Jour Fixe mit MdEP Engin Eroglu
Im Rahmen des Jour Fixe des Wirtschaftsrates Brüssel sprach der Europaabgeordnete Engin Eroglu, Vorsitzender der Delegation für die Beziehungen zur Volksrepublik China im Europäischen Parlament, zum Thema „Aktuelle Fragen der EU-China-Politik“.
Corinna Grajetzky, Vorsitzende des Wirtschaftsrates Brüssel, begrüßte den Abgeordneten zu einem tagesaktuellen Austausch über die zentralen Herausforderungen im Verhältnis der Europäischen Union zur Volksrepublik China. Eroglu war Ende März/Anfang April mit einer EP-Delegation in China und betonte, dass die EU ihre China-Strategie neu ausrichten müsse. Es gelte, sich gegenüber dem globalen Akteur zwischen wirtschaftlicher Verflechtung, strategischer Risikoreduktion und wachsendem geopolitischem Druck neu zu sortieren. Aufgeworfen wurde die Frage, inwieweit bestehende europäische Strategien an veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen – unter anderem die beachtlichen chinesischen Exportüberschüsse – angepasst werden müssten.
Es wurde deutlich, dass sich die Dynamiken internationaler Märkte in den vergangenen Jahren erheblich verändert haben und Europa vor der Herausforderung steht, darauf angemessen zu reagieren. In diesem Zusammenhang wurde auch die wirtschaftliche Entwicklung Chinas beleuchtet – insbesondere im Hinblick auf dessen zunehmende Innovations- und Investitionskraft, die unmittelbaren Einfluss auf dessen internationale Wettbewerbsfähigkeit hat.
Ein besonderer Fokus lag auf den Auswirkungen chinesischer Handelsströme und industrieller Entwicklungen auf die europäische Wirtschaft. Dabei wurde die Bedeutung resilienter Wertschöpfungsketten sowie die Rolle internationaler Märkte für europäische Unternehmen hervorgehoben. Gleichzeitig wurde deutlich, dass europäische Unternehmen ihre Strategien zunehmend global ausrichten, um Wachstumschancen in unterschiedlichen Regionen, darunter auch China, zu nutzen.
Vor diesem Hintergrund wurde auch der Ansatz des sogenannten „De-Risking“ diskutiert, mit dem die Europäische Union darauf abzielt, wirtschaftliche Abhängigkeiten von China zu reduzieren und zugleich offene Märkte zu bewahren.
In der Diskussion standen insbesondere Fragen der chinesischen sowie europäischen Energieversorgung und -sicherheit im Mittelpunkt. Diese wurden in engem Zusammenhang mit Themen wie industrieller Wertschöpfung, technologischer Entwicklung – insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz – sowie klimapolitischen Zielsetzungen erörtert. Auch die Rolle der Wissenschaft bei der Entwicklung nachhaltiger und wettbewerbsfähiger Lösungen wurde hervorgehoben.
Insgesamt verdeutlichte die Veranstaltung die Komplexität der aktuellen Herausforderungen für die Europäische Union im Umgang mit China.