"Kooperation ja, Fusion nein" - Abendveranstaltung der Sektion Osnabrück / Grafschaft Bentheim zur Zukunft der Gesundheitsversorgung
Im Rahmen einer Abendveranstaltung widmeten sich Mitglieder der Sektion Osnabrück-Grafschaft Bentheim des Wirtschaftsrates Niedersachsen einem hochaktuellen Thema: der zukünftigen Ausgestaltung der Gesundheitsversorgung in Osnabrück. Unter dem Titel „Kooperation, ja, Fusion nein – eine sichere Gesundheitsvorsorge in Osnabrück ohne Risiko“ diskutierten die Teilnehmer gemeinsam mit dem Oberbürgermeisterkandidaten der SPD, Robert Alferink, zentrale Herausforderungen und Perspektiven der regionalen Krankenhauslandschaft.
Zu Beginn der Veranstaltung stellte Alferink seine Kandidatur für die anstehende Kommunalwahl am 13. September 2026 vor und gab Einblicke in seinen bisherigen Wahlkampf, der unter anderem durch mehr als 11.000 Haustürbesuche geprägt ist. Besonders betonte er die Bedeutung eines engen Austauschs mit Unternehmen und der regionalen Wirtschaft – nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund seiner Tätigkeit im Aufsichtsrat der Wirtschaftsförderung Osnabrück.
Im Mittelpunkt der anschließenden Diskussionsrunde stand die Gesundheitsversorgung in Osnabrück. Die Stadt verfügt über mehrere Krankenhäuser in unterschiedlicher Trägerschaft, städtisch und kirchlich, die jedoch gleichermaßen mit erheblichen finanziellen Herausforderungen konfrontiert sind. In seiner Funktion als Aufsichtsratsmitglied des Klinikums Osnabrück konnte Alferink aus erster Hand über die komplexen Überlegungen zur zukünftigen Struktur berichten.
Kern der Debatte war die Frage, ob eine Fusion der Einrichtungen sinnvoll und umsetzbar sei. Derzeit wird im Rahmen eines Lenkungsausschusses über eine mögliche Zusammenarbeit in Form einer Holdingstruktur beraten. Ziel sei es, Synergien zu nutzen, ohne die Eigenständigkeit der einzelnen Häuser vollständig aufzugeben – ein Balanceakt zwischen Effizienzsteigerung und Wahrung institutioneller Identitäten. In der Diskussion wurde auch über die Forderung nach einem Abbau bürokratischer Hürden sowie die Auswirkungen gesetzlicher Mindestfallzahlen auf die Vergütung medizinischer Leistungen. Ein gemeinsames Ziel kristallisierte sich dabei klar heraus: die Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung bei möglichst geringer finanzieller Belastung der Träger.
Im weiteren Verlauf rückten auch infrastrukturelle Fragestellungen in den Fokus. Themen wie Verkehrsfluss, Standortentwicklung und die Ansiedlung von Unternehmen – etwa im Einzelhandel – wurde aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Die Veranstaltung klang in einer offenen und angenehmen Atmosphäre bei einem gemeinsamen Imbiss aus, der den Teilnehmern die Gelegenheit bot, die gewonnen Impulse zu vertiefen und den Austausch in persönlichen Gesprächen fortzusetzen.
Der Wirtschaftsrat Niedersachsen bedankt sich bei Robert Alferink für die Gelegenheit zum politischen Austausch und bei PwC für die Gastfreundlichkeit