Bericht
05.02.2026
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Schnelleres Planen und Bauen: Politik im Austausch mit der Hamburger Immobilienwirtschaft

Podiumsdiskussion mit Dr. Christoph Ploß MdB, Katharina Beck MdB und Dorothee Martin
©Wirtschaftsrat

Der konzentrierte politisch-fachliche Austausch zur Immobilienwirtschaft mit namhaften Politikern und gut 80 Entscheidern fand zum provokant formulierten Thema „Bauturbo oder Bullshit?", angelehnt an die zum 1.1.2026 eingeführte neue Hamburgische Bauordnung, statt. Moderiert von Robert Heinemann, dem Vorsitzenden der Landesfachkommission „Immobilienwirtschaft“, diskutierten auf dem Podium der Beauftragte der Bundesregierung für Tourismus und maritime Wirtschaft Dr. Christoph Ploß MdB, die ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete und künftiger Vorstand der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Dorothee Martin und die finanzpolitische Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion, Katharina Beck MdB bei Immobilienmakler Jones Lang Lasalle (JLL).

Nach der Begrüßung durch den neuen JLL-Standortleiter Alexander von Bülow und seinem Vorgänger Richard Winter, ging es zu den Themen wie Hamburg Standard, Serielles Bauen und kommunale Wärmeplanung in medias res: Dr. Christoph Ploß kündigte an, dass mit dem in Kürze kommenden Gebäudemodernisierungsgesetz pragmatische Regelungen für die Wärmeversorgung gefunden werden würden. Es müsse jetzt „gelingen, Wirtschaftswachstum zu erzeugen“. Dorothee Martin stellte fest: „Auch wenn es noch viele Verbesserungsnotwendigkeiten gibt, hat der Gesetzgeber gehandelt.“ Jetzt seien die kommunalen Entscheider und die Projektentwickler gefragt. Katharina Beck forderte Fortschritte bei der Kapitalmarktunion, um Europas Kapitalmärkte attraktiver und stärker zu machen - auch, um zusätzliches Kapital für Wohnungsbau und andere Immobilieninvestitionen anzuziehen.

Früher hoch umstrittene Themen wie die Reduzierung der Energiestandards und die Erhöhung der Baukostenobergrenze bei Nutzung der Sonderabschreibungen wurden auf dem Podium einheitlich befürwortet. Klare Unterschiede gab es aber weiterhin bei der Frage, ob das heutige Mietrecht noch in die Zeit passt. Für Dr. Christoph Ploß machte es „Mobilität oft unmöglich, schützt unabhängig vom Einkommen und erschwert notwendige Sanierungen.“ Katharina Beck forderte hingegen angesichts der für viele Menschen unbezahlbaren Neubaumieten eine Ausweitung der Mietpreisbremse.