte digitale Werbeformate zurückzuführen sind.

Gleichzeitig steht die Plattformökonomie vor erheblichen regulatorischen und strukturellen Herausforderungen. Eine zentrale Hürde bleibt die Fragmentierung des digitalen Binnenmarktes: Unterschiedliche nationale Regelungen, parallele Zuständigkeiten und uneinheitliche Durchsetzungsmechanismen – etwa im Datenschutz-, Verbraucher- oder Wettbewerbsrecht – erschweren grenzüberschreitende Geschäftsmodelle und hemmen Investitionen sowie Innovationen.

Vor diesem Hintergrund setzt sich die Bundesarbeitsgruppe (BAG) Plattformökonomie im Wirtschaftsrat für einen innovationsfreundlichen, wettbewerbsfähigen und harmonisierten regulatorischen Rahmen für digitale Plattformen ein. Ziel ist es, die Potenziale der Plattformökonomie für Wachstum, Innovation und Beschäftigung in Deutschland und Europa nachhaltig zu stärken.

Seit 2025 hat sich die BAG Plattformökonomie als zentrale Anlaufstelle im Wirtschaftsrat für Unternehmen etabliert, die in der Plattformökonomie tätig sind oder deren Chancen nutzen möchten. Das Gremium bringt Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zusammen, analysiert regulatorische Entwicklungen und entwickelt wirtschaftspolitische Positionen zur Gestaltung der digitalen Märkte.

Inhaltliche Schwerpunkte

Die Arbeit der Bundesarbeitsgruppe konzentriert sich insbesondere auf folgende Themenfelder:

Regulatorische Rahmenbedingungen für digitale Märkte

Die BAG begleitet zentrale europäische Digitalgesetze wie den Digital Markets Act (DMA), den Digital Services Act (DSA), den Data Act sowie Initiativen zur Modernisierung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Ziel ist ein kohärenter Rechtsrahmen, der Innovation ermöglicht und gleichzeitig einen funktionierenden Wettbewerb im digitalen Binnenmarkt sicherstellt.

Harmonisierung des digitalen Binnenmarktes

Ein zentraler Fokus liegt auf der Reduzierung regulatorischer Fragmentierung. Unterschiedliche nationale Regelungen und überlappende Zuständigkeiten erschweren derzeit den Marktzugang für Unternehmen. Die BAG setzt sich daher für harmonisierte Standards, ein effektives One-Stop-Shop-Prinzip sowie eine kohärente Durchsetzung europäischer Digitalgesetze ein.

Innovation und Wettbewerbsfähigkeit stärken

Die Plattformökonomie bietet insbesondere für Startups, Scale-ups und KMU große Wachstumschancen. Die BAG engagiert sich dafür, innovationsfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Entwicklung und Skalierung digitaler Geschäftsmodelle in Europa erleichtern.

Bürokratieabbau und praxisgerechte Regulierung

Übermäßige Berichtspflichten und regulatorisches „Gold-Plating“ bei der nationalen Umsetzung europäischer Gesetze müssen vermieden werden. Die BAG setzt sich für eine praktikable Regulierung sowie für eine Vereinfachung bürokratischer Verfahren im grenzüberschreitenden digitalen Handel ein.

Datenökonomie und Künstliche Intelligenz

Datengetriebene Geschäftsmodelle und KI-Anwendungen verändern die Plattformökonomie grundlegend. Die BAG analysiert die Auswirkungen dieser Technologien auf Marktstrukturen, Innovation und Arbeitsprozesse und setzt sich für einen risikobasierten, innovationsfreundlichen Rechtsrahmen für Datennutzung und KI ein.

Leitung der BAG Plattfromökonomie 

Die Bundesarbeitsgruppe Plattformökonomie wird von erfahrenen Vertreterinnen und Vertretern der digitalen Wirtschaft geleitet. Sie bringen ihre Expertise aus verschiedenen Bereichen der Plattformökonomie in die Arbeit des Gremiums ein und tragen dazu bei, wirtschaftspolitische Impulse für die Weiterentwicklung digitaler Märkte in Deutschland und Europa zu setzen.


Vorsitz

Dr. Albrecht von Sonntag

Beirat
idealo internet GmbH
Berlin

Stellvertretende Vorsitzende

Karl Anton Wehner

Geschäftsführer Alibaba.com DACH, Member of the Board Visable Group
Alibaba.com Germany GmbH
München

Johannes Reck

CEO & Gründer
GetYourGuide Deutschland GmbH
Berlin

Ihr Kontakt

Luise Marie Charlotte

Ritter

Fachgebietsleiter Innovation & Digitalisierung
Wirtschaftsrat der CDU e.V.
Bundesgeschäftsstelle
Berlin

030/24087-201