Bericht
18.03.2026
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Unternehmerfrühstück der Sektion Hannover mit Sabrina Kahmann und Prof. Dr. Florian Heinze

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Am 17.03.2026 gab es ein nächstes Unternehmerfrühstück der Sektion Hannover. Die Veranstaltung widmete sich einem aktuellen und kontrovers diskutierten Thema: der Regulierung und Entwicklung der Automatenwirtschaft in Deutschland.

Zu Beginn begrüßten Dirk Abeling und Prof. Dr. Florian Heinze die Mitglieder und Gäste. Er führte die Teilnehmenden interaktiv in das Thema ein, indem er ein Quiz zu den Unterschieden zwischen Spielbanken und Spielhallen initiierte. Dabei wurden unter anderem Fragen gestellt wie: Wo darf Alkohol ausgeschenkt werden? Welche Einrichtungen dürfen nach 00:00 Uhr noch geöffnet sein? Und noch viele weitere. Die Auflösung erfolgte schrittweise und verdeutlichte die teils erheblichen Unterschiede sowie die komplexen gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Im weiteren Verlauf erläuterte Prof. Dr. Heinze die grundlegenden Begriffe und machte deutlich, dass sowohl Spielbanken als auch Spielhallen heute einer Vielzahl von Regularien unterliegen. Dazu zählen unter anderem strenge Auflagen bei der Eröffnung, verpflichtende Schulungen für Betreiber und Personal sowie umfangreiche Spielerschutzmaßnahmen. Während Spielbanken früher staatlich betrieben wurden, sind sie heute weitgehend privatisiert.

Ein zentraler Punkt seines Vortrags war die Vielfalt der Glücksspielangebote – von Lotto und Sportwetten bis hin zu Geldspielautomaten – sowie deren zunehmende Verlagerung in den Onlinebereich. Prof. Dr. Heinze betonte, dass ein fehlendes legales Angebot häufig zur Ausweitung illegaler Aktivitäten führe. So sei mittlerweile etwa jedes dritte Geldspielgerät in Deutschland illegal. Legale Geräte hingegen unterliegen strengen Beschränkungen, etwa hinsichtlich Anmeldung, Sperrsystemen und Nutzungsdauer, während illegale Geräte diese Auflagen umgehen.


Zudem wurde darauf hingewiesen, dass die Regulierung des Glücksspiels heute Ländersache ist und sich daher regional deutlich unterscheidet. Beispielhaft wurden Mindestabstände zwischen Spielstätten genannt – etwa 500 Meter in Bremen gegenüber 100 Metern in Niedersachsen. Diese Unterschiede führten teilweise zu Verlagerungseffekten, bei denen strengere Regelungen in einem Bundesland zu mehr illegalen Angeboten oder einer Abwanderung in Nachbarregionen führen.

Die Regulierung von Glücksspiel wurde in diesem Zusammenhang als grundsätzliche politische Frage zwischen individueller Freiheit und staatlicher Kontrolle eingeordnet. Insbesondere im Bereich des Online-Glücksspiels bestehe eine große Herausforderung, da dieses nur schwer kontrollierbar sei und ein erheblicher Anteil illegaler Angebote existiere.

Im Anschluss ergänzte Sabrina Kahmann den Vortrag. Sie ging insbesondere auf die Problematik illegaler („Fake“-)Automaten ein, die zunehmend professionell hergestellt würden und für Laien kaum noch von legalen Geräten zu unterscheiden seien. Diese würden häufig außerhalb Europas produziert und stellten eine erhebliche Bedrohung für die legale Automatenwirtschaft dar.
Kahmann betonte, dass sich die Branche intensiv darum bemühe, illegale Geräte aufzuspüren und zu bekämpfen, da diese nicht nur wirtschaftlichen Schaden verursachten, sondern auch die bestehenden Regulierungsmechanismen unterliefen. Auch sie verwies auf den Effekt, dass strengere Regulierungen – wie beispielsweise in Bremen – zu einer Zunahme illegaler Angebote und einer Verlagerung in weniger regulierte Regionen wie Niedersachsen führen können.

Abschließend bot die Veranstaltung den Teilnehmenden die Gelegenheit zum Austausch und zur Diskussion über die zukünftige Entwicklung der Branche sowie die Herausforderungen im Spannungsfeld von Regulierung, Marktinteressen und Spielerschutz.

Die Sektion Hannover des Wirtschaftsrates Niedersachsen bedankt sich bei Sabrina Kahmann und Prof. Dr. Florian Heinze für die authentischen Einblicke in die Automatenwirtschaft in Deutschland.