Jourfixe mit dem stellv. Generalsekretär der Europäischen Kommission, Dr. Nils Behrndt
Zum Thema „Prioritäten der Europäischen Kommission für 2026“ sprach Dr. Nils Behrndt, stellvertretender Generalsekretär der Europäischen Kommission, beim ersten Jour fixe des Wirtschaftsrates Brüssel im Jahr 2026.
Zum Auftakt des neuen Veranstaltungsjahres begrüßte Corinna Grajetzky, Vorsitzende des Wirtschaftsrates Brüssel, am 15. Januar 2026 Dr. Nils Behrndt zu einem Austausch über die Schwerpunkte der Europäischen Kommission, insbesondere im Bereich der Wirtschaftspolitik für das kommende Jahr.
In seinem Impuls betonte Behrndt die zentrale Bedeutung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit. Europa stehe vor tiefgreifenden Transformationsprozessen und sei zugleich in besonderem Maße dem globalen Wettbewerb ausgesetzt. Vor diesem Hintergrund müssten Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit künftig deutlich stärker gemeinsam gedacht werden.
Mit Blick auf das Arbeitsprogramm der Kommission für 2026 hob Behrndt hervor, dass die Stärkung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit im Mittelpunkt stehe. Der EU-Binnenmarkt solle konsequent genutzt und weiterentwickelt werden. Zentrale Ziele seien dabei eine vereinfachte Regulierung sowie eine stärkere Fokussierung auf die wirksame Umsetzung bereits bestehender Instrumente. Geplant seien unter anderem ein umfassendes Paket zur Wettbewerbsfähigkeit, ein Industrial Accelerator Act sowie Initiativen zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren.
In diesem Zusammenhang komme dem informellen Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 12. Februar 2026 eine besondere Bedeutung zu.
Ein weiterer Schwerpunkt der Kommissionsarbeit werde auf Investitionen liegen. Nationale, europäische und private Mittel müssten besser miteinander verzahnt werden, insbesondere in strategisch wichtigen Bereichen wie Infrastruktur und Energie. Auch Fragen der Rechtsvereinfachung sowie die Digitalisierung von Verwaltungsverfahren blieben zentrale Anliegen der Europäischen Kommission.
In der anschließenden Aussprache standen vor allem Themen wie Energieversorgung, Energiekosten sowie die zunehmende Belastung der Unternehmen – insbesondere des Mittelstandes – durch regulatorische Vorgaben im Fokus.
Abschließend unterstrich Behrndt, dass Rechtsvereinfachung und der Abbau unnötiger Belastungen zu den zentralen Zielen der Kommission gehörten und auch in den kommenden Jahren konsequent verfolgt würden. Gleichzeitig müsse Europa angesichts globaler Herausforderungen seine strategischen Interessen stärker in den Blick nehmen.