Bericht
23.01.2026
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Sektionstreff mit Bernd Nottebaum, kommissarischer Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Schwerin

Ideen für die Zukunft Schwerins
©Wirtschaftsrat der CDU e.V.

Seit Anfang des Jahres ist Bernd Nottebaum (CDU) kommissarischer Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Schwerin, nachdem Rico Badenschier (SPD) seinen Rücktritt erklärt hat. In einem Austausch mit der Sektion Schwerin und dem Sektionssprecher Ulrich Tuch stellte Nottebaum seine politischen Schwerpunkte und Vorstellungen für die weitere Entwicklung der Stadt im Hinblick auf die Oberbürgermeisterwahl vor.

Rückblick und politische Einordnung

Als zentralen Grundfehler seines Vorgängers sieht Nottebaum die Annahme der SPD, nach der Oberbürgermeisterwahl auch innerhalb eines Jahres die Mehrheit in der Stadtvertretung erreichen zu können. Dieses Ziel wurde bei der Kommunalwahl deutlich verfehlt, sodass für wesentliche Vorhaben die notwendige politische Unterstützung fehlte.

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Foto: Wirtschaftsrat der CDU e.V.

Wohnraumentwicklung als zentrales Thema

Einen Schwerpunkt der zukünftigen Stadtentwicklung sieht Nottebaum in der Schaffung von neuem und bezahlbarem Wohnraum. Wichtige unter gegebenen Mehrheitsverhältnissen realisierbare Projekte sind hierbei das „Warnitzer Feld“ sowie die Bebauung in der Weststadt an der Johannes-Brahms-Straße. Die Teilnehmer und Nottebaum bewerten die Zweckentfremdungssatzung als zusätzlichen Verwaltungsaufwand für die Stadt. Grundsätzlich würde somit zwar der Wohnraum vor Umwandlung in Ferienwohnungen geschützt werden, allerdings sahen insbesondere die Mitglieder des Wirtschaftsrates darin auch ein Hemmnis für Investitionen in neue Wohnungen und für die Finanzierung von Sanierungsmaßnahmen. 

Wirtschaft, Industriepark und Fachkräfte

Ein weiterer Fokus liegt auf der Erschließung neuer Baugebiete und der Weiterentwicklung des Industrieparks Schwerin. Besonders hervorgehoben wurde das Richtfest von Ypsomed für Werk 2, das mit einem Investitionsvolumen von rund 470 Millionen Euro und der Schaffung von etwa 500 neuen Arbeitsplätzen einen bedeutenden wirtschaftlichen Impuls für die Stadt darstellt.

Trotz dieser Entwicklung stehen im Industriepark weiterhin freie Flächen zur Verfügung. Parallel dazu ist ein nachhaltiges Energiekonzept mit regionaler grüner Stromversorgung geplant. Auch ein Autobahnzubringer zur A14 Schwerin-Süd befindet sich in Vorbereitung. Das entsprechende Planfeststellungsverfahren ist für das erste Quartal 2026 vorgesehen. Zur Sicherung und Bindung von Fachkräften soll ein Welcome-Center eingerichtet werden, das neue Arbeitskräfte beim Ankommen und Einleben in Schwerin unterstützt.

Die Teilnehmer waren sich in der lebhaften Diskussion einig, dass für die zusätzliche Ansiedlung von Industrie- und Gewerbe zusätzlich geeigneter Wohnraum geschaffen werden muss. Die weitere Entwicklung von Industrie und Gewerbe wird auch zu einer zusätzlichen Belebung für den Tourismus, der Hotel- und Gaststätten führen.

Innenstadt und Bildung

Um die Attraktivität der Innenstadt weiter zu stärken, spricht sich Nottebaum für eine Anpassung der Öffnungszeitenverordnung aus. Der aktuelle Wortentwurf, der das gesamte Stadtgebiet durch den Ausschluss bestimmter Branchen benachteiligt, wird kritisch gesehen und findet keine Zustimmung. Ein weiteres zentrales Projekt ist der geplante Neubau eines regionalen und beruflichen Bildungszentrums für Gesundheit und Soziales in Neu Zippendorf.

Marke Schwerin und Zukunftsaussichten

Insgesamt soll die Marke Schwerin mit dem Residenzensemble als UNESCO-Weltkulturerbestätte weiter gestärkt und bundesweit sichtbarer gemacht werden. Ein wichtiger Baustein hierfür ist die geplante Landesgartenschau Schwerin 2035. Das ausgezeichnete Bildungsangebot und die sehr gute Gesundheitsversorgung sind wichtige Grundlagen für die Entwicklung der Landeshauptstadt.