Wirtschaft stärken heißt: zuhören, entscheiden, machen
Beim der Diskussionsveranstaltung der Sektion
Gütersloh/Lippe in den Räumen der Deutschen Bank in Detmold, begrüßten Marc Brinkhoff
und Lars Kinkeldey
den neuen Landrat des Kreises Lippe, Meinolf Haase. Sein Thema: „Ausblick auf
die Förderung der Wirtschaft im Kreis Lippe“ – ergänzt um einen ehrlichen Blick
auf seine ersten 100 Tage im Amt.
Viele kennen Haase noch aus seiner langjährigen Tätigkeit im
Bevölkerungsschutz. Mehr als zwanzig Jahre lang leitete er Einsätze, führte
Feuerwehren und traf Entscheidungen unter hohem Druck. Diese Erfahrung prägt
ihn – und sie ist auch in der Wirtschaftspolitik von großem Wert.
Ein Satz von ihm blieb besonders hängen: „In der Krise: Köpfe kennen.“
Genau das zählt auch für Unternehmen: starke Netzwerke, kurze Entscheidungswege
und ein klares Verständnis für die richtigen Ansprechpartner. Besonders konkret
wurde Haase beim Thema Genehmigungen. Künftig sollen Baugenehmigungen innerhalb
von drei Wochen entschieden werden.
Wer aus der Produktion kommt, weiß, wie relevant solche Geschwindigkeiten sind.
Wenn eine neue Maschine sechs Monate auf eine Genehmigung wartet, steht die
Wertschöpfung still. Viele Fabriken arbeiten längst nach dem Prinzip: morgens
Problem erkennen, abends Lösung finden. Genau diese Dynamik wünschen sich
Unternehmen auch von Behörden.
Für Landrat Haase gehört dazu auch eine Verwaltung, die moderner und
transparenter arbeitet. Er betonte, wie wichtig eine deutlich offenere
Kommunikation ist. Denn was wir aus der Produktion gut kennen, gilt ebenso für
öffentliche Strukturen: Informationen müssen dort ankommen, wo sie gebraucht
werden. Nur so funktioniert die gesamte Organisation.
Ebenso klar äußerte er seine Haltung zur Rolle der Wirtschaft.
Wirtschaftsförderung, sagte er, sei eine Führungsaufgabe und müsse direkt in
der Spitze verankert sein. Die Verantwortung für wirtschaftliche Entwicklung
lasse sich nicht delegieren – sie müsse aktiv gestaltet werden.
Seine ersten 100 Tage hat Haase unter vier Leitbegriffe gestellt, die auch
seine weitere Arbeit prägen sollen:
- Zuhören
- Kommunikation
- Gemeinsames Handeln
- Fokus auf das Wesentliche
Das erinnert stark an ein gutes Shopfloor-Meeting: erst verstehen, dann gemeinsam handeln – und Prioritäten setzen.
Vielen Dank an Landrat Meinolf Haase, an unseren Gastgeber Dierk Adrian (Deutsche Bank Detmold) sowie an alle Teilnehmer für den offenen und konstruktiven Austausch.