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10.04.2026
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Wirtschaftsrat warnt vor Erhöhung der GKV-Bemessungsgrenze

Tagesspiegel Background
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Im Zuge der aktuellen Diskussion um eine Reform des Gesundheitssystems, haben SPD-Vertreter zuletzt auch mit einer Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze in der Gesetzlichen Krankenversicherung sympathisiert und eine Steigerung auf das Niveau der Bemessungsgrenze in der Rentenversicherung ins Spiel gebracht .

Das Fachportal Tagesspiegel Background Gesundheit & E-Health zitiert in diesem Kontext ausführlich aus unserer Position, die sich wie folgt liest:

In der gesetzlichen Krankenkasse steigen die Leistungsansprüche nicht mit steigenden Beiträgen. Das ist der große Unterschied zur gesetzlichen Rentenversicherung. Forderungen, die Bemessungsgrenze in der GKV auf das Niveau der gesetzlichen Rentenversicherung anzuheben, stellen somit nicht nur eine deutliche Mehrbelastung für viele Arbeitnehmer und Arbeitgeber dar, sondern ignorieren auch genau diesen Unterschied. Generell muss die Hebung von Effizienzreserven bei der Reform des deutschen Gesundheitssystems Vorrang haben.

Der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt lag 2024 bereits bei 12,4 %, wie das Statistische Bundesamt jüngst verkündete. Das sind nicht nur 0,6 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr, sondern es ist auch der höchste Wert innerhalb der Europäischen Union – und das, während zugleich die Lebenserwartung in der Bundesrepublik mit die niedrigste in Westeuropa ist. Staaten wie etwa die Niederlande oder Dänemark kommen, gemessen am BIP, mit deutlich geringeren Gesundheitsausgaben aus, und dies bei gleichzeitig höherer Lebenserwartung. Wenn wir, statt der Steigerung der Effizienz, weitere Einkünfte den Krankenversicherungsbeiträgen unterwerfen und damit die Umverteilungsmaschinerie auf noch höheren Touren laufen lassen, machen wir die Standortbedingungen in diesem Land noch schlechter, als sie ohnehin schon sind.