17. Mitteldeutsche Digitalisierungskonferenz
Rund 200 Fachgäste aus Verwaltung, Wirtschaft, Politik und Wissenschaft kamen zur 17. Mitteldeutschen Digitalisierungskonferenz an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg zusammen. Unter dem Titel „Digital by Design – Verwaltung strategisch transformieren“ ging es um eine Bestandsaufnahme und um die nächsten Schritte der digitalen Transformation in Mitteldeutschland.
Die Konferenz wurde vom Cluster IT-Mitteldeutschland e.V. gemeinsam mit den Landesverbänden Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen des Wirtschaftsrates und den jeweiligen Landesfachkommissionen für Digitales sowie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ausgerichtet.

(Foto: Wirtschaftsrat)
Sirko Scheffler, Vorsitzender des Wirtschaftsrates Sachsen-Anhalt begrüßte rund 200 Gäste und unterstrich die Bedeutung des Austauschs. Zugleich stellte er die Wichtigkeit der Digitalisierungskonferenz mit zahlreichen spannenden und hochkarätigen Referenten heraus.
Aus politischer Perspektive unterstrich Bernd Schlömer, Staatssekretär im Ministerium für Infrastruktur und Digitales sowie CIO des Landes Sachsen-Anhalt, die Fortschritte der vergangenen Jahre. Die aktuelle Legislaturperiode stehe für einen deutlichen Aufbruch in der Digitalisierung. Insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen sei neu strukturiert worden, sodass beide Ebenen heute enger als je zuvor zusammenarbeiten. Gleichzeitig habe Sachsen-Anhalt beim Ausbau der digitalen Infrastruktur erhebliche Fortschritte erzielt und gehöre mit einer Glasfaserquote von über 45 Prozent bundesweit zur Spitzengruppe der Flächenländer.
Bernd
Schlömer, Staatssekretär im Ministerium für Infrastruktur und Digitales sowie
CIO des Landes Sachsen-Anhalt, bei seinem Impulsvortrag (Foto: Wirtschaftsrat)
Dr. Daniela Dylakiewicz, Amtschefin der Sächsischen Staatskanzlei und CIO des Freistaates Sachsen, betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Digitale Lösungen könnten nur dann erfolgreich umgesetzt werden, wenn sie gemeinsam entwickelt werden. Der Ansatz „Digital by Design“ bedeute dabei, Verwaltungsprozesse von Anfang an digital zu denken und entsprechend zu gestalten.

rechts: Thomas
Patzelt, Geschäftsführer der TSA Public Service GmbH (Foto: Wirtschaftsrat)
Auch Milen Starke, Staatssekretärin im Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur, hob hervor, dass Digitalisierung längst die Grundlage einer zukunftsfähigen und sicheren Verwaltung sei. Veranstaltungen, wie die Mitteldeutsche Digitalisierungskonferenz zeigten, wie wichtig der Austausch zwischen Politik, Verwaltung und IT-Wirtschaft für die Entwicklung neuer Lösungsansätze sei.
v.l.n.r.: Steffi Brauer, Projektleiterin der Teleport GmbH; Andy Schmidt, Landesgeschäftsführer des Wirtschaftsrates in Sachsen-Anhalt; Maria Christina Rost, Landesbeauftragte für den Datenschutz Sachsen-Anhalt (Foto: Wirtschaftsrat)
Vertreter der Wirtschaft betonten insbesondere die Rolle neuer Technologien und die Bedeutung digitaler Souveränität. Jens Heinrich, Vorstandsvorsitzender des Cluster IT Mitteldeutschland e.V., verwies darauf, dass technologische Entwicklungen, wie die der Künstlichen Intelligenz, die digitale Transformation weiter beschleunigen und neue Geschäftsmodelle ermöglichen. Gleichzeitig erfordere dies ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit und Lernbereitschaft in Unternehmen und Verwaltung.
Marco Langhof, Geschäftsführer der Teleport GmbH und Vorstandsmitglied des Cluster IT Mitteldeutschland e.V., machte deutlich, dass digitale Souveränität nur dann entstehen könne, wenn Nutzerinnen und Nutzer sowie IT-Fachkräfte aktiv in Entscheidungen über digitale Lösungen eingebunden werden. Ziel müsse es sein, Abhängigkeiten zu reduzieren und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähige Alternativen zu entwickeln.
Dr. Danny Hucke, AI Lead bei IT Sonix Custom Development GmbH, bezeichnete die Fortschritte im Bereich der Künstlichen Intelligenz als eine der bedeutendsten technologischen Entwicklungen unserer Zeit. Gerade für eine innovationsstarke Region, wie Mitteldeutschland, mit einer vielfältigen Forschungslandschaft und einem starken industriellen Mittelstand eröffne dies große Chancen – vorausgesetzt, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gestalten diese Entwicklung gemeinsam.
Tor Lund-Larsen, CEO der Cyberus Technology GmbH, hob schließlich die Rolle von Open-Source-Technologien hervor. Wenn staatliche Einrichtungen von Technologien abhängig seien, die sie nicht kontrollieren könnten, sei dies auch eine demokratische Herausforderung. Offene Technologien könnten helfen, Entscheidungsfreiheit zu stärken, Ressourcen effizienter einzusetzen und langfristig mehr digitale Resilienz zu erreichen.

Sirko Scheffler, Landesvorsitzender des Wirtschaftsrates in Sachsen-Anhalt, bedankt sich bei Grußwortgeberin Sandra Yvonne Stieger, 1. Beigeordnete Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit der Landeshauptstadt Magdeburg (Foto: Wirtschaftsrat)
Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg bot für die Konferenz einen geeigneten Rahmen, um den Austausch zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zu vertiefen. Als Forschungs- und Ausbildungsstandort für digitale Technologien leiste die Universität einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Fachkräfte und Innovationen, die für die digitale Transformation von Verwaltung und Gesellschaft notwendig sind. Sirko Scheffler betonte im Nachgang der Veranstaltung die Bedeutung des kontinuierlichen Austauschs:
„Die digitale Transformation der Verwaltung ist kein einmaliges Projekt, sondern ein langfristiger und komplexer Veränderungsprozess. Gerade deshalb braucht es Plattformen wie die Mitteldeutsche Digitalisierungskonferenz. Sie ermöglicht strategischen Austausch, fördert die länderübergreifende Zusammenarbeit in Mitteldeutschland und schafft Raum für gemeinsame Lösungen, damit unsere Verwaltung auch künftig leistungsfähig bleibt.“
Die Mitteldeutsche Digitalisierungskonferenz hat damit erneut gezeigt, wie wichtig der Dialog zwischen den verschiedenen Akteuren ist, um die digitale Zukunft der Region aktiv zu gestalten.