Bericht
26.02.2026
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Podiumsdiskussion der Landesverbände Hamburg und Niedersachsen mit Ralf Hartwich, Cord Wöhlke, Prof. Dr. Michael Becken, MdHB, (CDU) und Jan Koltze (SPD)

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Am 24.02.2026 kamen die Landesverbände Hamburg und Niedersachsen zu einer Debatte über den Mindestlohn zusammen.

Kontroverse, klare Kante und dennoch konstruktiv – so lässt sich die Podiumsdiskussion zum Mindestlohn in wenigen Worten zusammenfassen.

Seit dem 1. Januar 2026 liegt der Mindestlohn bei 13,90 € brutto pro Stunde, zum 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 €. Ein Thema mit Sprengkraft – gerade für Mittelstand, Gastronomie und Saisonbetriebe.

Sektionssprecher Karsten Seebrandt begrüßte gemeinsam mit dem Landesvorsitzenden Thies Goldberg aus Hamburg hochkarätige Gäste aus Politik und Wirtschaft: Cord Wöhlke, BUDNI, und Ralf Hartwich, JAWOLL, standen den Bürgerschaftsabgeordneten Prof. Dr. Michael Becken MdHB (CDU) und Jan Koltze (SPD) im Privathotel Lindtner Hamburg gegenüber.

Einigkeit herrschte in zwei zentralen Punkten:

      - Ein Mindestlohn ist per se richtig.

      - Die Mindestlohnkommission sollte unabhängig arbeiten.


Dann wurde es kontrovers: Jan Koltze widersprach der These, dass es nachweislich, insbesondere in Gastronomie und Saisonarbeit, zu einem Beschäftigungsrückgang gekommen sei – für den auch der Mindestlohn ursächlich sein könnte.

 

Ralf Hartwich hielt dagegen: Seit Einführung 2021 sei der Mindestlohn um 44,8 % gestiegen. Die Folgen?

      - kaum noch Differenzierungsspielraum bei der Entlohnung

      - gute Mitarbeitende können schwerer zusätzlich honoriert werden

      - Lohnabstände schrumpfen

      - Beschäftigte auf Mindestlohn-Niveau müssen „mitgezogen“ werden

      - viele Mittelständler geraten unter Druck – manche sehen sich sogar gezwungen zu verkaufen

 

Professor Becken ordnete die Debatte wirtschaftspolitisch ein:

Entscheidend seien funktionierende marktwirtschaftliche Mechanismen. Statt allein auf Lohnuntergrenzen zu schauen, brauche es Maßnahmen zur Steigerung der Produktivität.
Zum Abschluss brachte Cord Wöhlke die Diskussion auf eine zugespitzte Formel:
Es muss mehr Netto vom Brutto übrigbleiben! Das Staatsgebilde ist viel zu teuer.


Fazit des Abends:

Der Mindestlohn bleibt ein Balanceakt zwischen sozialer Sicherheit und wirtschaftlicher
Tragfähigkeit. Klar wurde auch, dass wir weniger Ideologische Schlagworte und mehr faktenbasierte, produktivitätsorientierte Lösungen.


Der Wirtschaftsrat Niedersachsen dankt allen Beteiligten für einen engagierten, respektvollen Austausch! Danke auch an die Kollegen aus Hamburg für die schöne Gemeinschaftsleistung.