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07.05.2026
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Wirtschaftstag 2026: Mut zu Reformen für ein wettbewerbsfähiges und souveränes Europa

©Jens Schicke

Der Wirtschaftstag zeigte: Europa braucht mehr Wettbewerbsfähigkeit, mehr Technologieoffenheit und weniger Regulierung. Der Wirtschaftsrat bringt dafür die entscheidenden Stimmen aus Politik und Wirtschaft zusammen.

Der Wirtschaftstag 2026 hat ein starkes europapolitisches Signal ausgesendet. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Deutschland und Europa insgesamt wieder zu wirtschaftlicher Stärke zurückfinden. Die Antwort zog sich durch Reden und Panels: Europa braucht mehr Wettbewerbsfähigkeit, einen vollendeten Binnenmarkt, eine Kapitalmarktunion für bessere Finanzierungsbedingungen, eine entschlossene Handelspolitik und vor allem den Mut zum konsequenten Bürokratieabbau.

Bereits zur Eröffnung des Wirtschaftstages machte Astrid Hamker die Bedeutung Europas deutlich: „Unsere einzige realistische Option, wettbewerbsfähig zu bleiben, ist ein stärkeres, handlungsfähigeres Europa“. Es war ein bewusstes Anliegen, die europäische Perspektive in den Mittelpunkt zu rücken. Denn die zentralen wirtschaftspolitischen Weichenstellungen werden längst nicht mehr nur in Berlin getroffen, sondern gerade auch in Brüssel.

Wie hochkarätig die Debatte geführt wurde, zeigte auch das weitere Programm. Mit Bundeskanzler Friedrich Merz, Portugals Premierminister Luís Montenegro, dem EVP-Partei- und Fraktionsvorsitzenden Manfred Weber MdEP, Estlands Verteidigungsminister Hanno Pevkur sowie führenden Persönlichkeiten aus Banken, Industrie, Technologie und Mittelstand brachte der Wirtschaftsrat starke Gesprächspartner zusammen, die Europas wirtschaftliche und politische Zukunft maßgeblich mitprägen.

Manfred Weber MdEP betonte, Europa brauche eine gesunde Portion Pragmatismus. Technologieoffenheit, wirtschaftliche Vernunft und ein stärkerer Fokus auf Wachstum seien entscheidend. Europa brauche Regeln und Standards, aber keine Regulierung, die Innovation verhindert. Zudem warb Weber für mehr Entschlossenheit bei Handelsabkommen mit Partnern wie Indien, den Mercosur-Staaten, Japan, Mexiko und Kanada. Gerade in einer Welt, in der die Beziehungen zu den USA und China schwieriger werden, sind neue Partnerschaften ein zentraler Baustein für Wachstum, Resilienz und geopolitische Handlungsfähigkeit.

Eine starke europäische Perspektive brachte auch Portugals Premierminister Luís Montenegro ein. Er zeigte eindrucksvoll, wie sich Portugal durch mutige Reformen aus der Staatsschuldenkrise befreite und zu einem wachstumsstarken Land in Europa entwickelte. Als kraftvolle Stimme im Europäischen Rat warb er für eine enge deutsch-portugiesische Zusammenarbeit und ein Europa, das seine Zukunft gemeinsam gestaltet. Sein Appell passte zum Kern des Wirtschaftstages: Es reicht nicht, zu wissen oder zu wollen –  Europa muss handeln.

Bundeskanzler Friedrich Merz machte deutlich, dass Deutschland seine Verantwortung in Europa wahrnehmen und gemeinsam mit seinen Partnern an neuer Wettbewerbsfähigkeit arbeiten muss. Besonders beim Rückbau von Bürokratie und bei der Vermeidung übermäßiger Regulierung, etwa im Bereich Künstlicher Intelligenz, komme es darauf an, in Brüssel die richtigen Weichen zu stellen.

Besonders sichtbar wurde die europäische Agenda auf dem Panel „Für ein wettbewerbsfähiges und souveränes Europa“. Mit Dr. Levin Holle, Dr. Bettina Orlopp, Philippe Oddo, Nicolas Dufourcq und Martha Schultz diskutierten hochrangige Vertreter aus Politik, Finanzwirtschaft und Unternehmertum über Wettbewerbsfähigkeit, Finanzierung und Innovation. Damit zeigte der Wirtschaftsrat, dass er den Austausch mit denjenigen ermöglicht, die europäische Wettbewerbsfähigkeit konkret voranbringen können.

Europäische Souveränität wurde auf dem Wirtschaftstag 2026 aber nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sicherheitspolitisch verstanden. Auf dem Panel „Mit Innovationen Europas Verteidigung verbessern“ diskutierten unter anderem Estlands Verteidigungsminister Hanno Pevkur, Johannes Volkmann MdB, Philippe Errera, Uwe Horstmann, Dr. Gundbert Scherf und Anders Sjöberg über die Zukunft der europäischen Verteidigungsfähigkeit.

Der Wirtschaftstag 2026 war damit ein klares Bekenntnis zu einem Europa, das einfacher, schneller und wettbewerbsfähiger werden muss. Technologieoffenheit, Bürokratieabbau, Binnenmarkt, Finanzierung, Handelspolitik und Verteidigungsfähigkeit gehören zusammen. Der Wirtschaftsrat hat erneut gezeigt, dass er zentrale Akteure aus Berlin, Brüssel und den europäischen Partnerstaaten an einen Tisch bringt – und dass der Druck aus der Wirtschaft gebraucht wird, damit Europa die richtigen Schritte geht.