Wie das Tausendfüßlerprinzip Kölns Wirtschaft voranbringt
Andree Haack ist Beigeordneter der Stadt Köln und verantwortlich für Stadtentwicklung, Wirtschaft, Digitalisierung und Regionales. Ein fünftes Ressort kommt hinzu, auch wenn es nicht im Organigramm des Kölner Rathauses abgebildet ist: Haack ist sozusagen Beigeordneter für Optimismus, Aufbruchsstimmung und einen zuversichtlichen Blick in die Zukunft. Diesen Eindruck machte Haack auf die Gäste des Hintergrundgesprächs der Sektion Köln des Wirtschaftsrates, das am Freitag, 20. März, in den Räumen der AHW Hunold & Partner mbB stattfand. Dr. Sandra von Möller, Sprecherin der Sektion Köln, begrüßte die zahlreichen Gäste, Christof Felten und Oliver Conrad von AHW Hunold & Partner, stellten die gastgebende Kanzlei (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte) vor.
Optimismus also, trotz wenig positiver Meldungen vom Stellenabbau bei Lanxess und Ford. Aber Haack machte klar: Köln ist mehr als die großen Namen aus Chemie und Autobranche, gilt in der Domstadt doch das „Tausendfüßlerprinzip“. Und das bedeutet: „Köln hat eine unglaubliche Breite der Wirtschaft“ (Haack), die zudem stark aufgestellt ist, wenn es um Zukunftstrends geht, etwa im Bereich Life Science, in der Raumfahrt oder auch im Bereich Verteidigung. „Um die Wirtschaftsstruktur mache ich mir keine Sorgen, denn wir haben Zukunftsgeschichten zu erzählen. Und auf die können wir stolz sein“, so Andree Haack.
Zukunftsgeschichten, dazu zählt der Raumfahrtstandort. Köln wird Kontrollzentrum von Iris2, der europäischen Konkurrenz zum Starlink-Satellitennetz. Das DLR bildet Astronauten in Köln aus und bereitet sie in der Simulationsanlage LUNA auf Mondmissionen vor. Haack: „Der Weg zum Mond führt über Köln.“ Oder der Biocampus Ehrenfeld, auf dem an medizinischen Innovationen geforscht wird. Das Fazit des Beigeordneten: Die Dynamik in Zukunftsbranchen fängt Negativtrends auf.
Weitere Themen waren Wohnungsbau bzw. Erbpacht, um große Gebiete zu entwickeln (Haack: „Das falsche Modell“), die Digitalisierung („Kölns Verwaltung ist im Vergleich gut aufgestellt“), der Bau der Microsoft Hyperscaler im Rheinischen Revier („davon müssen wir profitieren“) und schließlich, nach einem Impuls von Sandra von Möller, die Olympiabewerbung Köln Rhein-Ruhr. Auch hier blickt Haack mit Optimismus in die Zukunft: „Das ist eine große Chance für die Stadt, da können Knoten durchgeschlagen werden, was die Infrastruktur angeht.“ Und Haack, selbst begeisterter Schwimmsportler, fügt hinzu: „Vielleicht gibt es ja Freiwasser-Schwimmwettbewerbe im Fühlinger See…“