Jahresauftakt der Sektion Köln
"Die Wirtschaft braucht deutliche politische Zeichen, wie sich die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft verändern. Wir brauchen eine Trendwende." So leitete Sektionssprecherin Dr. Sandra von Möller in die erste Veranstaltung der Sektion Köln mit dem Mitglied des Vorstandes der Bundesbank, Lutz Lienenkämper, ein. Rund 150 Teilnehmer waren der Einladung in das Institut für Personal- und Unternehmensberatung gefolgt.
Lienenkämper analysierte die aktuelle wirtschaftliche Lage. Bereits vor Ukraine-Krieg zeigten sich deutliche Schwächen beim wirtschaftlichen Wachstum. Dies deute auf strukturelle Probleme hin, die nicht durch mehr Schulden, durch das aufweichen der Schuldenbremse, ausgeglichen werden. Mehr Geld reiche nicht, man brauche auch mehr wirtschaftliche Dynamik durch konkreten Bürokratieabbau. Als Beispiel nannte er die Erleichterung im Zuge der Wiedervereinigung. 42 Prozent der Unternehmen forderten einen Abbau der Bürokratie. Diese spare Milliarden und mache das Land auch resilienter stellte Lienenkämper fest. „Wir können nicht länger in der Rente leben als im Arbeitsleben. Dies sei finanziell nicht darstellbar. Davor habe die Bundesbank schon seit Jahren hingewiesen. Wir müssen die anstehende Probleme benennen,“ so Lienenkämper.
Auch steuerlich muss Deutschland international wettbewerbsfähiger werden. Auch müsse die Energiewende effizienter werden, damit würde sie billiger und das Land resilienter. Digitalisierung könne nicht bedeuten schlechte Prozesse digital abzubilden. Auch bei der finanziellen Bildung der Bevölkerung sei unterdurchschnittlich. Diese muss sich ändern. Konkret gehe die Bundesbank auch an Schulen. Nur wer mehr Wissen habe, verstehe auch besser wirtschaftliche Zusammenhänge und damit auch die notwendigen Reformen. 2026 müsse daher zum Jahr der Reformen werden forderte er zum Abschluss unter dem großen Beifall der Teilnehmer.
Als Gastgeber dankte Dr. Magnus Tessner für den positiven Ausblick auf das kommende Jahr 2026.