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14.01.2026
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Wirtschaftsrat gibt sich ein unabhängiges, wissenschaftliches Beratergremium

©Jens Schicke

Den Wirtschaftsrat leiten die ordnungspolitischen Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft nach Ludwig Erhard. In einer immer komplexeren Welt und zunehmender ökonomischer und politischer Zusammenhänge kommt es umso mehr darauf an, die ordnungspolitischen Grundprinzipien im Blick zu behalten und zu erkennen. Vor diesem Hintergrund hat der Wirtschaftsrat der CDU mit Beginn des neuen Jahres seinen Wissenschaftlichen Beirat wieder aktiviert. Es braucht klare volkswirtschaftliche Analysen, um sich als Verband fundiert zu positionieren und den politischen Entscheidungsträgern sinnvolle und zielführende Handlungsempfehlungen mitgeben zu können.

Die Positionen des Verbandes werden in seinen Bundesfachkommissionen und Bundesarbeitsgruppen erarbeitet. Der Wissenschaftliche Beirat tritt an ihre Seite, um bei Bedarf die Arbeiten der Fachgremien zu fundieren. Mit dem Wissenschaftlichen Beirat hat sich der Wirtschaftsrat einen internen Think Tank gegeben, der wissenschaftlich Einschätzungen, Daten und Analysen erstellt, und damit die fachliche Arbeit zu ökonomischen und politischen Themen stärken zu können. 

Der Wissenschaftliche Beirat wird von keinem geringeren als Prof. Dr. Lars Feld geleitet. Mit ihm hat der Wirtschaftsrat einen der renommiertesten Wirtschaftswissenschaftler und gefragten Politikberater gewonnen. Herr Prof. Dr. Feld war lange Jahre Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und gehört dem Wissenschaftlichen Beirat des Bundesfinanzministers an. An seiner Seite steht ein Steuerungskreis des Wissenschaftlichen Beirates, der sich bereits letztes Jahr konstituiert hat. Ihm gehören ebenso namhafte Ökonominnen und Ökonomen an: Prof. Dr. Dr. h. c. Lars P. Feld (Walter Eucken Institut), Prof. Dr. Veronika Grimm (Technische Universität Nürnberg und Wirtschaftsweise), Prof. Dr. Stefan Kolev (Ludwig-Erhard-Forum für Wirtschaft und Gesellschaft, Berlin), Prof. Dr. Oliver Holtemöller (Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle) und Prof. Jörg Rocholl, PhD (ESMT Berlin). 

Als weitere Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats konnte der Wirtschaftsrat prägende Stimme der deutschen Wirtschaftswissenschaften gewinnen, wie den Präsidenten des ifo Instituts, Prof. Dr. Dr. h. c. Clemens Fuest, den prominenten Präsidenten des RWI Essen, Prof. Dr. Dr. h. c. Christoph M. Schmidt, den bekannten Wirtschaftswissenschaftler zu Demographiefragen, Prof. Dr. h.c. Axel Börsch-Supan, Ph. D., den renommierten Wettbewerbsökonomen Prof. Dr. Justus Haucap (Düsseldorf Institute for Competition Economics), den einflussreichen Finanzwissenschaftler Prof. Dr. Friedrich Heinemann (ZEW Mannheim) sowie den Forschungsdirektor des Kiel Institut für Weltwirtschaft, Prof. Dr. Stefan Kooths, und den Finanzmarktexperte zu Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen. Der Think Tank des Wirtschaftsrates umfasst insgesamt ein breites Netzwerk an führenden Wissenschaftlern, Forschungs- und Wissenschaftsinstitutionen in Deutschland und Europa, mit dem eine übergreifende Expertise eingebracht wird. Die vollständige Zusammensetzung des Wissenschaftlichen Beirates findet sich hier. 

In dem ersten Treffen der Mitglieder wurde schnell klar, dass im Zentrum der Arbeit dieses Beirates stehen muss, nämlich die ökonomischen Zusammenhänge und Interdependenzen von politischen Entscheidungen aufzuzeigen. Hierzu wird sich der Wissenschaftliche Beirat auf Formate, wie Hintergrundgespräche oder kurzen „Policy Briefings“ fokussieren. Der Wissenschaftliche Beirat wird sich im ersten Halbjahr auf drei Themenfelder konzentrieren, die von hoher Relevanz sind. Insbesondere die laufenden Reformüberlegungen zur Schuldenbremse wird der Think Tank für den Wirtschaftsrat kritisch aufgreifen und hierbei sowohl auf die Aufgabenkritik des Staates als auch auf die Rolle privaten Kapitals eingehen. Ein weiteres Thema wird die strategische Dimension der Geopolitik für die Ökonomie sein. Es wurde deutlich, dass geoökonomische Interessen stärker in das politische Bewusstsein rücken müssten, um strategisch richtige Entscheidungen der Politik treffen zu können. Ein drittes Thema wird die Rolle der Kapitalmärkte sein, da sie in den Fragen zur Altersvorsorge und zur Finanzierung der gesetzlichen Pflege mitgedacht gehören. Hier wird sich der Wissenschaftliche Beirat zur Integration der europäischen Kapitalmarktunion einbringen und ergänzende Perspektiven zur Wirkweise der Kapitalmärkte für die Stabilität der EU-Währungsunion beisteuern.