Nachhaltige Rohstoffsicherung: Strategien für die heimische Gewinnung und den Umweltschutz
Die sichere Versorgung mit heimischen Rohstoffen ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und die Umsetzung der Klimaziele. Um die Versorgung langfristig zu sichern, fordert der Wirtschaftsrat die Umsetzung wichtiger Maßnahmen, die die heimische Rohstoffgewinnung effizienter und umweltverträglicher gestalten.
Ein zentraler Vorschlag ist die Beschleunigung der Genehmigungsverfahren. In Deutschland nehmen diese oft mehr als zehn Jahre in Anspruch, was die Planungs- und Investitionssicherheit gefährdet. Der Wirtschaftsrat fordert eine kritische Überprüfung und Vereinfachung der Fachgutachten sowie die Einführung digitaler Genehmigungsverfahren, wie sie im Critical Raw Materials Act bereits vorgesehen sind.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Sicherung von Rohstoffzugängen durch die Raumordnung. Um langfristige Versorgungsengpässe zu vermeiden, sollen Rohstofflagerstätten in Regional- und Landesplänen als Vorranggebiete festgelegt werden – unabhängig vom aktuellen Versorgungsbedarf. Dies garantiert auch den künftigen Generationen den Zugang zu wertvollen Rohstoffressourcen.
Darüber hinaus fordert der Wirtschaftsrat, Rohstoffsteuern abzulehnen, da diese zu einer Verlagerung der Produktion ins Ausland und steigenden Importen führen würden. Stattdessen sollen marktwirtschaftliche Instrumente und technologische Innovationen den Zugang zu heimischen Rohstoffen sichern.
Zur Unterstützung von Investitionen in die Rohstoffgewinnung und das Recycling von kritischen Rohstoffen soll der Rohstofffonds weiter gestärkt werden. Dieser Fonds hat sich bereits als wirksames Instrument erwiesen, um die Rohstoffversorgung zu stabilisieren und innovative Technologien zu fördern.
Nicht zuletzt plädiert der Wirtschaftsrat für eine stärkere Vereinbarkeit von Rohstoffgewinnung und Umweltschutz. Abbauflächen können oft während des Betriebs als Hotspots für Biodiversität dienen und nach ihrer Nutzung in wertvolle Biotope umgewandelt werden. Durch ein flexibles Modell, wie das Konzept der „Natur auf Zeit“, soll sichergestellt werden, dass Umwelt- und Naturschutz auch in der Rohstoffgewinnung berücksichtigt werden können. Der Grundgedanke dahinter ist, dass Flächen, die vorübergehend für den Rohstoffabbau genutzt werden, nicht dauerhaft aus der Natur entzogen werden müssen, sondern stattdessen während des Abbaus oder nach Abschluss der Nutzung für eine bestimmte Zeit als lebensraumfördernde Biotope dienen.
Nur durch eine Kombination aus schnelleren Genehmigungsverfahren, einer klaren rechtlichen Grundlage und nachhaltigen Innovationsansätzen kann Deutschland seine Rohstoffversorgung langfristig sichern und gleichzeitig ökologische Standards wahren.