Unternehmerfrühstück der Sektion Hannover mit Sabrina Kahmann und Prof. Dr. Florian Heinze
Am 17.03.2026 gab es ein nächstes Unternehmerfrühstück der Sektion Hannover. Die Veranstaltung widmete sich einem aktuellen und kontrovers diskutierten Thema: der Regulierung und Entwicklung der Automatenwirtschaft in Deutschland.
Zu Beginn begrüßten Dirk Abeling
und Prof. Dr. Florian Heinze die Mitglieder und Gäste. Er führte die Teilnehmenden interaktiv in das Thema ein, indem er ein Quiz zu den Unterschieden zwischen
Spielbanken und Spielhallen initiierte. Dabei wurden unter anderem Fragen
gestellt wie: Wo darf Alkohol ausgeschenkt werden? Welche Einrichtungen dürfen
nach 00:00 Uhr noch geöffnet sein? Und noch viele weitere. Die Auflösung
erfolgte schrittweise und verdeutlichte die teils erheblichen Unterschiede
sowie die komplexen gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Im weiteren Verlauf erläuterte Prof. Dr. Heinze die grundlegenden Begriffe und
machte deutlich, dass sowohl Spielbanken als auch Spielhallen heute einer
Vielzahl von Regularien unterliegen. Dazu zählen unter anderem strenge Auflagen
bei der Eröffnung, verpflichtende Schulungen für Betreiber und Personal sowie
umfangreiche Spielerschutzmaßnahmen. Während Spielbanken früher staatlich
betrieben wurden, sind sie heute weitgehend privatisiert.
Ein zentraler Punkt seines Vortrags war die Vielfalt der Glücksspielangebote –
von Lotto und Sportwetten bis hin zu Geldspielautomaten – sowie deren
zunehmende Verlagerung in den Onlinebereich. Prof. Dr. Heinze betonte, dass ein
fehlendes legales Angebot häufig zur Ausweitung illegaler Aktivitäten führe. So
sei mittlerweile etwa jedes dritte Geldspielgerät in Deutschland illegal.
Legale Geräte hingegen unterliegen strengen Beschränkungen, etwa hinsichtlich
Anmeldung, Sperrsystemen und Nutzungsdauer, während illegale Geräte diese
Auflagen umgehen.
Zudem wurde darauf hingewiesen, dass die Regulierung des Glücksspiels heute
Ländersache ist und sich daher regional deutlich unterscheidet. Beispielhaft
wurden Mindestabstände zwischen Spielstätten genannt – etwa 500 Meter in Bremen
gegenüber 100 Metern in Niedersachsen. Diese Unterschiede führten teilweise zu
Verlagerungseffekten, bei denen strengere Regelungen in einem Bundesland zu
mehr illegalen Angeboten oder einer Abwanderung in Nachbarregionen führen.
Die Regulierung von Glücksspiel wurde in diesem Zusammenhang als grundsätzliche
politische Frage zwischen individueller Freiheit und staatlicher Kontrolle
eingeordnet. Insbesondere im Bereich des Online-Glücksspiels bestehe eine große
Herausforderung, da dieses nur schwer kontrollierbar sei und ein erheblicher
Anteil illegaler Angebote existiere.
Im Anschluss ergänzte Sabrina Kahmann den Vortrag. Sie ging insbesondere auf
die Problematik illegaler („Fake“-)Automaten ein, die zunehmend professionell
hergestellt würden und für Laien kaum noch von legalen Geräten zu unterscheiden
seien. Diese würden häufig außerhalb Europas produziert und stellten eine
erhebliche Bedrohung für die legale Automatenwirtschaft dar.
Kahmann betonte, dass sich die Branche intensiv darum bemühe, illegale Geräte
aufzuspüren und zu bekämpfen, da diese nicht nur wirtschaftlichen Schaden
verursachten, sondern auch die bestehenden Regulierungsmechanismen unterliefen.
Auch sie verwies auf den Effekt, dass strengere Regulierungen – wie
beispielsweise in Bremen – zu einer Zunahme illegaler Angebote und einer
Verlagerung in weniger regulierte Regionen wie Niedersachsen führen können.
Abschließend bot die Veranstaltung den Teilnehmenden die Gelegenheit zum
Austausch und zur Diskussion über die zukünftige Entwicklung der Branche sowie
die Herausforderungen im Spannungsfeld von Regulierung, Marktinteressen und
Spielerschutz.
Die Sektion Hannover des Wirtschaftsrates Niedersachsen bedankt sich bei
Sabrina Kahmann und Prof. Dr. Florian Heinze für die authentischen Einblicke in
die Automatenwirtschaft in Deutschland.